Der Landkreis Regensburg stellt die Weichen für seine Bildungszukunft: Der Kreistag hat sich für Obertraubling als Standort eines dritten Landkreisgymnasiums ausgesprochen. Ziel ist es, steigende Schülerzahlen aufzufangen und bestehende Gymnasien nachhaltig zu entlasten.
Der Kreistag hat in seiner Sitzung am Montag, den 08. Dezember 2025, eine richtungweisende Entscheidung für die künftige Schulentwicklung des Landkreises Regensburg getroffen: Auf Vorschlag von Landrätin Tanja Schweiger sprach sich das Gremium bei vier Gegenstimmen für Obertraubling als Standort des dritten Landkreisgymnasiums aus. Neben Obertraubling hatten sich auch Alteglofsheim und Mintraching um den Gymnasiumstandort beworben. Mit dem Beschluss kann nun beim Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus die erforderliche Bedarfsprüfung beantragt werden. Fällt diese positiv aus, kann der Landkreis den Planungsprozess fortführen – mit der Zielrichtung eines Gesamtplanungs- und Bauzeitraums von drei bis fünf Jahren.
Empfehlung aus dem Schulausschuss
Bereits in der Sitzung des Schulausschusses am Montag, den 13. Oktober, wurde der Empfehlungsbeschluss gefasst, die Landkreisverwaltung mit der Konkretisierung der Planungen für ein drittes Landkreisgymnasium am Standort Obertraubling zu beauftragen. Ausschlaggebend waren die aktuelle Entwicklung der Schülerzahlen, die Ergebnisse der neuen Schulbedarfsplanung sowie der hohe Handlungsdruck auch bei der Stadt Regensburg. Das Votum für Obertraubling erfolgte aufgrund der sofortigen Grundstücksverfügbarkeit, eines einfacheren Abstimmungsprozesses mit Nachbarlandkreisen, der Aussicht auf einen schnellen Einstieg in die Planungsphase sowie des bestmöglichen Entlastungseffekts durch die Nähe zur Stadt Regensburg, etwa für die Stadtteile Burgweinting und Harting.
Landrätin Tanja Schweiger betont: „Die Standortentscheidung des Kreistags für ein drittes Landkreisgymnasium ist ein bedeutender Schritt für die Bildungsinfrastruktur in unserem Landkreis. Sie unterstreicht die hohe Priorität, die die Bildungsinfrastruktur in der Landkreispolitik hat. So sorgen wir für bestmögliche Lern- und Entwicklungschancen sowie für zukunftsfähige Rahmenbedingungen für unsere Schülerinnen und Schüler.“
Steigende Schülerzahlen erhöhen den Druck
Die jüngste Schulbedarfsprognose des Landkreises zeigt einen anhaltenden Trend steigender Schülerzahlen. Besonders betroffen ist das Gymnasium Neutraubling, das bereits heute an seine räumlichen Grenzen stößt. Zwar wird der Erweiterungsbau im Frühjahr 2026 fertiggestellt, doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass auch diese zusätzlichen Kapazitäten vollständig ausgeschöpft sein werden. Im aktuellen Schuljahr 26/26 werden am Gymnasium Neutraubling etwa 1550 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, ausgelegt ist es unter Berücksichtigung des laufenden Erweiterungsbaus für 1456 Schülerinnen und Schüler. Die Schulentwicklungsprognose bis 2034 geht von einem weiteren Schülerzuwachs von über 800 Schülerinnen und Schülern aus. Damit besteht akuter Handlungsbedarf zur Entlastung.
Stadt Regensburg sieht ebenfalls Handlungsbedarf
Auch die Stadt Regensburg steht angesichts eigener Engpässe im Bereich der weiterführenden Schulen vor großen Herausforderungen. In einem Schreiben der Bildungsreferentin wurde deutlich gemacht, dass eine gemeinsame Schulentwicklungsstrategie grundsätzlich wünschenswert sei, jedoch nur bei umfangreichen finanziellen Beteiligungen des Landkreises an Investitions- und Unterhaltskosten. Für den Landkreis wären solche Modelle mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Gleichzeitig sprach sich die Stadt Regensburg mit Schreiben vom Mittwoch, den 12. November 2025, für die Errichtung eines dritten Landkreisgymnasiums aus, da dadurch auch die Gastschülersituation zwischen Stadt und Landkreis entschärft werden können.
Landkreis Regensburg / RNRed