Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlungen aktualisiert – mit teils überraschenden Neuerungen. Von einem neuen mRNA-Impfstoff bis hin zu Änderungen bei Meningokokken und Grippe: Hier finden Sie einen kompakten Überblick, was jetzt wichtig ist und wer besonders betroffen ist.
Ein bisschen was hat sich getan in den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Hier ein kleiner Überblick über die relevantesten und teils auch kuriosen Änderungen.
RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus):
Diese vermeintlich harmlose Erkältung kann vor allem sehr jungen und besonders alten Mitmenschen Kummer machen und oft gefährliche Krankheitsverläufe verursachen, die nicht selten in einen Krankenhausaufenthalt münden. Bislang war eine Impfung für Personen ab 75 Jahren empfohlen. Außerdem für Menschen zwischen 60 und 74 Jahren, die an einer „relevant beeinträchtigenden Grunderkrankung“ leiden (siehe Kasten!) oder in einer Pflegeeinrichtung leben. Die STIKO empfahl bislang zwei Totimpfstoffe, also Impfstoffe, die unschädlich gemachte Erreger oder Teile von ihnen enthielten. Einer davon war zusätzlich angemischt mit einem sogenannten Adjuvans, einem zugesetzten Wirkverstärker. Zu dieser Empfehlung gesellt sich seit diesen Jahr ein mRNA-Impfstoff: ein Impfstoff, der eine Anleitung für ein virales Protein enthält. Der Körper baut dieses Protein nach Einbringen nach und das Immunsystem reagiert darauf, indem es eine Abwehr gegen dieses bildet. Neugeborene und Säuglinge erhalten weiterhin eine passive Immunisierung, also eine direkte Gabe von Antikörpern (Immunglobulinen). Üblicherweise sollte die Impfung im Frühherbst vor der RSV-Saison erfolgen, die ihren Höhepunkt von Oktober bis März hat. In genannten Konstellationen erfolgt die Kostenübernahme über die Kasse.
Relevant beeinträchtigende Grunderkrankungen
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Herpes Zoster:
Geändert hat sich die Indikation für eine Impfung mit dem seit 2019 empfohlenen Impfstoff gegen die Gürtelrose. Die Empfehlung zur Impfung ab dem 60. Lebensjahr wurde um eine Empfehlung zur Impfung für Menschen ab dem 18. Lebensjahr mit besonderen Grunderkrankungen erweitert: nämlich für solche Personen, die eine angeborene oder erworbenene Immunschwäche haben oder eine schwere Ausprägung einer chronischen Grunderkrankung. Es reicht hier nicht mehr, nur eine „leichte oder unkomplizierte“ Verlaufsform zu haben oder eine solche, die auf eine medikamentöse Therapie gut anspricht. Um das STIKO-Kriterium für die Kosten-übernahme durch die Kassen zu erfüllen, muss ein schwerer Verin der Oberpfalzlauf vorliegen, da nur dieser mit einem erhöhten Risiko für die Ent-wicklung eines Herpes Zoster-Ausbruchs verbunden ist. Wie weit eine Impfung für Sie Sinn macht, gilt es sorgfältig mit dem Arzt Ihrer Wahl zu prüfen, um nicht auf den doch nicht zu vernachlässigenden Kosten für die zweimalige Impfung sitzen zu bleiben.
Meningokokken:
Auch hier hat sich die Empfehlung zur Impfung geändert: Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren sollen seit Januar 2026 eine Impfung mit einem quadrivalenten Konjugat-Impfstoff, also einem solchen, der gegen vier Gruppen der Neisseria meningitidis-Bakterien, nämlich A, C, W und Y, hilft, erhalten. Bis zum 25. Lebensjahr kann diese Impfung nachgeholt werden, falls zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erfolgt. Die Standard-Impfung gegen die Meningokokken der Gruppe C im Alter von zwölf Monaten wurde aus dem Programm gestrichen. Die Ursache dafür ist eine Veränderung der lokalen Infektionsraten. Früher häufiger vertretene, gefährliche Bakterienstämme haben das Feld denen überlassen, gegen die jetzt geimpft werden sollte!
Influenza:
Durch die weltweit zunehmende Ausbreitung einer hochansteckenden Influenza-Variante mit der Bezeichnung H5Nx bei Vögeln und zunehmendem Nachweis dieser Variante in Säugetieren erfolgte die Ausweitung der Empfehlung für die Durchführung einer Impfung vor der kommenden Saison im Herbst und Winter: Personen aller Altersklassen, die im häuslichen Umfeld oder arbeitsbedingt in der Oberpfalzbedingt häufigen Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln (frei und gehalten) und Robben haben, sollten sich laut STIKO neben den bisher bekannten Personengruppen (Personen über 60 Jahre, chronisch Erkrankte etc.) auch standardmäßig gegen Grippe impfen lassen. Gut zu wissen!
Heinz Lehmann I filter Magazin