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2021 steht ganz klar in Bringschuld: Neben zahlreichen verschobenen Blockbustern und der nachzuholenden EURO 2020 erwarten uns im neuen Jahr auch die 32. Olympischen Sommerspielen in Tokyo. Hinzu kommen Änderungen beim Kindergeld und Mindestlohn. Welche Wermutstropfen, Entscheidungsfragen und Zuckerstücke 2021 sonst noch parat hält, verraten wir hier.

Euro 2020

Die UEFA EURO 2020 sollte zum 60-jährigen Bestehen der Fußballeuropameisterschaft eigentlich etwas ganz Besonderes werden. Denn anstelle wie üblich ein Austragungsland zu bestimmen, sprach sich die UEFA bereits 2012 für eine besondere Austragungsform im Jubiläumsjahr aus. Um der Bedeutung der Meisterschaft gerecht zu werden, sollten die Austragung der Endspiele erstmalig in verschiedenen europäischen Ländern stattfinden – die Corona-Pandemie hat dem Unterfangen jedoch erst mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. 2021 soll das Turnier nun endlich stattfinden. Zwischen dem 11. Juni und dem 11. Juli 2021 duellieren sich 24 europäische Nationen in insgesamt 51 Spielen, ausgetragen in 12 unterschiedlichen Ländern um die Trophäe der 16. Europameisterschaft. Das Finale findet schließlich am 11. Juli 2021 im Wembley-Stadion in London statt.

Deutschland befindet sich gemeinsam mit dem amtieren Europameister Portugal sowie Frankreich und Ungarn in der Gruppe F. Spieltag 1: Frankreich vs. Deutschland (15. Juni), Spieltag 2: Portugal Deutschland (19. Juni), Spieltag 3 Deutschland vs. Ungarn (23. Juni).

Tokyo 2020 – neuer Termin, neue Disziplinen

Ebenso wie die EURO 2020 sollten sie das Sporthighlight des Jahres werden: die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokyo. Nach extrem langem Ausharren und Festhalten am eigentlichen Austragungstermin wurde Tokyo schließlich doch noch abgesagt und auf den Zeitraum zwischen dem 23. Juli und den 8. August 2021 verlegt. Zu den neu aufgenommenen Sportarten zählen Surfen, Skateboarden, Sportklettern, Soft- bzw. Baseball sowie Karate. Als ebenso neu gelten die Disziplinen „BMX Freestyle Park“ und die vom Streetball inspirierte Basketball-Variante „3-gegen-3“. Insgesamt finden 339 Wettkämpfe in 51 Disziplinen aus 33 Sportarten statt.

Verschobene und neue Blockbuster 2021

Corona hat das Kinojahr 2021 gehörig durcheinandergewirbelt. Zahlreiche Blockbuster mussten aufgrund drohender Einnahmeeinbußen und den globalen Lockdowns von 2020 auf 2021 verschoben werden. Dafür stehen 2021 umso mehr Blockbuster in den Startblöcken. Was uns 2021 (voraussichtlich) endlich erwartet: Morbius (18. März), James Bond 007: Keine Zeit zum Sterben (2. April), A Quiet Place 2 (22. April), Black Widow (6. Mai), Saw: Spiral (20. Mai), Godzilla vs. Kong (20. Mai), Fast & Furious 9 (27. Mai), Venom 2 (24. Juni), Minions 2 (1. Juli), Conjuring 3: Im Bann des Teufels (3. Juni), The Forever Purge (8. Juli), Top Gun: Maverick (8. Juli), Space Jam 2 (15. Juli), Jungle Cruise (29. Juli), The Suicide Squad (5. August), Mission Impossible 7 (USA: 18. November), The Eternals (4. November), Sing 2 (USA: 22. Dezember), Spider-Man 3 (USA: 16. Dezember), Sherlock Holmes 3 (USA: 22. Dezember).

Digitale Krankmeldung

Die klassische Krankmeldung via „gelben Schein“ dürfte bald ausgedient haben. Im Zuge des umfangreichen Gesetzespakets zum Bürokratieabbau sollen die beim Arzt ausgestellten Krankmeldungen einer digitalen Bescheinigung weichen. Anstelle der Übergabe eines Papierscheins durch den Arbeitnehmer an den Arbeitgeber sollen die notwendigen Daten im kommenden Jahr von der Krankenkasse an den Arbeitgeber auf Abruf übermittelt werden.

