Starke Schmerzen führen eine Schwangere als Notfall in die Regensburger Klinik St. Hedwig. Bei einer Operation machen die Ärzte eine Entdeckung, mit der niemand gerechnet hatte. Was sie vorfinden, ist selbst für erfahrene Mediziner eine außergewöhnliche Situation.
Im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg – KUNO Klinik St. Hedwig ist ein Mädchen als Frühchen zur Welt gekommen, das bis zur 27. Schwangerschaftswoche im Eileiter seiner Mutter heranwuchs. Chefärztin Prof. Dr. Angela Köninger spricht von einem weltweit extrem seltenen Fall. Mutter und Tochter geht es den Umständen entsprechend gut.
Überraschender Befund bei einer Notoperation in Regensburg
Wegen starker Oberbauchschmerzen wurde die werdende Mutter als Notfall in die Klinik eingeliefert. Die Ärzte vermuteten eine innere Blutung und entschieden sich für eine Operation.
Dabei machten sie eine unerwartete Entdeckung: Das Kind befand sich nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter. Die Gebärmutter selbst war leer.
Mädchen kommt mit 830 Gramm zur Welt
Das Mädchen konnte unmittelbar entbunden und an das Team der Neugeborenenmedizin (Neonatologie) übergeben werden. Bei der Geburt brachte es 830 Gramm auf die Waage.
Auch die Mutter hat den Eingriff gut überstanden. Nach einer Nacht auf der Wachstation befindet sie sich inzwischen wieder auf der Normalstation.
„Ein Fall, den wir so nie erwartet hätten und der nahezu als unmöglich gilt. Positiv verlaufende Schwangerschaften innerhalb der Bauchhöhle sind bereits Raritäten. Dass sich eine Schwangerschaft rein im Eileiter so lange entwickelt, ist nach unserer Kenntnis neben einem Fallbericht aus Tansania bislang nicht beschrieben. Umso mehr freuen wir uns, dass es Mutter und Tochter gut geht“, sagt Prof. Dr. Angela Köninger, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.
Die kleine Patientin wird auf der Früh- und Neugeborenenstation versorgt. Bislang entwickelt sie sich gut.
Was bei einer Eileiterschwangerschaft passiert
Normalerweise nistet sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein. Bei etwa zwei von 100 Schwangerschaften erfolgt die Einnistung jedoch außerhalb der Gebärmutter, in den meisten Fällen im Eileiter.
Dort steht nur wenig Platz für die Entwicklung des Kindes zur Verfügung. Der Eileiter kann reißen und dadurch starke innere Blutungen verursachen.Dass sich ein Kind dennoch so lange im Eileiter entwickelt, gilt als extrem selten.
Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg / RNRed