Die neue Verbindung zwischen der R 3 / R 12 und der Gemeindeverbindungsstraße Köfering ist fertig. Nach rund zwei Jahren Bauzeit wurde der 2,1 Kilometer lange Abschnitt der Kreisstraße R 30 offiziell für den Verkehr freigegeben. Die Arbeiten an der gesamten Südspange gehen unterdessen weiter.
Der zweite Bauabschnitt der neuen Kreisstraße R 30 zwischen Poign und Köfering ist fertiggestellt. Landrätin Tanja Schweiger gab die Strecke am Freitag, den 2. Oktober, im Beisein zahlreicher Gäste offiziell für den Verkehr frei. Der rund 2,1 Kilometer lange Abschnitt führt von der südlichen Einmündung der Kreisstraße R 3 bis zur Gemeindeverbindungsstraße Köfering. Damit ist die neue Verbindung zwischen der R 3 / R 12 und der Staatsstraße St 2615 entlang der Westseite von Köfering fertiggestellt.
Wichtiger Meilenstein für den südlichen Landkreis
Die neue Kreisstraße R 30, auch „Südspange“ genannt, soll die Ortsdurchfahrten von Wolkering, Gebelkofen und Egglfing vom Durchgangsverkehr entlasten und die Verkehrsverbindungen im südlichen Landkreis nachhaltig verbessern. Nach Fertigstellung aller drei Bauabschnitte wird die insgesamt 8,26 Kilometer lange Strecke Poign und Köfering miteinander verbinden.
„Die heutige Verkehrsfreigabe zeigt, dass sich unser konsequentes Festhalten an diesem für die Verkehrsentwicklung des südlichen Landkreises wichtigen Straßenbauprojekt ausgezahlt hat. Mit dem Abschluss des zweiten Bauabschnitts haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein für eine leistungsfähige und sichere Verkehrsinfrastruktur erreicht. Unsere vorausschauende Vorgehensweise beim Grunderwerb war eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass wir die Südspange Schritt für Schritt umsetzen können. Mein Dank gilt allen Grundstückseigentümern und Pächtern, den beteiligten Kommunen und Behörden sowie den Planern und ausführenden Unternehmen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben“, sagte Landrätin Tanja Schweiger bei der offiziellen Verkehrsfreigabe.
„Mit der neuen Südspange R 30 schaffen wir eine spürbare Entlastung für die Ortsdurchfahrt von Köfering und verbessern gleichzeitig die Verkehrssicherheit sowie die Erreichbarkeit in der Region. Dieses Projekt ist ein wichtiger Beitrag zu einer leistungsfähigen Infrastruktur im Landkreis und für mehr Lebensqualität in Köfering. Sie zeigt, dass durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten nachhaltige Verkehrslösungen entstehen können, die den Menschen vor Ort unmittelbar zugutekommen“, sagte Köferings Erster Bürgermeister Armin Dirschl.
„Die R 30 ist für unsere Gemeinde, insbesondere für den Ortsteil Gebelkofen, ein Projekt von essentieller Bedeutung, das die Lebensqualität für unsere Bürgerinnen und Bürger in Gebelkofen maßgeblich verbessern wird. Sie ist ein Meilenstein auf dem Weg zu nachhaltiger Verkehrsentlastung in unserer Gemeinde und die Freigabe des 2. Bauabschnittes bringt uns diesem Ziel wieder einen Schritt näher“, so Obertraublings Erster Bürgermeister Simon Wagner.
„Ich freue mich, dass nun ein weiterer Bauabschnitt der neuen R 30 fertiggestellt worden ist. Zugleich bin ich sehr froh, dass ein wichtiges Anliegen von mir berücksichtigt wurde: Die Nutzung der alten Kreisstraße R 3 zwischen Thalmassing und Köfering als Rad- und Fußweg!“, so Raffael Parzefall, Erster Bürgermeister der Gemeinde Thalmassing.
„Mit dem Bau der Südspange werden die Ortschaften Köfering, Gebelkofen und Wolkering vom Verkehr entlastet und die Verkehrssicherheit auf diesem Streckenabschnitt erhöht. Daher unterstützt der Freistaat Bayern auch den Bau des zweiten Bauabschnitts mit einer Förderung in Höhe von 12,89 Mio. Euro“, sagte Baudirektor Robert Köhl von der Regierung der Oberpfalz.
Umfangreiche Straßen- und Brückenbauarbeiten
Im Zuge des zweiten Bauabschnitts wurden rund 105.000 Kubikmeter Erde bewegt, etwa 57.000 Kubikmeter Oberboden abgetragen und rund 28.000 Quadratmeter Asphalttrag- und -deckschichten hergestellt. Hinzu kamen etwa 2.300 Meter Entwässerungskanäle einschließlich der erforderlichen Schächte. Rund 13.000 Quadratmeter öffentlicher Feld- und Waldwege wurden ertüchtigt und an die neuen örtlichen Verhältnisse angepasst.
Rund 19,5 Millionen Euro investiert
Zu den besonderen baulichen Leistungen zählen die Überführung der neuen R 30 über den Wolkeringer Mühlbach, die Überführung der bestehenden R 30 über die neue Trasse sowie eine Geh- und Radwegunterführung als Verbindung zwischen Köfering und Egglfing. Die Entwässerung der neuen Fahrbahn erfolgt über zwei neu errichtete Regenrückhaltebecken.