Der Soli entfällt für 90 Prozent der Steuerzahler

Der Soli-Satz beträgt 5,5 Prozent der Einkommenssteuer und entfällt grundsätzlich, solange er unterhalt der Freigrenze liegt. Um Gering- und Mittelverdiener zu entlasten, werden die Freigrenzen 2021 erheblich angehoben. Lag die Freigrenze bis 31.12.2020 noch bei 972 EUR für Alleinstehende beziehungsweise 1,944 Euro für Verheiratete mit Steuerklasse III, wird sie ab 1.1.2021 auf 16,956 Euro beziehungsweise 33.912 angehoben. Für die Steuerzahler bedeutet das konkret, dass sie erst ab einem zu versteuernden Bruttoeinkommen von 73.000 Euro (Einzelveranlagung beziehungsweise 151.000 Euro (Zusammenveranlagung) den Soli abführen müssen.

Erhöhung von Kindergeld, Kinderfreibetrag und Düsseldorfer Tabelle

Ab 2021 wird das Kindergeld um 15 Euro aufgestockt. Für die ersten beiden Kinder gibt es dann 219 Euro im Monat und für das Dritte und sowie jedes weitere Kind 225 Euro beziehungsweise 250 Euro. Ebenso wird der Kinderfreitag im kommenden Jahr um 576 Euro angehoben. Zusammen mit dem Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf der Kinder in Höhe von 2.640 Euro werden verheiratete Eltern im kommenden Jahr mit einem Freibetrag von 8.388 Euro unterstützt. Der Entlastungsbetrag für echte Alleinerziehende wurde bereits 2020 angehoben und bleibt im kommenden Jahr bei 4.008 Euro. Dafür profitieren Alleinerziehende mit Unterhaltsanspruch von einer Erhöhung der Düsseldorfer Tabelle um 6,50 Prozent, also mindestens 24 Euro pro Stufe – Unterhaltspflichtige zahlen hingegen drauf.

Anpassung der Kfz-Steuer

Um den Absatz verbrauchsarmer Pkw zu steigern, wird ab 2021 der CO2-Aufschlag der Kfz-Steuer für Neuzulassungen noch stärker gewichtet. Pkw, die mehr als 115 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen, werden dann deutlich höher besteuert. Für große, schwere Pkw mit mehr als 195 Gramm pro Kilometer gilt sogar ein doppelt so hoher Abschlag als für Pkw mit 115 Gramm pro Kilometer. Dafür sparen Benziner und Diesel, die weniger als 95 Gramm Kohlenstoffdioxid pro Kilometer ausstoßen, 30 Euro Steuern im Jahr. Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich nichts.

Verschärfung der CO2-Grenzwerte in der Autoindustrie

Ab 2021 wird der Flottengrenzwert für neu zugelassene Pkw laut EU-Verordnung auf 95 Gramm Kohlenstoffdioxid gesenkt. Für Autohersteller bedeutet das, dass der Durchschnitt aller in der EU innerhalb eines Jahres zugelassenen Fahrzeuge diesen Grenzwert nicht überschreiten darf – ansonsten drohen Strafzahlungen. 2020 galt diese Regel bereits in abgeschwächter Form für lediglich 95 Prozent der Gesamtflotte eines Herstellers. 95 Gramm Kohlenstoffdioxid entsprechen dabei einem Verbrauch von 4,1 Liter Benzin oder 3,6 Liter Diesel.

Höhere Spritpreise durch CO2-Steuer

2021 tritt die Kohlendioxid-Bepreisung auch im Verkehr in Kraft. Der Einstiegspreis für eine Tonne Kohlendioxid liegt 2021 bei 25 Euro pro Tonne, was zu einer Erhöhung der Literpreise an den Zapfsäulen führt – Benzin rund 7 Cent, Diesel rund 8 Cent. Der Kohlenstoffdioxidpreis soll bis 2025 auf insgesamt 50 Euro pro Tonne liegen. Benzin und Diesel dürften sich im Vergleich zu heute um insgesamt 15 Cent beziehungsweise 17 Cent verteuern.

