Eine Trommelaktion mitten auf einer großen Kongressbühne: Die Caritas Regensburg hat ihre Kampagne „Trommeln für die Pflege“ nach Wien gebracht. Dort traf die Initiative auf 850 Gäste und prominente Unterstützer. Im Mittelpunkt steht eine Forderung, die weit über den Kongress hinausreicht.
Mit einer ungewöhnlichen Eröffnung ist die Caritas Regensburg am 5. November beim Wiener Pflegekongress aufgetreten. Die Kampagne „Trommeln für die Pflege“ brachte die 850 Gäste im Saal zum Mitklatschen und Mittrommeln. Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann richtete sich zudem mit einer Videobotschaft an die Teilnehmer.
Caritas-Kampagne setzt Zeichen beim Pflegekongress
Pflege steht länderübergreifend vor ähnlichen Herausforderungen: Der Bedarf steigt, Fachkräfte fehlen. Seit 2024 macht sich die Caritas Regensburg mit der Kampagne „Trommeln für die Pflege“ für die Profession stark – und wurde deshalb nach Wien eingeladen. Kongressorganisatorin Claudia Kastner-Roth sagte: „Ein Beruf, viele Welten: Pflege gehört auf die Bühne – ernst genommen, gesehen und entsprechend ihrer Kompetenzen eingesetzt.“
2000 Besucher beim Wiener Pflegekongress
Die Regensburger Kampagne erhielt damit eine Bühne bei einem der größten Pflegekongresse im deutschsprachigen Raum mit 2000 Besuchern an zwei Tagen. Der Kongress steht unter dem Motto „kommunikation:macht:vertrauen“.
Die Trommelaktion rahmte die Eröffnung ein und machte hörbar, worum es der Kampagne geht: Pflegefachpersonen sollen mit ihrem Wissen, ihren Kompetenzen und ihren Anliegen stärker wahrgenommen und an politischen Entscheidungen, die ihren Beruf betreffen, beteiligt werden.
Ärzte fordern mehr Respekt für Pflegekräfte
Auch aus der Ärzteschaft kam Unterstützung. Arzt und Moderator Dr. Ronny Tekal verband sein Bekenntnis zur Pflege mit einer Forderung an den eigenen Berufsstand: „Ich trommle für die Pflege, denn sie gehört gehört. Sie braucht echte Aufmerksamkeit und auch von meiner Berufsgruppe viel mehr Respekt auf Augenhöhe.“
Annika Veith, ärztliche Leiterin der Caritas Wien, betonte die gemeinsame Verantwortung für eine gute Versorgung. Pflege und Ärzteschaft seien gleichermaßen notwendig. Nur gemeinsam lasse sich das Ziel einer optimalen Versorgung erreichen.
Keynote-Speakerin Claudia Reiterer kennt die Pflege aus eigener beruflicher Erfahrung. Die diplomierte Krankenpflegerin arbeitet heute als Journalistin und Moderatorin. Sie trommle mit für die Pflege, weil sie wisse, wie wichtig und unabdingbar Pflege sei – und wie sehr ihre Bedeutung in einer älter werdenden Gesellschaft weiter zunehme.
Kampagne will Pflegekräfte stärker einbinden
Die Kampagne „Trommeln für die Pflege“ verbindet öffentliche Aktionen mit politischer Bildung. Pflegefachpersonen erfahren in Workshops, die die Caritas Regensburg kostenfrei und während der Arbeitszeit anbietet, wie sie ihre Interessen vertreten, sich berufspolitisch beteiligen und die Zukunft ihres Berufs mitgestalten können.
Weißmann, selbst gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger, steht für diesen Anspruch. Seine Videobotschaft zur Eröffnung machte deutlich: Pflege braucht das Bewusstsein für den eigenen Wert und den Mut, sich einzumischen.
Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V. / RNRed