Wie leben Familien im Regensburger Norden, die mit Armut, beengtem Wohnraum und Sprachhürden konfrontiert sind? Die Ausstellung „Neuanfänge im Norden Regensburgs“ gibt ungewöhnlich persönliche Einblicke. Dafür hat Fotografin Tamira Unger drei vom Stadtteilprojekt Nord begleitete Familien mit der Kamera besucht.
Drei Familien öffnen für eine Fotoausstellung ihre Türen und geben Einblicke in einen Alltag, der vielen Regensburgerinnen und Regensburgern verborgen bleibt. Unter dem Titel „Neuanfänge im Norden Regensburgs“ zeigt Tamira Unger vom 9. bis 16. Oktober im Kulturraum M26 Schwarz-Weiß-Fotografien, die Handlungen, Emotionen und Wohnräume der Familien festhalten. Die Vernissage findet am Donnerstag, den 9. Oktober, um 18:00 Uhr statt.
Die drei Familien werden vom Stadtteilprojekt Nord begleitet, das zum Amt für Jugend und Familie der Stadt Regensburg gehört. Es arbeitet mit Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen, darunter häufig von Armut betroffene und geflüchtete Menschen sowie Familien mit Kindern mit Migrationshintergrund. Mit Blick auf das Kindeswohl soll das Projekt dazu beitragen, die Situation in den Familien zu stabilisieren.
Lebensrealitäten sichtbar machen
Die Fotografien zeigen dabei nicht nur persönliche Momente. Die Ausstellung richtet den Blick auch auf gesellschaftliche Bedingungen, die den Alltag der begleiteten Familien prägen können: zu kleine Wohnungen, teilweise Schimmel, die Isolation von Frauen mit kleinen Kindern, Sprachhürden, prekäre Arbeitsverhältnisse sowie Schwierigkeiten beim Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.
„Das Projekt soll Perspektiven von Menschen sichtbar zeigen, welche sonst zum Rande der Gesellschaft gedrängt werden“, so Tamira Unger.
Bei der Vernissage besteht auch die Möglichkeit, mit den fotografierten Menschen ins Gespräch zu kommen. Familien aus dem Stadtteilprojekt Nord steuern zudem ein internationales Buffet bei. Musikalisch begleitet wird der Abend von Ronja Künstler und dem Crêpe-Kollektiv.
Zwei Fotoausstellungen im M26
Zeitgleich ist im M26 die Ausstellung „Viele Augen – Eine Welt“ zu sehen. Sie ist aus einer Fotografiegruppe von CampusAsyl entstanden. Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Kulturen und Erfahrungen zeigen darin ihre persönlichen Perspektiven auf ihre Umwelt. Ergänzt wird das Programm durch eine Fotobox und Mitmach-Angebote des Stadtteilprojekts Nord.
Hinter „Neuanfänge im Norden Regensburgs“ steht die Regensburgerin Tamira Unger. Sie studiert Kommunikationsdesign an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Eine persönliche Verbindung zum Stadtteilprojekt besteht über ihre Mutter, die dort arbeitet. Die Ausstellung wird von der Stadt Regensburg, insbesondere vom Stadtteilprojekt Nord, unterstützt und ist Teil der Interkulturellen Woche. Zu sehen ist sie vom 9. bis 16. Oktober im Kulturraum M26 in der Maximilianstraße 26.
Tamira Unger / RNRed