Unter extremen Winterbedingungen rettet die SEA-EYE 5 gemeinsam mit einem Rettungsflugzeug 47 Menschen aus akuter Seenot. Die koordinierte Aktion zeigt, wie entscheidend zivile Zusammenarbeit auf See, in der Luft und an Land für die Rettung von Menschenleben ist.
Die Crew der SEA-EYE 5 hat am Montagnachmittag gemeinsam mit dem Rettungsflugzeug Colibri 2 der Organisation Pilotes Volontaires insgesamt 47 Menschen im Mittelmeer aus akuter Seenot gerettet. Die Menschen befanden sich auf einem überfüllten Holzboot und konnten nach einer koordinierten Rettungsaktion sicher an Bord gebracht werden.
Rettung trotz extremer Wetterlage
Starke Winterstürme, insbesondere der außergewöhnlich heftige Zyklon Harry, erschwerten in den vergangenen Wochen die Patrouillen ziviler Seenotrettungsorganisationen erheblich. Trotz der extremen Wetterbedingungen wagten in diesem Winter ungewöhnlich viele Menschen auf der Flucht die Überfahrt. Hunderte Menschen gelten laut der Organisation „Refugees In Libya“ derzeit als vermisst.
Koordination aus der Luft
Am Montag, den 2. Februar 2026 patrouillierte die SEA-EYE 5 in der maltesischen SAR-Zone, als um 13:00 Uhr eine Seenotmeldung von Pilotes Volontaires einging. Dank der Luftaufklärung durch die Colibri 2 konnte das Boot lokalisiert werden. „Gerade in den Wintermonaten sind die Bedingungen auf dem Mittelmeer für Rettungsorganisationen besonders herausfordernd. Umso wichtiger ist eine enge, abgestimmte Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher Akteure an Land, auf See und in der Luft. Die Kooperation von Pilotes Volontaires und Sea-Eye zeigt eindrücklich, wie koordinierte zivilgesellschaftliche Arbeit Menschenleben rettet“, sagt Anna di Bari, Vorständin von Sea-Eye e.V.
Medizinische Versorgung an Bord
Um 16:10 Uhr begann die Rettung. Bis 17:30 Uhr konnten alle 47 Menschen sicher an Bord der SEA-EYE 5 gebracht werden. Esther Kurbach von German Doctors, die die medizinische Versorgung auf der SEA-EYE 5 leitet, berichtete direkt von Bord: „Viele der geretteten Menschen sind bereits stark unterkühlt an Bord gekommen, dehydriert und leiden an Krätze oder an schmerzhaften Fuel Burns durch die Kombination aus Treibstoff und Salzwasser. Obwohl ihre medizinische Lage nach ersten Maßnahmen stabil ist, brauchen sie dringend Versorgung an Land.“
Weiter Weg zum zugewiesenen Hafen
Dennoch wies die italienische Leitstelle der SEA-EYE 5 den 32 Stunden entfernten Hafen Vibo Valentia zu. „Die Zuweisung des weit entfernten Hafens Vibo Valentia bedeutet für sie nichts anderes als weitere, völlig unnötige Strapazen. Sie sind durch die lange Überfahrt weiterhin der Kälte ausgesetzt und der starke Wellengang führt zudem dazu, dass viele der Menschen an Bord unter schwerer Seekrankheit leiden, was sie zusätzlich schwächt“, sagt Esther Kurbach weiter.
Sea-Eye e.V. / RNRed