Der SSV Jahn Regensburg zeigt gegen den TSV Havelse eine überzeugende Leistung und belohnt sich mit dem ersten Heimsieg der Saison. Vor allem in der Offensive läuft es für die Regensburger rund. Die Jahnelf nutzt ihre Chancen konsequent und sorgt für ein deutliches Ergebnis.
Der SSV Jahn fährt den ersten Heimsieg in dieser Saison ein. Gegen den TSV Havelse setzt sich die Jahnelf deutlich mit 5:0 durch. Der Mann des Nachmittags, Nassim Boujellab, brachte die Regensburger noch vor der Pause mit zwei Toren in Führung (44., 45.+1). In der zweiten Halbzeit handelte sich der kurz zuvor eingewechselte Havelser Nduka eine Rote Karte nach einer Notbremse gegen Marco Wörner ein. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kapitän Adrian Fein zum 3:0 (52.). Boujellab hatte noch nicht genug (76.), und auch Geburtstagskind Patrick Hobsch trug sich sehenswert per Hacke in die Torschützenliste ein (88.).
Drei Wechsel in der Jahn-Startelf
Im Vergleich zum Toto-Pokalspiel am Dienstagabend veränderte Jahn-Cheftrainer Sascha Hildmann seine Startelf auf drei Positionen. Verletzungsbedingt rückte Leo Mätzler für Malte Karbstein (Nasenbeinbruch) in die Innenverteidigung. Außerdem startete David Philipp auf der offensiven Außenbahn für Jakob Seibold (Bank), und Sascha Hingerl kehrte nach positivem Befund am Knie in die Anfangsformation zurück.
Auch Gäste-Trainer Samir Ferchichi wechselte kräftig durch. Bei den Havelsern gab es gleich fünf Veränderungen. Auf der Torhüterposition kehrte die etatmäßige Nummer eins Hanin für Optiz zurück. Außerdem begannen Mausehund, Lamby, Sommer und Müller für Nduka, Voufack, Velasco und Wriedt (alle Bank).
Boujellab bringt Jahn kurz vor der Pause in Führung
Die Anfangsminuten verliefen bei herbstlichen Temperaturen gemäßigt. Der SSV Jahn übernahm vor allem den Spielvortrag, während die Gäste aus Niedersachsen auf eine sortierte Hintermannschaft setzten. So sparten sich beide Teams die großen Tormöglichkeiten zunächst auf, auch wenn die Jahnelf immer wieder rund um den Strafraum auf ihre Chance lauerte.
Nassim Boujellab sorgte mit einem geblockten Schuss für die erste Annäherung (14.). Nur Momente später verpasste Innenverteidiger Leo Mätzler nach einer Schönfelder-Flanke die Führung um Haaresbreite (16.). Nach einer tollen Kombination über David Philipp war es erneut der ehemalige marokkanische Nationalspieler, der zum Abschluss kam, sich im Fallen aber bereits zu weit in Rückenlage befand (19.).
Jesse Tugbenyo hatte dann auch den ersten Abschluss für die Gäste, der in den Armen von Jahn-Keeper Hannes Hermann landete (23.). Der SSV versuchte, sich die Gäste passend hinzulegen. Über viel Spielkontrolle gelang Adrian Fein im Strafraum die beste Gelegenheit. Sein Flachschuss rauschte nur knapp am linken Pfosten vorbei (31.). Kurz darauf traf Oscar Schönfelder den Außenpfosten (33.).
Der Ball wollte nicht über die Linie. Bezeichnend war auch die folgende Aktion: Ein schöner Diagonalpass von Leopold Wurm spielte Schönfelder frei, der auf Boujellab ablegte. Mit seinem ersten Versuch scheiterte dieser noch am Torwart, dann am Aluminium (36.). Das hätte spätestens die Führung für den Jahn sein müssen.
Der TSV Havelse sorgte vor allem über Umschaltmomente für Aufsehen. Innenverteidiger Mausehund prüfte Hermanns Aufmerksamkeit, der den Distanzschuss über das Lattenkreuz fausten musste (39.). Wieder brachte schönes Kurzpassspiel Philipp in Position. Diesmal tauchte Havelse-Schlussmann Hanin gut ab (41.).
Dann war der Bann gebrochen. Boujellab legte auf Lucas Hermes ab, der den Überblick behielt und den Ball zu Boujellab zurückspielte. Völlig frei musste dieser nur noch zum verdienten 1:0 einschieben (44.). Der Treffer schien die Jahnelf zu befreien. Wurm chippte den Ball zu Boujellab, der gegen seinen Ex-Verein ansatzlos einschweißte (45.+1). Damit ging es mit einer verdienten Führung in die Kabinen.
Rote Karte und Elfmeter nach dem Seitenwechsel
Zum Wiederanpfiff wurde personell ordentlich durchgetauscht. Beim SSV Jahn ersetzte der gelb-vorbelastete David Philipp Marco Wörner, während die Gäste gleich vierfach wechselten. Nduka, Voufack, Velasco und Wriedt ersetzten Lamby, Müller, Mausehund und Duah.
Der SSV Jahn behielt das Oberwasser aus dem ersten Durchgang. Nach einem Steckpass war Wörner durch und wurde vom eben eingewechselten Nduka zu Boden gebracht. Elfmeter und Rote Karte waren die Folge. Kapitän Adrian Fein verlud den Keeper und traf zum 3:0 (52.).
