Rund 60 Millionen Euro sind für das neue Schulgebäude in Regenstauf veranschlagt. Der Kreistag hat nun den aktuellen Planungsstand gebilligt. Bis zum Neubau bleibt der Unterricht im bisherigen Gebäude möglich – trotz festgestellter Schadstoffbelastungen gelten dort weiterhin Schutzmaßnahmen.
Regensburg (RL). Der Planungsprozess für den Neubau der Realschule Regenstauf kommt zügig voran. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 26. Oktober 2026 die vorgestellte Gebäudeplanung und den vorgelegten Planungsstand gebilligt und damit weitere wichtige Weichen für das Bauprojekt gestellt. Vorgesehen ist ein modernes, energieeffizientes Schulgebäude in Massivbauweise mit Holzfassade. Die derzeit geschätzten Baukosten für das Schulgebäude liegen bei rund 60 Millionen Euro.
„Mit dem Neubau der Realschule Regenstauf schaffen wir die Voraussetzungen für eine moderne Schule, die Schülerinnen und Schülern ebenso wie den Lehrkräften gute Bedingungen zum Lernen und Arbeiten bietet. Dabei denken wir nicht nur an die Anforderungen von heute, sondern auch an die kommenden Jahrzehnte. Deshalb legen wir großen Wert auf eine langlebige, energieeffiziente und wirtschaftliche Bauweise. Unser Ziel ist eine Schule, die auch langfristig den Anforderungen an eine zeitgemäße Bildungsinfrastruktur gerecht wird“, betonte Landrätin Tanja Schweiger.
Realschule Regenstauf: Langlebige Bauweise und modernes Energiekonzept
Im Rahmen der Planungen wurden verschiedene Bauweisen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Bauzeit untersucht. Der Kreistag billigte den Planungsstand, der eine Massivbauweise mit Stahlbeton-Außenwänden, Mineralwolldämmung und einer vorgehängten, hinterlüfteten Holzfassade vorsieht. Diese Bauweise bietet insbesondere Vorteile bei der Langlebigkeit, der Planungssicherheit und beim sommerlichen Wärmeschutz.
Auch das Heiz- und Kühlsystem ist auf Energieeffizienz und hohen Raumkomfort ausgelegt. Für Unterrichts-, Fach- und Büroräume sind Heiz- und Kühldecken vorgesehen, die im Winter für Wärme und im Sommer für angenehme Temperaturen sorgen sollen. In der Aula und den Flurbereichen sind Fußbodenheizungen geplant.
Ergänzend sollen eine gut gedämmte Gebäudehülle, Sonnenschutzglas, die Verschattung der Fenster und moderne Lüftungstechnik vor sommerlicher Hitze schützen. Das Schulgebäude soll mindestens den Energiestandard KfW 40 erreichen. Auf fossile Brennstoffe soll verzichtet werden. Die Wärmeversorgung soll vorrangig über die bestehende Hackschnitzelheizung des Marktes Regenstauf erfolgen. Die Dächer werden für die Nutzung von Photovoltaikanlagen ausgelegt.
Abriss der alten Sporthalle für 2027 geplant
Der Neubau entsteht auf dem Gelände der bisherigen Dreifachsporthalle. Nachdem die neue Sporthalle bereits zu Beginn des Schuljahres 2026/2027 in Betrieb genommen wurde, kann die alte Halle demnächst vollständig außer Betrieb genommen werden.
Die Abbruchplanung läuft bereits. Bei geeigneter Witterung soll der Rückbau Anfang 2027 beginnen und im Sommer 2027 abgeschlossen sein.
Schutzmaßnahmen wegen Schadstoffbelastung werden fortgeführt
Bis zur Fertigstellung des Neubaus wird der Unterricht im bisherigen Schulgebäude fortgesetzt. Die aufgrund der festgestellten Schadstoffbelastungen eingeleiteten Schutzmaßnahmen werden konsequent weitergeführt. Dazu gehören insbesondere mehr als 50 Luftreinigungsgeräte mit Aktivkohlefiltern, ein festes Lüftungskonzept sowie zusätzliche Reinigungsmaßnahmen.
Bei den Raumluftmessungen vom 28. Juli 2026 wurden die Gefahrenrichtwerte für PCB in allen untersuchten Räumen unterschritten. In sechs von acht untersuchten Bereichen lagen die Werte allerdings weiterhin über dem Vorsorgerichtwert.
Nach übereinstimmender Einschätzung des beauftragten Umweltgutachterbüros und des Gesundheitsamtes Regensburg kann das Gebäude bei konsequenter Fortführung der Schutzmaßnahmen weiterhin genutzt werden. Weitere Raumluftmessungen sind für November 2026 vorgesehen.
Neubau kostet voraussichtlich rund 60 Millionen Euro
Die derzeitige Kostenschätzung für den Neubau des Schulgebäudes liegt bei rund 60 Millionen Euro. Darin noch nicht enthalten sind die Kosten für Ausstattung, Abriss und Außenanlagen. Eine genauere Kostenberechnung erfolgt im weiteren Planungsverlauf.
Nach aktuellem Stand zeichnet sich bei den Baumaßnahmen für die Dreifachsporthalle und die Schwimmhalle eine Einsparung von rund fünf Millionen Euro ab.
Jetzt im Herbst 2026 sollen die Anträge auf schulaufsichtliche Genehmigung und staatliche Förderung eingereicht werden. Parallel werden die Entwurfs- und Fachplanungen für den Neubau sowie die Vorbereitungen für den Abriss der bisherigen Sporthalle fortgeführt.
Landkreis Regensburg / RNRed