Zum 30. Jubiläum der Betriebsbörse lud die Handwerkskammer zu einem Vortragsabend zu den Themen Betriebsnachfolge und KI im Handwerkeralltag ein. Expertinnen und Experten gaben praxisnahe Einblicke, wie Betriebsübergaben gelingen und KI-Tools den Arbeitsalltag im Handwerk zukunftssicher machen können.
30 Jahre schon hilft die Betriebsbörse Handwerkern bei der Übergabe und Übernahme von Handwerksbetrieben – von guten Händen in gute Hände. Die Handwerkskammer nahm das zum Anlass, zu einem Vortragsabend unter dem Motto „Mit Vollgas in die Zukunft“ einzuladen. Am Montag ging es dabei um Betriebsnachfolge, Betriebsbörse und KI im Handwerk. Betriebsberater Horst Zaglauer hatte als erster Referent gute Tipps, wie eine Übernahme frühzeitig und gut geplant werden kann und welche Fallstricke dabei zu beachten sind.
Betriebsübergabe leicht gemacht
„Soll ein Betrieb komplett übergeben und/oder verkauft werden, muss er nicht nur gut dastehen, sondern es ist auch wichtig, dass die Übergebenden realistisch bleiben, und nicht an irgendeiner Zahl festhalten, die in ihrem Umfeld vielleicht einmal aufgeworfen wurde“, erklärte Zaglauer bei seinem Vortrag. „Die Handwerkskammer kann Ihnen helfen. Wir bieten für unsere Mitglieder eine kostenlose Bewertung an. Das hilft dann sowohl bei einer familieninternen Übergabe als auch bei einer Veräußerung an Nachfolger außerhalb der Familie.“ Zaglauer leitete damit zu einem der stärksten Hilfe-Tools der Handwerkskammer, der Betriebsbörse, über. Diese stellte Bereichsleiter Andreas Keller den rund 100 Zuhörern in den Seminarräumen der Handwerkskammer vor. „Das ist ein kleiner Werbeblock, zugegeben, aber ein ganz besonderer: Dieses Angebot ist für Sie als Handwerker hundertprozentig kostenlos!“, scherzte Keller zu Beginn. Er stellte kurz die wichtigsten Errungenschaften der letzten 30 Jahre Betriebsbörse vor und zeigte den Anwesenden dann in einer Schritt-für-Schritt-Erklärung, wie sie selbst ein Inserat bei der Betriebsbörse erstellen können – neuerdings auch mit der Unterstützung von KI.
KI im Handwerkeralltag – Schlau angewandt
In einem dritten Vortrag stellte HWK-Betriebsberater Mario Göhring Chancen, Risiken, Strategien und Praxisbeispiele vor. Ein besonderer Fokus lag auf dem „Prompten“ – also auf der richtigen Textanleitung, mit dem Ziel, die bestmöglichen Ergebnisse von generativen KIs zu erhalten. In einem Beispiel wurde die KI angewiesen, aus der Perspektive eines Malermeisters den Unterschied zwischen Farbtypen zu erklären. In seinem Vortrag betonte Göhring dabei: „Die KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für Ihre handwerkliche Expertise!“ Ganz praktisch waren auch die abschließenden Tipps zum datenschutzkonformen Umgang mit KI-Tools. „Grundsätzlich empfehlen wir: Geben Sie niemals vertrauliche Daten Ihres Unternehmens oder Kundendaten in öffentliche KI-Modelle ein!“
Er empfahl den Zuhörern im Selbstversuch KI-Kompetenzen aufzubauen, dabei die Mitarbeitenden mitzunehmen, und sich nicht zu scheuen, Beratung zu suchen und das eigene Wissen mit anderen Handwerkern zu teilen. „KI ist kein Zukunftsthema – sie ist längst Alltag. Neu ist vor allem, dass wir sie jetzt sehen und bewusst nutzen.“
Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz / RNRed