Erhöhung der Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer
Um die Autofahrer zu entlasten, erhöht die Bundesregierung die Pendlerpauschale. Ab 2021 steigt die Pauschale von aktuell 30 Cent auf 35 Cent pro Kilometer ab dem 21. Kilometer Fahrweg zur Arbeitsstätte. 2024 soll der Zuschlag um weitere 3 Cent auf insgesamt 38 Cent erhöht werden.

Steigende Heizkosten durch CO2-Steuer

Fällig wird die CO2-Steuer in erster Linie für die Rohstoffhändler. Diese müssen für die Menge an Kohlenstoffdioxid, die durch ihre verkauften Brennstoffe an die Umwelt abgegeben wird, Zertifikate vorweisen. Um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, schlagen die Rohstoffhändler die entstandenen Kosten auf die Preise für Kraftstoffe oder Heizstoffe auf. Für Benzin deutet das einen Aufschlag von rund 7 Cent pro Liter, für Diesel und Heizöl 7,9 Cent pro Liter und für Erdgas 0,6 Cent pro Kilowattstunde. Die Bundesregierung will die eingenommenen Mittel eigenen Angaben nach dafür nutzen, Bürger, Wirtschaft und Klima zu entlasten. So soll die EEG-Umlage gesenkt, die Pendlerpauschale erhöht und Maßnahmen zum CO2 sparen finanziert werden.

Private Krankenversicherung wird deutlich teurer

Im Jahr 2021 werden Privatversicherte mit deutlich steigenden Krankenversicherungsbeiträgen rechnen müssen. Im Durchschnitt beläuft sich die Erhöhung der Beiträge um 8,1 Prozent. Die Erhöhung der Beiträge bei Deutschlands größten privaten Krankenversicherung DEBEKA steigt im Durchschnitt sogar um stolze 17,6 Prozent. Begründet werden die Erhöhungen mit einer Erhöhung der Ausgaben, einer Jahre langen Verschleppung von Beitragsanpassungen und zu niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt.

Doch auch gesetzlich Versicherte müssen mit einer Erhöhung der Krankenversicherung rechnen. Um das durch die Corona-Pandemie entstandene Milliardenloch zu stopfen, erhöht sich der Zusatzbeitrag im Jahr 2021 für gesetzlich Versicherte im Durchschnitt auf 1,3 Prozent.

„Mobil only“-Strategie von Google wird umgesetzt

Im März 2021 setzt Google seine angekündigte Mobil-only-Strategie um und wirft ab dann alle Desktop-only-Inhalte aus dem Index. Für Seitenbetreiber heißt das konkret, dass sie bei Google nur noch in den Suchergebnissen auftauchen, wenn die Internetpräsenz für mobile Endgeräte optimiert wurde. Bereits seit 2019 werden in den Suchergebnissen von Google mobile Seiten bevorzugt. Wer ab März 2021 jedoch keine mobile Version verfügt, wird beim Internet-Riesen dann wohl gar nicht mehr zu finden sein.

Bundestagswahl 2021

2021 finden die Wahlen zum 20. Deutschen Bundestag statt. Laut Grundgesetz besteht hierfür ein Zeitfenster, das sich für die kommende Wahl vom 25. August bis zum 24. Oktober 2021 erstreckt. Bereits Ende 2020 hat sich das Bundeskabinett auf den 26. September geeinigt. Das Datum muss allerdings noch vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier bestätigt werden.

Änderungen bei Personalausweis und Reisepass

Ende 2020 hat die Bundesregierung dem Gesetzentwurf „zur Stärkung der Sicherheit im Pass-, Ausweis- und ausländerrechtlichen Dokumentenwesen“ zugestimmt. Für die Bürger bedeutet dies, dass eine Speicherung von zwei Fingerabdrücken im Chip des Personalausweises verpflichtend wird. Zudem kann im Reisepass oder im ausländerrechtlichen Dokument die Eintragung eines expliziten Geschlechts („M“ für männlich und „F“ für weiblich) durch die Eintragung eines „X“ verweigert werden. Weitere Änderungen bei der Gültigkeit von Kinderreisepässen sehen vor, dass die Geltungsdauer von Kinderreisepässen auf ein Jahr reduziert wird, eine Verlängerung um jeweils ein Jahr bleibt dabei aber möglich. Die Beantragung eines sechs Jahre lang gültigen biometrietauglichen Passes bleibt ebenso möglich. Ungeachtet der rechtlichen Änderungen erhöhen sich 2021 auch die Gebühren zur Ausstellung eines Personalausweises. Anstelle von 28,80 Euro werden im kommenden Jahr ganze 37 Euro fällig.