Parallel zur Straßenbaumaßnahme verlegte der Zweckverband zur Wasserversorgung Landkreis Regensburg-Süd entlang der Nordseite der neuen R 30 auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern eine neue Wasserversorgungsleitung mit einem Durchmesser von 500 Millimetern.
Die Bauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt begannen Mitte Oktober 2024 und wurden Ende September 2026 abgeschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 19,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind neben den eigentlichen Baukosten auch die Aufwendungen für Grunderwerb, Ausgleichsmaßnahmen, Baufeldfreimachung und Ingenieurleistungen. Der Freistaat Bayern fördert das Vorhaben nach dem Bayerischen Finanzausgleichsgesetz beziehungsweise dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Der Fördersatz für die zuwendungsfähigen Kosten beträgt 77 Prozent. Die Zuwendungen belaufen sich voraussichtlich auf rund 13 Millionen Euro; der Landkreis Regensburg trägt rund 6,5 Millionen Euro aus Eigenmitteln. Die Kosten für den Neubau der Wasserversorgungsleitung übernimmt der Zweckverband zur Wasserversorgung Landkreis Regensburg-Süd.
Mit der Verkehrsfreigabe werden die bisherigen Kreisstraßen R 30 alt zwischen Gebelkofen und der St 2615 zur Gemeindeverbindungsstraße sowie die R 3 zwischen der R 12 und dem Auweg zum öffentlichen Feld- und Waldweg abgestuft. Mit Übergabe an die Gemeinden werden die betreffenden Straßenabschnitte noch durch ergänzende Tiefbauarbeiten bei Bedarf ertüchtigt.
Vom Planfeststellungsbeschluss bis zum Baurecht
Der Umsetzung der Südspange ging ein langjähriges Planungs- und Rechtsverfahren voraus. Die Regierung der Oberpfalz erließ am 12. Dezember 2012 den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der R 30. Dagegen waren ursprünglich zwölf Klagen erhoben worden. Am 4. Juni 2019 bestätigte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die vom Freistaat Bayern und vom Landkreis Regensburg vertretene Rechtsauffassung und damit die Einstufung der Südspange R 30 als Kreisstraße. Mitte Juni 2020 war noch die Klage eines von dem Projekt betroffenen Grundstückseigentümers anhängig. Zur Klärung einer möglichen Existenzgefährdung des landwirtschaftlichen Betriebs ließ der Landkreis ein Gutachten zur Eignung einer angebotenen Ersatzfläche erstellen. Auf dieser Grundlage erließ die Regierung der Oberpfalz am 3. Mai 2021 einen ergänzenden Planfeststellungsbeschluss. Die dagegen erhobene Klage wies das Verwaltungsgericht Regensburg am 2. Juni 2022 ab. Am 12. Dezember 2022 – auf den Tag genau zehn Jahre nach Erlass des ursprünglichen Planfeststellungsbeschlusses – lehnte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof den Antrag auf Zulassung der Berufung ab. Damit wurde das Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg rechtskräftig und der Landkreis erhielt endgültig Baurecht für die Südspange R 30. Anschließend konnten die Ausschreibungen und die konkrete Umsetzung des ersten Bauabschnitts vorbereitet werden.
Dritter Bauabschnitt ab 2027
Die Vorbereitungen für den dritten Bauabschnitt laufen bereits. Derzeit finden unter anderem Arbeiten zur Baufeldfreimachung, archäologische Untersuchungen und Kampfmittelsondierungen statt. Der Beginn der Straßen- und Brückenbauarbeiten ist für Mitte 2027 vorgesehen. Die Fertigstellung der gesamten R 30 ist für circa September 2029 geplant. Der dritte Bauabschnitt umfasst eine Länge von 5,67 Kilometern, drei Ingenieurbauwerke und fünf Regenrückhaltebecken. Rund 170.000 Kubikmeter Erde müssen bewegt werden.
Segnung und Freigabe im Beisein zahlreicher Gäste
An der Verkehrsfreigabe am 2. Oktober 2026 nahmen neben Landrätin Tanja Schweiger unter anderem Köferings Erster Bürgermeister Armin Dirschl, Obertraublings Erster Bürgermeister Simon Wagner, Thalmassings Erster Bürgermeister Raffael Parzefall und Pentlings Erster Bürgermeister Sebastian Hopfensperger sowie Baudirektor Robert Köhl als Vertreter von Regierungspräsident Walter Jonas teil. Zu den Gästen gehörten außerdem der Landtagsabgeordnete Patrick Grossmann, der stellvertretende Landrat Josef Schütz, Altlandrat Herbert Mirbeth und Kreisräte des Landkreises Regensburg. Auch Christopher Graf von und zu Lerchenfeld und mehrere betroffene Grundstückseigentümer und Pächter waren anwesend. Die an der Planung und Bauausführung beteiligten Unternehmen waren unter anderem durch die Ingenieurgesellschaft KEMPA mbH und Franz Blöchl von der Berger Bau SE vertreten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes Regensburg begleiteten den Termin ebenfalls. Pfarrer Helmut Brunner von der Pfarrei Obertraubling und Pfarrerin Lisa Hacker vom Pfarramt Lutherkirche Neutraubling segneten den neuen Straßenabschnitt, bevor dieser offiziell für den Verkehr freigegeben wurde.
Landkreis Regensburg / RNRed