Was als Verkehrskontrolle in Regensburg begann, entwickelte sich zu einer Verfolgungsfahrt über die A3. Der Fahrer ignorierte sämtliche Anhaltesignale der Polizei und setzte seine Flucht trotz eines Unfalls fort. Dabei gefährdete er andere Verkehrsteilnehmer. Erst bei Bogen endete die Fahrt – doch damit war der Einsatz noch nicht vorbei.
Am Nachmittag des 21.10.2026 gegen 16:20 Uhr entzog sich ein Pkw-Führer einer Verkehrskontrolle durch eine Streifenbesatzung der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg. Der Fahrer flüchtete in der Landshuter Straße in Regensburg über die Franz-Josef-Strauß-Allee auf die A3 in Fahrtrichtung Passau, wobei er sämtliche Anhaltesignale der Streifenbesatzung ignorierte und andere Verkehrsteilnehmer bei Starkregen durch dichtes Auffahren und riskante Überholmanöver, teilweise von rechts und über den Standstreifen, gefährdete.
Verfolgungsfahrt auf der A3 mit bis zu 170 km/h
Mehrere Streifenbesatzungen im nahen Umfeld nahmen anschließend die Verfolgung des flüchtigen Fahrzeugs auf, wobei Höchstgeschwindigkeiten bis 170 km/h festgestellt wurden. Neben dem Kraftfahrzeugführer konnten die Streifenbeamten im Rahmen der Verfolgung zudem noch eine weitere männliche Person im Pkw wahrnehmen.
Kurz vor der Rastanlage Bayerwald Süd kam es zu einem Verkehrsunfall, bei dem der Fahrer einen Pkw Ford von hinten rammte und anschließend die Fahrt unberührt fortsetzte. Hierbei wurde ein Insasse des Pkw Ford leicht verletzt.
Flucht endet bei Bogen mit einem Unfall
Die Flucht endete schließlich im Bereich der Anschlussstelle Bogen, wo der 33-jährige, ukrainische Kraftfahrzeugführer von der Fahrbahn abkam, mit der Schutzplanke kollidierte und das Fahrzeug, ein grauer Pkw des Herstellers Netherlands Car, nicht mehr fahrbereit liegen blieb.
Der Fahrer flüchtete fußläufig, konnte jedoch im Rahmen der eingeleiteten Fahndung innerhalb von 30 Minuten festgenommen werden. Infolge des Verkehrsunfalls hatte er sich eine leichte Kopfverletzung zugezogen. Der Beifahrer konnte noch an der Unfallstelle festgenommen werden, dieser blieb unverletzt.
Fahrer unter Drogeneinfluss und ohne Fahrerlaubnis
Der Fahrer räumte gegenüber den Beamten ein, am gestrigen Tag Cannabis und am Vortag weitere Derivate konsumiert zu haben, woraufhin in einem nahegelegenen Krankenhaus eine Blutentnahme durchgeführt wurde.
Das Fluchtfahrzeug wurde sichergestellt und abgeschleppt. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass der flüchtige Fahrzeugführer keine Fahrerlaubnis vorweisen konnte. Sein Pkw war zudem nicht versichert.
Ermittlungen wegen mehrerer Straftaten
Die Verkehrspolizeiinspektion Regensburg hat die Ermittlungen gegen den verantwortlichen Fahrzeugführer wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs, dem verbotenen Kraftfahrzeugrennen, dem Fahren ohne Fahrerlaubnis, dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort sowie einem Vergehen nach dem Pflichtversicherungsgesetz aufgenommen.
Die Bearbeitung der Verkehrsunfälle, die sich im niederbayerischen Raum ereignet hatten, wurde von der Autobahnpolizeistation Kirchroth und der Verkehrspolizeiinspektion Deggendorf übernommen.
Verkehrspolizeiinspektion Regensburg / RNRed