Viele Frauen leiden jahrelang unter starken Regelschmerzen, bevor Endometriose erkannt wird. In Regensburg gibt es nun eine Anlaufstelle mit der höchsten Zertifizierungsstufe. Welche Möglichkeiten das Zentrum Betroffenen bietet, zeigt das breite Behandlungsspektrum.
Die Barmherzige Brüder Klinik St. Hedwig Regensburg ist als Endometriose-Zentrum der höchsten Versorgungsstufe III ausgezeichnet worden. Damit steht Patientinnen aus ganz Ostbayern eine hochspezialisierte Anlaufstelle für die umfassende Diagnostik und Behandlung von Endometriose zur Verfügung. Bayernweit tragen aktuell weniger als zehn Einrichtungen diese Auszeichnung.
„Das gehört zur Regel einfach dazu.“ – Ein Satz, den viele Frauen mit starken Regelschmerzen lange hören – oder selbst glauben. Doch starke Regelschmerzen oder auch einen unerfüllten Kinderwunsch sollte man nicht einfach hinnehmen. Sie können ein Hinweis auf Endometriose sein – eine Erkrankung, die viele betrifft. Trotzdem dauert es oft Jahre, bis die Ursache gefunden wird. Bis dahin liegt hinter vielen Frauen eine lange Odyssee mit Schmerzen, Unsicherheit und der Frage: Was ist eigentlich los mit mir?
Eine Antwort finden Betroffene aus ganz Ostbayern an der Barmherzige Brüder Klinik St. Hedwig Regensburg: Schon seit mehr als vier Jahren ist sie eine zertifizierte Anlaufstelle für Endometriose, seit diesem Jahr ist das Haus nun als Endometriose-Zentrum und damit als Einrichtung für die höchste Versorgungsstufe III zertifiziert. Diese höchste Zertifizierungsstufe erreichen nur wenige Einrichtungen – bayernweit aktuell weniger als zehn.
Endometriose-Zentrum bündelt verschiedene Fachdisziplinen
In einem Endometriose-Zentrum erhalten Patientinnen nachweislich eine umfassende und individuell abgestimmte Behandlung – auch bei komplexen Krankheitsverläufen. Das Spektrum reicht von konservativen und medikamentösen Verfahren bis hin zu anspruchsvollen operativen Eingriffen. Experten verschiedener Fachrichtungen arbeiten bei allen Behandlungsschritten Hand in Hand. Zentrumsleiter Privatdozent Dr. Mehmet Vural betont: „Gerade bei Endometriose ist es wichtig, dass wir Gynäkologen unsere Kollegen aus benachbarten Abteilungen eng einbinden. Denn die Erkrankung kann unterschiedliche Organe betreffen und sich auf verschiedene Lebensbereiche auswirken.“
Deshalb stimmen sich im Endometriose-Zentrum der Klinik St. Hedwig Gynäkologen eng mit Experten aus Schmerztherapie, Anästhesie, Radiologie, Viszeralchirurgie, Urologie, Gastroenterologie, Kinderwunschmedizin, Psychosomatik und Physiotherapie ab. Dank der Anbindung an den Lehrstuhl mit Professor Dr. Maria-Emilia Solano und der Kooperation mit Professorin Dr. Silke Härteis kann das Team um Vural neueste wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Therapie einfließen lassen.
Individuelle Behandlung und mehr Lebensqualität
Neben fachlicher Kompetenz zählt für Vural zu einer guten Behandlung aber vor allem eines: den Betroffenen zuzuhören. „Viele unserer Patientinnen sind dankbar, dass wir ihre Symptome ernst nehmen, uns Zeit für ihre Geschichte nehmen und gemeinsam schauen, was wir konkret für sie tun können – von der Linderung der Schmerzen über die Begleitung bei Kinderwunsch bis hin zu Lösungen, die ihnen den Alltag mit Endometriose erleichtern. Denn am Ende geht es darum, den Menschen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.“
Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg / RNRed