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Am Freitagmorgen informierten Bundesgesundheitsminister Jens Sphan und RKI-Chef Lothar Wieler über die erste Infektionswelle der Corona-Pandemie in Deutschland. Beide sind sich einig, dass das Virus in Deutschland mittlerweile beherrschbarer sei, auch wenn ein Ende der Pandemie noch lange nicht absehbar sei.

Nach dem starken Ausbruchsgeschehen im März durch die Rückkehr von Winterurlauber oder durch Volksfeste sei die „Vollbremsung“ notwendig und richtig gewesen, begann Jens Spahn die Bundespressekonferenz zur aktuellen Lage der Corona-Krise in Deutschland. Die Verdopplungszahl habe sich seitdem verkürzt und aus dem dynamischen Wachstum sei ein lineares Wachstum geworden. Seit dem 12. April sei der Ausbruch auch „beherrschbar und beherrschbarer“ als noch zuvor, so Spahn am Freitagmorgen. Es gebe seit Mitte April mehr Genesene als Neuinfizierte und auch das Gesundheitssystem sei bislang nicht überfordert gewesen. Im internationalen Vergleich schneide Deutschland gut ab, dies sei jedoch kein Grund für Übermut, so Spahn.

Bislang über 1,7 Millionen Corona-Tests in Deutschland  

In Deutschland seien bislang mehr als 1,7 Millionen Corona-Tests durchgeführt worden. Rund neun Prozent davon seien positiv gewesen, ergänzte RKI-Chef Lothar Wieler. Derzeit würden 350.000 Tests pro Woche durchgeführt, mit mehr Reagenzien hätten die deutschen Labore jedoch eine Kapazität von 730.000 Tests pro Woche, so Spahn. Er betonte außerdem, dass man weiterhin „zielgerichtet“ testen wolle und keine Flächentests durchführen werde, da es sich bei jedem Test nur um eine  Momentaufnahme handle. Laut Wieler liege die Reproduktionszahl im Durchschnitt aktuell bei 0,7 Prozent, auch wenn es regionale Unterschiede gebe. Das beutet, dass momentan nicht mehr jede Person eine weitere Person ansteckt. Aktuell gebe es in Deutschland rund 134.000 Corona-Fälle, rund 3.300 davon seien nach Angaben von Wieler bislang an dem Virus gestorben.  

Mit Blick auf den zeitweisen Notstand an Masken und Schutzausrüstung für den Medizinbereich hob Spahn hervor, dass in dieser Woche 80 Millionen medizinische Masken in Deutschland eingetroffen seien, 20 Millionen davon seien FFP2-Masken gewesen. 50 Unternehmen in Deutschland hätten außerdem Zuschläge erhalten, ab Mitte August selbst Masken in Millionenhöhe zu produzieren.

Deutsches Gesundheitssystem in guter Verfassung

Trotz aller Kritik sei das deutsche Gesundheitssystem in einer guten Verfassung, so Spahn. Sechs von sieben Covid-19-Patienten könnten ambulant behandelt werden, da sie nur mäßige Symptome hätten. Die durch die Maßnahmen gewonnene Zeit sei in Deutschland zum Ausbau der Intensivbetten genutzt worden: Die Zahl wurde auf 40.000 Betten erhöht. Spahn glaubt jedoch nicht, dass man die aktuell rund 10.000 freien Intensivbetten in Deutschland auf Dauer halten könne. Gerade im Hinblick auf den normalen Klinikbetrieb stelle sich die Frage, wie man zu einer neuen Normalität kommen könne, die sowohl die Versorgung von Covid-19-Patienten als auch den Normalbetrieb beinhaltet. Mit Blick auf den Rückgang von Herzinfarktpatienten stellte Spahn beispielsweise die Frage, wo diese Zahl hingekommen sei. Patienten müssten sich trotz Corona ins Krankenhaus trauen und behandelt werden können, weshalb auch künftig rund 25 bis 30 Prozent der Intensivbetten für den Normalbetrieb bereitstehen sollen.  

Spahn betonte, dass man schrittweise in eine neue Normalität kommen wolle und Deutschland derzeit gute Chancen habe, gut durch diese Pandemie zu kommen.

Medikamente werden auch in Deutschland getestet

Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, ergänzte auf der Pressekonferenz noch, dass das Medikament Remdesivir aktuell in drei klinischen Studien in Deutschland untersucht werde und in rund drei Monaten erste Daten vorlägen. Außerdem würde in drei weiteren klinischen Studien das Mittel Hydroxicloroquin getestet.Im Hinblick auf einen möglichen Impfstoff sagte Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, dass weltweit rund 50 bis 60 Impfstoffprojekte am Laufen seien und es auch in Deutschland in Kürze erste klinische Prüfungen geben werde.

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