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Man flext Metall weg

Seit der Coronapandemie sind mehr Menschen als sonst von Arbeitslosigkeit betroffen. In vielen Branchen war es während der Lockdowns schlicht weg, nicht mehr möglich, dem Tagesgeschäft nachzugehen.

Die Regierung versuchte mit Kurzarbeit und diversen anderen Instrumenten den Anstieg der Arbeitslosenzahlen so gut es ging zu begrenzen. Seit Jahresbeginn wurden die Corona-Maßnahmen schrittweise zurückgefahren. Doch wie wirkt sich dies auf die aktuellen Arbeitslosenzahlen aus und welche Menschen finden Berücksichtigung in dem System? Die aktuellen Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt im Überblick:


Aktuelle Arbeitslosenzahlen sinken, doch wie definiert sich Arbeitslosigkeit?


Die Agentur für Arbeit stellt jeden Monat die aktuellen Arbeitslosenzahlen vor. Seit Anfang des Jahres erholt sich der Arbeitsmarkt langsam. Doch es gibt auch viele Personen ohne Arbeit, die in dieser Statistik einfach nicht berücksichtigt werden. Als arbeitslos gelten laut dem dritten Sozialgesetzbuch Personen, die mindestens 15 Jahre alt sind, aber das Renteneintrittsalter noch nicht erreicht haben. Zudem müssen sich die Personen bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend und arbeitslos gemeldet haben. Damit zeigen sie außerdem die Bereitschaft an dem Arbeitsmarkt sofort für mindestens 15 Wochenstunden zur Verfügung zu stehen und auf der Suche nach einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit zu sein. Sie stimmen also einer Mitwirkungspflicht bei der Jobsuche zu und müssen eine zumutbare Arbeitsstelle annehmen.


Diese Personengruppen fallen durchs Raster


Es können natürlich nur die Personen in der Statistik Berücksichtigung finden, von denen die Agentur für Arbeit auch Kenntnis hat. Das bedeutet, Arbeitslose, die sich nicht bei der Behörde melden, weil sie vielleicht schon eine neue Beschäftigung haben und nur wenige Tage zwischen zwei Anstellungen arbeitslos sind, werden nicht mitgezählt. Diese Personen profitieren dann aber auch nicht vom Arbeitslosengeld oder der sozialen Absicherung. Auch diejenigen, die derzeit Weiterbildungen oder Umschulungen besuchen, finden in den Zahlen keine Berücksichtigung. Zusätzlich fallen auch die Menschen durchs Raster, die arbeitslos gemeldet sind, aber durch Verstöße gegen die Pflichten auf der Arbeitssuche eine Sperrzeit riskiert haben. Dies kann beispielsweise passieren, wenn man eine zumutbare Beschäftigung ablehnt oder Termine ohne wichtigen Grund nicht wahrnimmt.


Die aktuellen Arbeitslosenzahlen


Jeden Monat werden die gegenwärtigen Arbeitslosenzahlen auf der Internetseite der Agentur für Arbeit und in vielen anderen Statistikportalen im Internet veröffentlicht. Die aktuelle Zahl im April 2022 gibt 2.309.000 Menschen als arbeitslos an. Im Vergleich zum Vormonat wurden 53.000 Arbeitslose weniger verzeichnet. Betrachtet man gar den April 2021, sank die Zahl sogar um 462.000 von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen. Auch die Menge der in Kurzarbeit Beschäftigten sank von 20.910 Betroffenen im März 2021 auf nur 9.630 im März 2022. Damit sieht man auch an diesen Zahlen, dass es einen Anstieg an beschäftigten Personen auf dem Arbeitsmarkt gibt. Der Monatsbericht der Agentur für Arbeit gibt zusätzlich noch andere interessante Entwicklungen wieder, wie beispielsweise die allgemeine nationale wirtschaftliche Entwicklung.


