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Der Regensburger Zweitligist SSV Jahn Regensburg muss in Zukunft ohne ihre wohl letzte große Institution auskommen. Klaus Sturm, der seit beinahe 50 Jahren dem Verein treu zur Seite stand, zog sich mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Teammanager zurück. Der 68-jährige bedauere diesen Schritt, begründete ihn aber mit persönlichen Gründen. Die Aufgaben von Klaus Sturm werden künftig auf zwei Schultern ruhen.

Selbst für Sportchef Franz Gerber kam der Rückzug Sturms kurz vor dem wichtigen Heimspiel gegen Tabellenführer Braunschweig äußerst überraschend. Schließlich habe Sturm beinahe ein halbes Jahrhundert lang das Leben und Wirken des Vereins mit geprägt und dabei hervorragende Arbeit geleistet. "Wenn er jetzt auf einen Wunsch als Manager ausscheidet, dann müssen wir das akzeptieren", so Gerber. Gleichzeit hofft er allerdings, dass Sturm dem Jahn in anderer Funktion erhalten bleibe.

Klaus Sturm galt für viele im Verein seit Jahrzehnten als Identifikationsfigur. Die letzten 13 Jahre fungierte der Niederbayer als Teammanager und zeichnete sich dabei vor allem als Transfer-Experte aus. In seiner Laufbahn als nebenberuflicher Trainer - tagsüber fungierte der heute 68-jährige als Beamter im Vermessungsamt Straubing - schaffte er einst nach einer jahrelangen sportlichen Durststrecke mit dem SSV Jahn den Aufstieg in die Bayernliga. Und das fast ausschließlich mit Talenten aus der Region, was ihm sowohl Vereinskasse als auch Fans (in Spitzenspielen bis zu 20.000) dankten.

Unvergessen wird Klaus Sturm dabei der 16.April 1985 bleiben. An diesem Tag spielte der SSV Jahn in der Bayernliga gegen Bamberg. Es war ein eher langweiliges Spiel - bis zur 74.Minute. Da wechselte Sturm Angreifer Otto Baumgartner ein. Nach wenigen Augenblicken erhielt dieser prompt den Ball und setzte zu einem sehenswerten Sololauf über das gesamte Spielfeld an. Freund und Feind ließ er wie Statisten stehen. Aus 18 Meter Entfernung zog Baumgartner schließlich ab und traf exakt in den Winkel des Tores. Allerdings in das des SSV Jahn.

Jeder dachte nur, der will nur Zeit schinden. Aber Baumgartner verwechselte schlicht weg die Seiten, kapierte es erst, als niemand mit Ihm jubeln wollte. Dank seines kuriosen Eigentores verlor der SSV Jahn Regensburg das Spiel mit 2:1 und Otto Baumgartner wurde nicht nur von den Regensburger Fans für lange Zeit als "Depp der Nation" angesehen. Klaus Sturm muss noch heute über diese Anekdote schmunzeln.

"Der Jahn ist mein Leben", versicherte Klaus Sturm immer wieder. Und das wird er auch bleiben. Auch wenn es vermutlich eine weitere, bevorstehende Hüft-OP ist, die den 68-jährigen Fußball-Narr jetzt dazu zwingt, etwas kürzer zu treten. Die Nachfolge auf der Position des Teammanagers hat der Jahn bereits intern gelöst. Ex-Prpfi Harry Gfreiter und U-23-Kapitän Christian Bauer sollen sich künftig die Arbeit des Teammanagers teilen.

Als Abschiedsgeschenk wünscht sich Klaus Sturm von seiner Mannschaft ("der tägliche Kontakt mit den Spielern hält mich jung") einen Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig. Bei dem Lauf nach dem 2:0 in Bochum sollte zumindest eine kleine Überraschung gegen den Tabellenführer möglich sein.





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