Mit 800 Ladepunkten, elektrischen Bussen und E-Carsharing steht das Vorantreiben der E-Mobilität ganz oben auf der Agenda von Regensburg. Stadt und Landkreis investieren in ÖPNV, Ladeinfrastruktur und Ökostrom. Doch wie umweltfreundlich fährt die Region wirklich – und welche Neuheiten im Bereich der E-Mobilität werden noch ausgebaut?
Der Ausbau der Elektromobilität steht bei der Stadt Regensburg ganz oben auf der Agenda. Autos und Busse sollen zukünftig möglichst elektrisch unterwegs sein – der Umwelt zuliebe. Wir haben die Elektromobilität in der Domstadt unter die Lupe genommen und nachgefragt, wie es mit dem Ausbau im Landkreis aussieht.
Regensburg macht Tempo bei der Ladeinfrastruktur
Die Elektromobilität nimmt in der Stadt Regensburg immer weiter zu. Inzwischen werden rund 800 Ladepunkte der REWAG zu 100 Prozent mit regionalem Ökostrom versorgt. Generiert wird der aus dem Uniper-Wasserkraftwerk in der Nähe des Dultplatzes. Zum direkten Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch rund 40 Ladepunkte, die die elektrischen Autos mit Strom versorgten.
Heute kommen zu den 800 Ladesäulen noch einige hundert hinzu, die auf Firmengeländen angesiedelt sind und den jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung stehen. Auch beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) haben die REWAG und das Stadtwerk.Regensburg in den vergangenen zehn Jahren stark an der Elektromobilität gearbeitet. 2017 startete die erste rein elektrische Buslinie Deutschlands – der Altstadtbus Emil.
Dieser wurde sehr gut angenommen, bestätigt auch Martin Gottschalk, Sprecher des Unternehmensverbundes das Stadtwerk.Regensburg und der REWAG. „Durch seine prägnante Farbgebung und die besonderen Fahrzeuge“ sei er mittlerweile sehr bekannt. Mit den kleineren, leisen und umweltfreundlichen Bussen sei auch die Akzeptanz in der Bevölkerung deutlich gestiegen.
Was für die Menschen eine kostenlose Mitfahrgelegenheit in der Altstadt darstellt, kostet das Stadtwerk.Regensburg 25.000 Euro im Jahr – das geht aus einem Beschluss des Regensburger Sitzungsdienstes hervor.
Heute sind neben dem Emil bereits 36 rein elektrische Busse im Einsatz. „Die Differenz zwischen der Anzahl an Diesel-Fahrzeugen und elektrisch betriebenen Bussen wird von Jahr zu Jahr kleiner, da immer mehr Elektrobusse eingesetzt werden“, erklärt Gottschalk. Dank der frühen Erfahrung mit der Elektromobilität könne man sich trauen, diese noch stärker in den Betrieb zu integrieren, beteuert er.

Die elektrischen Busse nehmen in der Domstadt zu. © Simon Gehr
Die Ladeinfrastruktur wächst weiter – auch im Landkreis?
Auch der Landkreis baut das Konzept der E-Mobilität weiter aus. So wurden in der Region innerhalb von fünf Jahren rund 60 Ladesäulen mit 120 Ladepunkten aufgestellt. Ein Emil-Konzept für den Landkreis ist bisher noch nicht in Planung.
Das Ziel der REWAG: bis 2035 soll der ÖPNV in Regensburg zu 100 Prozent emissionsfrei sein. So sollen alle Busse ohne Diesel und Benzin fahren – für den Landkreis entscheidet die ansässige Gesellschaft für Nahverkehr (GfN) die Ziele und Planungen im Bereich der Elektromobilität. Ein emissionsfreier ÖPNV ist nur eines der Ziele der REWAG. Hinzu kommt die stetige Suche nach geeigneten Standorten für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Stadt. „Mit Blick auf Wohngebiete muss man berücksichtigen, dass dort, wo viele Einfamilienhäuser oder Häuser mit eigenen Stellplätzen oder Garagen vorhanden sind, ein Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur nur bedingt Sinn macht, da potenzielle Ladeplätze auf den jeweiligen Grundstücken bereits vorhanden sind“, erklärt er. Für die REWAG seien Standorte wie Mehrparteienhäuser die sinnvollste Investi-tion, um den Menschen das Laden ihrer elektrischen Autos zu ermöglichen.
E-Carsharing: Die Alternative zum (emissionsfreien) ÖPNV
Neben den emissionsfreien Bussen gibt es eine weitere Alternative, die das Stadtwerk.Earl – zugehörig zum Unternehmen das Stadtwerk.Regensburg – initiiert hat: Das E-Carsharing. Menschen, die kurzfristig ein Auto benötigen und die Umwelt schonen wollen, können das innovative Konzept nutzen. Zahlreiche elektrische Autos warten an 28 verschiedenen Standorten in Regensburg und an drei zusätzlichen in Straubing darauf, dass sich jemand hinter das Steuer setzt. Die Fahrzeuge stehen zur kostenlosen Nutzung bereit und werden ebenfalls zu 100 Prozent mit Ökostrom geladen.

Der BMW i3 wartet in der Domstadt auf seinen nächsten E-Carsharing Auftrag. © Hanno Meier.
An folgenden Standorten ist der das Stadtwerk.Earl (ein VW ID.3, Nissan eNV200, BMW i3 oder Renault ZOE) in der Domstadt zu finden:
- Graf-Zeppelin-Straße
- Theresienweg
- Burgweinting Bahnhof
- Ostengasse
- Kumpfmühl
- Karl-Stier-Straße
- Aussiger Straße
- Emmeramsplatz
- Jakobstor
- Glashüttenstraße/Brandlberg
- Regensburg Hauptbahnhof
- Paracelsusstraße
- Parkhaus am Dachauplatz
- Parkhaus im Petersweg
- Weichs
- Stadtamhof
- Universität Regensburg
- TechCampus
- Candis
- Wöhrdstraße
- Mobilitätsdrehscheibe am
- Unteren Wöhrd
- Lieblstraße
- Das Stadtwerk.Hallenbad
- R-Werk
- Burgweinting
- Gerlichstraße
- REZ-Prüfening
- Rennweg
- Stadtwerke Straubing
- Amselstraße Straubing
- Felix-Hölzl-Straße Straubing
Die Zukunft der Elektromobilität in Regensburg
Weitere Visionen der REWAG sind bisher noch unter Verschluss. Die Umsetzung neuer Projekte hänge von bestimmten Rahmenbedingungen ab, über die sich Martin Gottschalk noch nicht äußern kann. Doch eines ist sicher: Die E-Ladeinfrastruktur und der ÖPNV werden durch weitere emissionsfreie Fahrzeuge ausgebaut. „Darüber hinaus werden autonome Fahrzeuge und deren möglicher Einsatz im Stadtgebiet getestet“, schließt Gottschalk ab.
Regensburg ebnet den Weg zur emissionsfreien Mobilität
Die Elektromobilität schreitet in der Stadt Regensburg voran. Mit der wachsenden Flotte von rein elektrischen Bussen setzten die REWAG und das Stadtwerk.Regensburg ein Zeichen für den umweltfreundlichen Verkehr. Ergänzt wird das Konzept durch innovative Lösungen wie das E-Carsharing, das Bürgerinnen und Bürgern eine flexible und nachhaltige Mobilität ermöglicht. Die Domstadt zeigt: Elektromobilität ist nicht nur Zukunftsmusik, sondern bereits Realität.
Sarah SollederI filter Magazin