Über eine Arbeitswoche mehr

2021 ist arbeitgeberfreundlich wie kaum ein anderes Jahr seit der Jahrtausendwende. Sieben von insgesamt 15 bayerischen Feiertagen liegen dieses Jahr an einem Wochenendtag. Fünf davon entfallen auf einen Sonntag, die anderen beiden auf einen Samstag. Das größte Unglück: Beide Weihnachtsfeiertage sowie Neujahr fallen allesamt auf einen Wochenendtag.

Kommt die Erhöhung des Rundfunkbeitrags?

2021 sollte der Rundfunkbeitrag pro Haushalt eigentlich um 0,86 Euro pro Monat erhöht werden.
Sachsen-Anhalt blockiert seit Anfang Dezember jedoch die Erhöhung. ARD und ZDF drohen mit einer Klage. Sollte der Rundfunkbeitrag dennoch wie geplant erhöht werden, werden deutsche Haushalte künftig mit 18,36 Euro pro Monat belastet. Die Jahreskosten belaufen sich dann auf 220,32 Euro pro Jahr.

Der Mindestlohn steigt

Der gesetzliche Mindestlohn steigt im Jahr 2020 stufenweise an. Ab 1. Januar 2021 gibt es anstelle von 9,35 Euro mindestens 9,50 Euro brutto pro Stunde. Ab 1. Juli sogar 9,60 Euro. Zusätzlich wird ab 1. Januar 2021 die monatliche Mindestvergütung während einer Ausbildung auf 550 Euro festgesetzt. Zusätzliche Erhöhungen des Mindestlohns sind übrigens auch für 2022 geplant. Ab 1. Juli soll es dann in Deutschland mindestens 10,45 Euro brutto pro Stunde geben – und damit fast einen Euro mehr als noch 2020.

Grundrente für Geringverdiener

Am 1. Januar 2020 tritt die Grundrente für Geringverdiener in Kraft: Für Rentner bedeutet das konkret, dass sie den vollen Zuschlag auf selbst erarbeitete Rentenansprüche bekommen, insofern sie 35 Jahre an Versicherungszeiten nachweisen können – Beschäftigungszeiten sowie Kindererziehung und Pflege werden dabei berücksichtigt. Einen verminderten Zuschlag erhalten jene, die mindestens 33 Jahre nachweisen können. Hierbei macht es keinen Unterschied, ob man Vollzeit oder Teilzeit beschäftigt war. Lediglich Minijobber haben keinen Anspruch auf die Grundrente. Insgesamt werden von der Grundrente geschätzte 1,3 Millionen Rentner profitieren, wobei der Aufschlag im Schnitt 80 Euro betragen dürfte – unter Umständen sind sogar bis zu 400 Euro monatlich möglich.

Verbot des Einwegkunststoffs

Ab dem 3. Juli 2021 wird es ernst: Der seit 2019 bestehende Beschluss, Einwegprodukte aus Kunststoff zu verbieten, findet endlich Umsetzung. Ab dann gilt ein EU-weites Verkaufsverbot von Einwegplastik. Darunter fallen Plastikbesteck, -teller, Trinkhalme, Wattestäbchen, Rührstäbchen, To-go-Becher, Fast-Food-Verpackungen und Einweg-Essensbehälter aus Styropor sowie Luftballonstäbe aus Kunststoff. Das Verbot gilt auch für kompostierbare, sogenannte oxo-abbaubare Kunststoffe.

Erhöhung der Behinderten- und Pflege-Pauschbeträge

Ab 2021 werden die Pauschbeträge für Behinderte erstmalig seit 1975 erhöht. Insgesamt findet eine Verdopplung der Pauschbeträge statt. Zudem wird ein Fahrkosten-Pauschbetrag eingeführt und auf die zusätzlichen Anspruchsvoraussetzungen zur Gewährung des Pauschbetrags unter einem Grad der Behinderung von 50 verzichtet. Der Pflege-Pauschbetrag wird im selben Zug auf 1.800 Euro pro Kalenderjahr angehoben. Bei einem Pflegegrad 2 sowie einem Pflegegrad 3 wird nun ebenso ein Pflege-Pauschbetrag von 600 Euro beziehungsweise von 1.100 Euro gewährt.

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