Wie viel Essen landet im Müll und an welchen Stellen lässt sich das vermeiden? Bei den Eckert-Schulen in Regenstauf erfasst ein Foodscanner seit mehreren Monaten Lebensmittelreste. Die gewonnenen Daten sollen helfen, Küchenabläufe zu verbessern und Lebensmittelverschwendung langfristig zu reduzieren.
Im Rahmen des Bundesprojekts „Ganz große Küche! Regional.Bio.Regensburg.“ wurde bei den Eckert-Schulen in Regenstauf der Einsatz eines Foodscanners vorgestellt. Das Gerät ist dort seit mehreren Monaten im Einsatz und unterstützt das Catering dabei, Lebensmittelabfälle systematisch zu erfassen und aus den Daten konkrete Ansatzpunkte für die Küchenpraxis abzuleiten.
Daten zeigen Optimierungspotenziale
Der Foodscanner erfasst, welche Lebensmittelreste in welchen Mengen und Zusammenhängen anfallen. Dadurch werden Muster sichtbar, etwa bei der Produktions- und Mengenplanung, bei der Nachfrage an einzelnen Ausgabestellen oder bei der Gestaltung des Speiseangebots. Die Auswertungen bilden die Grundlage, um Küchenprozesse gezielt anzupassen und Lebensmittelverschwendung dauerhaft zu reduzieren.
Bei einem Vor-Ort-Termin erhielten die Gäste Einblicke in das Dashboard, in die bisher vorliegenden Auswertungen und Prognosen sowie in die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen. An dem Termin nahm auch der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer teil. Welche Maßnahmen sich im Küchenalltag besonders bewähren und wo weitere Optimierungsmöglichkeiten bestehen, wurde dabei anhand der bisherigen Erfahrungen aus dem Catering erläutert.
Landrätin Tanja Schweiger betonte: „Der Foodscanner macht sichtbar, wo Lebensmittelabfälle entstehen. Entscheidend ist aber, dass aus diesen Daten konkrete Verbesserungen für den Küchenalltag entstehen. Die Erfahrungen der Eckert-Schulen zeigen, wie digitale Werkzeuge, das Wissen der Mitarbeiter und die Bereitschaft zur Veränderung zusammenwirken können. Genau solche praxistauglichen Ansätze möchten wir mit unserem Projekt fördern und weitertragen.“
Vier Foodscanner im Bundesprojekt vorgesehen
Insgesamt sind im Bundesprojekt vier Foodscanner vorgesehen. Zwei Geräte sind bereits im Einsatz, zwei weitere Aufstellungen befinden sich in Vorbereitung. Neben dem Standort in Regenstauf wird ein weiterer Foodscanner in einer Einrichtung der Johanniter eingesetzt. An zwei weiteren Standorten sollen die Geräte ebenfalls aufgestellt und anschließend die Messungen aufgenommen werden. Ziel ist es, die Erfahrungen aus unterschiedlichen Küchenbetrieben miteinander zu vergleichen und daraus möglichst übertragbare Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Erfahrungen aus der Küchenpraxis
Katharina Gassner (Projektkoordination „Ganz große Küche!“ im Landkreis Regensburg), Melanie Gierl (Diätassistentin und Adipositasberaterin), Markus Pfeffer (Mensaleitung) und Toni Hörnig (Betriebsleitung Eckert-Catering) berichteten über den Einsatz des Foodscanners und ihre Erfahrungen aus der Küchenpraxis. Im Mittelpunkt standen Datenerfassung, Auswertung und die daraus abgeleiteten Verbesserungen.
Ergänzend wurde der Stand der digitalen B2B-Plattform vorgestellt. Als Teil des Projekts vernetzt sie regionale Anbieter mit Abnehmern, informiert über Angebote und Verfügbarkeiten und erleichtert die Kontaktaufnahme sowie die Abstimmung von Bestell- und Logistikprozessen. Die Eckert-Schulen entwickeln derzeit gemeinsam mit der Regiothek eine individuelle, auf ihre betrieblichen Anforderungen zugeschnittene Lösung. Im Anschluss hatten die Gäste die Möglichkeit, Regensburger Bio-Pommes zu verkosten, die ebenfalls im Rahmen des Projekts entwickelt wurden.
Förderung durch den Bund
Das Projekt „Ganz große Küche! Regional.Bio.Regensburg.“ wird im Rahmen des Modellregionenwettbewerbs zu 100 Prozent durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert und gemeinsam von Landkreis und Stadt Regensburg umgesetzt.
Landkreis Regensburg / RNRed