Häusliche Gewalt bleibt häufig im Verborgenen – auch für Menschen außerhalb der betroffenen Familien. Bei einem Treffen im Landratsamt Regensburg ging es darum, wie Fachkräfte im Alltag aufmerksam werden und betroffenen Kindern helfen können. Dabei stand auch eine aktuelle Studie im Mittelpunkt.
Wie wirkt sich häusliche Gewalt auf Kinder aus und wie können Fachkräfte helfen? Diese Fragen standen beim diesjährigen Treffen des Qualitätszirkels frühkindliche Bildung im Mittelpunkt. Auf Einladung des Kommunalen Bildungsmanagements in Kooperation mit der Kita-Fachberatung des Kreisjugendamtes und der Gleichstellungsstelle kamen Fachkräfte von Trägern, Institutionen und Ausbildungseinrichtungen aus dem Landkreis Regensburg zusammen. Karin Roth von der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen e. V.“ informierte über die Folgen für betroffene Kinder sowie über Möglichkeiten der Hilfe, Beratung und Prävention.
Häusliche Gewalt: Kinder brauchen besonderen Schutz
Landrätin Tanja Schweiger begrüßte die Teilnehmenden im Landratsamt und dankte ihnen für ihren Einsatz für Kinder und Familien: „Kinder brauchen ein sicheres Umfeld, in dem sie gut aufwachsen können. Wer Gewalt zu Hause miterlebt, braucht besonderen Schutz und verlässliche Unterstützung. Unsere Fachkräfte leisten hier einen wichtigen Beitrag: Sie schauen aufmerksam hin, erkennen Belastungen und helfen dabei, passende Hilfen zu finden. Mit dem Qualitätszirkel stärken wir sie für diese verantwortungsvolle Aufgabe“, so die Landrätin.
Dabei ging es insbesondere darum, wie Fachkräfte Anzeichen häuslicher Gewalt erkennen, betroffene Kinder angemessen ansprechen und Familien an geeignete Unterstützungsangebote weitervermitteln können. Noch immer sind insbesondere Frauen und Kinder von häuslicher Gewalt betroffen. Die im Februar 2026 veröffentlichte Dunkelfeldstudie zu Gewalt in Deutschland – „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ (LeSuBiA) – verdeutlicht das tatsächliche Ausmaß der Gewaltbetroffenheit.
Qualitätszirkel stärkt Betreuungsqualität und Vernetzung
Der Qualitätszirkel frühkindliche Bildung bringt seit 2020 jährlich Fachkräfte zusammen, um die Qualität der Betreuung in den Fokus zu stellen. Die gemeinsame Initiative des Kommunalen Bildungsmanagements, der Kita-Fachberatung des Kreisjugendamtes und der Gleichstellungsstelle widmet sich dabei jeweils einem wechselnden Schwerpunktthema.
Eine gute Kinderbetreuung und frühe Förderung für alle Kinder gehören zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben. Verlässliche Betreuungsangebote sind für Eltern zudem eine zentrale Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit dem ab 2026 stufenweise in Kraft tretenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder gewinnt dieses Thema weiter an Bedeutung. Er ermöglicht Eltern und Erziehungsberechtigten mehr Flexibilität und trägt zugleich zu einer besseren individuellen Förderung der Kinder bei.
Der Qualitätszirkel stärkt zugleich die Vernetzung der Einrichtungen im Landkreis Regensburg.
Landkreis Regensburg / RNRed