Diese Faktoren beeinflussen den Arbeitsmarkt


Corona sowie die Bestimmungen und Beschränkungen, die mit der Pandemie einhergehen, beeinflussen die Zahlen noch immer. Sind die Coronaregeln strenger, steigen die Arbeitslosenzahlen an, bei Lockerungen sinken sie wieder. Zudem war es schon immer so, dass saisonbedingt zum Winter hin ein Aufwärtstrend bei den Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen war und mit dem Frühjahr die Einstellungen wieder vermehrt einsetzten. Durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine wird die positive Entwicklung der Arbeitslosenzahlen derzeit etwas ausgebremst. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht jedoch zumindest momentan keinen Anlass zur Besorgnis darüber, dass die Arbeitslosenzahlen signifikant steigen könnten.


Zwangsverrentung mindert Arbeitslosenzahlen


Die Zahlung des Arbeitslosengeldes wurde für Personen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, schrittweise angehoben. Mit 58 Jahren kann man nun, je nach vorangegangener Beschäftigungsdauer bis zu zwei Jahre Arbeitslosengeld 1 empfangen. Hintergrund ist, dass ältere Arbeitssuchende oft schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Läuft das Arbeitslosengeld I aus, ist es erforderlich, sich Hilfe beim Jobcenter zu suchen und Arbeitslosengeld II zu beantragen. Findet man innerhalb von 12 Monaten noch immer keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und hat man das 58. Lebensjahr bereits vollendet, droht nun die Zwangsverrentung. Dies bedeutet, man tritt die reguläre Altersrente mit entsprechenden Abzügen an. Somit zählt man ab diesem Zeitpunkt auch für die Statistik als Rentner und nicht mehr als Arbeitslos, obwohl man sich dem Arbeitsmarkt gerne noch für 15 Wochenstunden oder mehr zur Verfügung gestellt hätte.


Jeder Empfänger von Arbeitslosengeld ist arbeitslos, oder?


So einfach ist das leider nicht. Auch wenn man die Unterstützung durch Arbeitslosengeld I erhält, zählt man nicht unbedingt als arbeitslos. Arbeitslosengeld I bekommt nämlich auch, wer kurzzeitig krankgeschrieben ist oder an einer Fördermaßnahme der Arbeitsagentur, wie z. B. einer Umschulung oder Fortbildung teilnimmt. In diesen Fällen steht man dem Arbeitsmarkt jedoch nicht unmittelbar zur Verfügung, sodass der Status „Arbeitslos“ entfällt.
Auch im Arbeitslosengeld II Bezug gibt es solche Konstellationen. Hier machen vor allem sogenannte Aufstocker, die zwar über 15 Wochenstunden arbeiten, deren Gehalt aber nicht für die Grundsicherung ausreicht, einen großen Teil aus.


So viele Menschen sind tatsächlich von Arbeitslosigkeit betroffen


Durch die derzeitigen Regelungen und auch dadurch, dass sich die Arbeitnehmer nach Jobverlust aktiv arbeitslos melden müssen, kann die ungefähre Zahl der Arbeitslosen nur geschätzt werden. Die Agentur für Arbeit veröffentlicht jedoch monatsweise zusätzlich die Zahlen Unterbeschäftigten. Hier zählen dann Personen mit hinein, die sich in einer Weiterbildung befinden oder aus anderweitigem Grund nicht in der Statistik der Arbeitslosen berücksichtigt werden. Im April 2022 betrug die Zahl der Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 3.060.000, sie berücksichtigt also in diesem Monat 751.000 mehr Personen im Vergleich zu den normal gemeldeten Arbeitslosenzahlen.


Im europäischen Vergleich steht Deutschland gut da


Jedes Land definiert Arbeitslosigkeit anders. Um europaweit einen Vergleich ziehen zu können, hat die Internationale Arbeitsorganisation, kurz ILO, eigene Standards definiert. Während im März 2022 die Erwerbslosenquote in der EU durchschnittlich bei 6,2 % lag, liegt Deutschland mit nur 2,9 % weit darunter und ist damit sogar auf dem zweiten Platz. Nur Tschechien hat noch weniger Erwerbslose zu verzeichnen. Spanien ist mit einer Arbeitslosenquote von 13,5 % im übrigen Spitzenreiter. Da auch in der Statistik der ILO abzulesen ist, dass die Erwerbslosenquote in Deutschland im Allgemeinen rückläufig ist, kann man optimistisch in die Zukunft blicken.


Gastbeitrag
Bildquelle: pixabay.com | Jannonivergall

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