section_topline
Redaktions-Hotline: +49 (0)941 59 56 08-0
section_mobile_logo_top
section_header
section_navigation
section_breadcrumbs
section_component

Bereits im Jahr 2016 fand in Regensburger Schulen eine Kartenaktion zum Thema KO-Tropfen statt. Um nun noch mehr Menschen erreichen zu können, haben sich Organisationen zusammengetan und eine Plakatkampagne gestartet, die über die Problematik informiert und Hinweise dazu gibt.

Neben dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband, der die Plakate in Diskotheken und Clubs verteilt, engagiert sich auch Donum Vitae in den Beratungsstellen. Das Landratsamt Regensburg verbreitet die Informationen über das Gesundheitsamt, die Gleichstellungsstelle, die Suchtberatung, die Schwangerenberatung sowie die Beratungsstelle zu sexuell übertragbaren Infektionen. Für die Stadt Regensburg ist die Gleichstellungsstelle im Boot.

So wird sowohl an den Stellen, an denen Alkohol konsumiert wird, aber auch in Jugendzentren, Schulen oder Bürgerbüros und anderen öffentlichen Anlaufstellen, auf die Problematik aufmerksam gemacht. Die Plakataktion gibt in der direkten Gefahrensituation mit der Notfallnummer eine schnelle Hilfe an die Hand, um Polizei oder medizinisches Personal zu Hilfe zu holen.

Auf Wunsch stehen die KooperationspartnerInnen gerne für ein Gespräch bzw. Beratung zur Verfügung.

Hohe Aktualität

Das Thema KO-Tropfen rückt bei Regensburger Institutionen, aber auch bei Jugendlichen und Eltern, immer wieder neu in den Fokus. In der Gesundheitsberatung wird zum Beispiel von einer Infektion berichtet, deren Auslöser nicht zu klären ist.

In der Frauenberatungsstelle dagegen erzählt eine Frau, dass sie nach einer Partynacht in einem ihr unerklärlichem Zustand aufgewacht ist. In der Schwangerschaftskonfliktberatung ist eine ungewollte Schwangerschaft das Thema.

Nicht immer lässt sich bei diesen verunsichernden Situationen klären, ob es übermäßiger Alkoholkonsum oder KO- Tropfen waren. Dies führt dazu, dass das wahre Ausmaß des Problems von vielen hinterfragt wird, da keine genauen Zahlen ermittelt werden können.

Schwere Nachweisbarkeit

Bei KO-Tropfen handelt es sich um Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB), beziehungsweise Gamma-Butyrolacton (GBL). Beide Wirkstoffe sind nur innerhalb von sechs bis acht Stunden nach Verabreichung nachzuweisen.

Selbst Betroffene, die sich direkt nach der Tat Hilfe suchen, können aufgrund der Drogen meist nicht klar denken, wirken verwirrt und werden deshalb auch oft nicht ernst genommen. Hinzu kommt, dass man sich weder an die Tat noch an den Tathergang erinnert und somit anfängt an sich selbst zu zweifeln, was durchaus zu psychischen Problemen führen kann.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass man Opfern Verständnis entgegen bringt und deutlich zeigt, dass ihnen geglaubt wird. Schuldzuweisungen sind dagegen nicht angebracht.

Kurzinfo für junge Frauen und Männer www.regensburg.de/ko-tropfen

Infos für Eltern, Fachpersonal, Betroffene www.ko-tropfen-nein-danke.de/

KooperationspartnerInnen:

Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e.V.
Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz
www.dehoga-bayern.de

DONUM VITAE in Bayern e. V.
staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen
0941 5 95 64 90
www.regensburg.donum-vitae-bayern.de

Landkreis Regensburg
Staatliches Gesundheitsamt 0941 4009 766
Suchtberatung, Schwangerenberatung
Beratung zu Sexuell übertragbaren Infektionen (STI)
Gleichstellungsstelle 0941 4009 358
www.landkreis-regensburg.de

Stadt Regensburg
Gleichstellungsstelle
0941 507 1140
www.regensburg.de/leben/frauen-u-maenner

Erfahrungsbericht: Julia - Studentin (25 Jahre)

Julia kommt aus einer Kleinstadt in Sachsen und lebt seit wenigen Wochen in Berlin bei Ihrem Freund. Sie hat ihr Studium in einer westdeutschen Stadt fast beendet, muss dort noch Prüfungen ablegen. Auf einer Party an ihrem Studienort lernt sie einen jungen Mann kennen, mit dem sie sich angeregt unterhält. Sie hat kein weiter gehendes Interesse an diesem Mann, da sie ihrem Freund in Berlin treu ist. Es wird spät und Julia amüsiert sich prima. Hinterher meint sie, bemerkt zu haben, dass dieser Mann sich mehrfach mit seinem Freund Zeichen gegeben hat, die sie aber nicht weiter beachtete.

Was ist passiert?

Stunden später: Sie wacht unbekleidet und übersät von Verletzungen in einer fremden Wohnung auf. Panisch verlässt sie den Ort. Dies taucht erst nach Wochen in ihrer Erinnerung auf. Außer den sichtbaren hat sie vaginale und anale Verletzungen und kann selbst nur erahnen, was mit ihr geschehen ist. In ihrer Wohngemeinschaft wacht sie viele Stunden später wieder auf und kommt zu vollem Bewusstsein.

Scham und Schuldgefühle

Julia unternimmt zunächst nichts. Sie zieht sich zurück, schämt sich, erzählt niemandem etwas von der Nacht. Sie fühlt sich schmutzig, unsicher, deprimiert, kann nicht schlafen und versucht zu vergessen. Auf die Idee, die Polizei einzuschalten kommt sie nicht. Sie fühlt sich ja selbst schuldig.

Während der nächsten Wochen tauchen in Träumen Erinnerungsfetzen auf. Ihr Allgemeinzustand verschlechtert sich. Bei einem Besuch bei ihren Eltern, denen die Wesensänderung der Tochter auffällt, lässt sie sich überreden, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Lernen, mit der Ungewissheit zu leben

Die Vernehmung belastet sie zusätzlich. Die Beamten in der Kleinstadt sind überfordert und reagieren befremdet. Erst in Berlin bei ihrem Freund angekommen, beginnt sie sich Unterstützung zu suchen, bekommt über eine Beratungsstelle Kontakt zu einer Anwältin und lernt in der Beratung mit ihren Gefühlen und vor allem mit der Ungewissheit umzugehen.
Ob der/die Täter ermittelt werden, ist nicht bekannt und wenn, erscheint es schwierig, ob sie wegen der fehlenden Beweise überführt werden können.

Quelle: www.ko-tropfen-nein-danke.de/julia.0.html

Eventfilter

section_breadcrumbs
footer
Cookie-Einstellungen
nach oben