Wohl wissend, dass die letzte 3:0-Führung gegen den VfB II nicht gehalten werden konnte, drückte die Jahnelf auf einen weiteren Treffer. Über Hermes und Boujellab entstand die nächste Chance: Boujellab spielte Wörner mit einem perfekt gespielten Pass frei. Der indirekte Vorbereiter des Strafstoßes versuchte es durch die Beine des Keepers und blieb mit diesem Versuch erfolglos (62.).Dass das Sturmgespann Boujellab-Hermes an diesem Nachmittag gut harmonierte, zeigte die nächste Situation. Eigentlich war der Angriff schon versandet, da schnappte sich Hermes den Ball, dribbelte zur Grundlinie und bediente seinen Kollegen. Boujellab schnürte den Dreierpack (76.).
Zum Abschluss dieses gelungenen Nachmittags belohnte sich auch Geburtstagskind Patrick Hobsch mit einem Tor. Nicolas Oliveira bediente ihn mustergültig, anschließend traf Hobsch in Stürmermanier mit der Hacke (88.). Das sollte es gewesen sein. Der SSV Jahn besiegte den TSV Havelse mit 5:0. Nach der Überzahl kurz nach Wiederanpfiff und der guten Leistung war der Sieg auch in dieser Höhe verdient. Damit wurde der Grundstein für eine erfolgreiche Englische Woche gelegt. Weiter geht es am Mittwoch, den 14. Oktober, um 19 Uhr beim SC Verl.
SSV Jahn Regensburg – TSV Havelse 5:0 (2:0)
SSV Jahn Regensburg: Hermann – Oliveira, Wurm, Mühl, Mätzler, Schönfelder (68. Jano) – Hingerl (68. Majetschak), Fein – Boujellab (77. Hobsch), Philipp (45. Wörner), Hermes (77. Posselt)
TSV Havelse: Hanin – Lamby (45. Wriedt), Duah (45. Velasco), Belkahia (65. Wardak), Mausehund (45. Nduka), Schumacher – Berger, Sommer, Tugbenyo – Müller (45. Voufack), Guiddir
Tore: 1:0 Boujellab (44.), 2:0 Boujellab (45.+1), 3:0 Fein (52., Foulelfmeter), 4:0 Boujellab (76.), 5:0 Hobsch (88.)
Zuschauer: 6.539
Rote Karte: Nduka (51., Notbremse)
Schiedsrichter: Henry Schröder (Detmold-Hiddesen)
Die Stimmen zum Spiel
Der SSV Jahn feiert einen 5:0-Heimsieg gegen den TSV Havelse. Hier lest Ihr die Stimmen von Dreierpacker Nassim Boujellab sowie der Trainer Samir Ferchichi (TSV Havelse) und Sascha Hildmann (SSV Jahn).
Nassim Boujellab (SSV Jahn): „Es war für uns alle heute der perfekte Nachmittag. Es ist in allen Belangen top gelaufen. Sowohl offensiv als auch defensiv hat vieles funktioniert. Am Anfang gingen wir erst noch kläglich mit unseren Chancen um. Zum Glück ist der Ball dann reingegangen und es hat angefangen zu laufen. Wenn wir so spielen, werden wir erfolgreich sein. Ich jubele natürlich sehr gerne bei meinen Toren, aber heute habe ich mich aus Respekt etwas zurückhalten müssen gegen meinen ehemaligen Verein. Ich freue mich aber natürlich sehr, meiner Mannschaft weitergeholfen zu haben. Wir hatten zuhause bisher noch keinen Erfolg, umso wichtiger war dieser Sieg zuhause. Wir fahren jetzt mit einem anderen Gefühl nach Verl.“
Sascha Hildmann (SSV Jahn): „Wir waren gut vorbereitet auf dieses Spiel, weil wir auch größten Respekt vor Havelse und ihren letzten Spielen hatten. Wir wollten mit hohem Tempo und hoher Intensität den Gegner vor Probleme stellen. Das ist uns gelungen und wir waren sofort im Spiel. Meiner Meinung nach müssen wir uns auch früher schon mit einem Tor belohnen, wenn ich mir die Torchancen ansehe. Dann musst du geduldig bleiben und aufpassen, weil sich so ein Gegner dann auch wehrt und es zäh wird. Mit der Restverteidigung haben wir es geschafft, uns nicht angreifbar zu machen. Die zwei Tore vor der Pause taten richtig gut. Im zweiten Durchgang belohnst du dich dann über eine gute Aktion sowie den folgenden Elfmeter und die Überzahl. Ich wollte dann unbedingt, dass wir ruhig bleiben und den Gegner in Bewegung bringen, wie es uns gegen Duisburg nicht gelungen ist. Da haben wir heute Reife gezeigt. Ich muss der ganzen Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben an unseren Themen gearbeitet und wieder zu Null gespielt. Es freut mich auch, wieder auf einen großen Teil des Kaders zurückgreifen zu können. Wir wollen genauso weitermachen und auch in Verl maximalen Erfolg haben.“
Samir Ferchichi (TSV Havelse): „Wir haben uns heute viel vorgenommen und wussten, dass uns ein Gegner erwartet, der sehr aggressiv über den Flügel presst. Diesen wollten wir immer wieder überlagern und aus diesen Momenten Tiefe generieren. Die Situationen waren da, aber die Umsetzung in keiner Art und Weise. Wir sind nicht ins Spiel gekommen und es war eine Frage der Zeit, bis wir das Gegentor kassieren. Wir bekommen dann noch vor der Halbzeit einen Doppelschlag. Mit 0:2 gehst du in die Kabine und wechselst dann viermal. Fünf Minuten später gibt es für einen Innenverteidiger die Rote Karte und einen Elfmeter gegen dich. Schlechter kannst du in eine Halbzeit nicht starten. Dann ist das Spiel in der Bewertung nicht mehr zu betrachten. Wir betreiben Schadensbegrenzung, kassieren zwei weitere Tore und verlieren dann maximal verdient mit 5:0. Das Wichtigste ist, das Spiel dahingehend abzuhaken.“
SSV Jahn Regensburg / RNRed