Die Illegale Müllentsorgung entlang der Straßen im Landkreis Regensburg nimmt mittlerweile extrem zu. Jährlich fallen rund 80 Tonnen Abfall an, die nicht nur die Umwelt erheblich belasten. Hoher Personalaufwand und steigende Kosten zeigen: Das Problem hat ein kritisches Ausmaß erreicht.
Die Vermüllung entlang der Bundes-, Staats- und Kreisstraßen nimmt weiter zu und stellt den Freistaat Bayern und den Landkreis Regensburg als Straßenbaulastträger vor enorme Herausforderungen. Auf einem Straßennetz von insgesamt 744 Kilometern – 53 km Bundesstraßen, 356 km Staatsstraßen und 335 km Kreisstraßen – werden jährlich rund 80 Tonnen Abfall illegal entsorgt oder achtlos aus Fahrzeugen geworfen. Die Folgen sind nicht nur ein erhebliches Umweltproblem, sondern auch eine massive finanzielle Belastung für die öffentliche Hand. Allein die Entsorgungskosten belaufen sich bei 260 t auf insgesamt 20.800 Euro pro Jahr. Anfallende Personal- und Logistikkosten sind hierbei nicht berücksichtigt.
Hoher Personaleinsatz im Frühjahr
Um der Lage Herr zu werden, sind insbesondere im Frühjahr große Reinigungseinsätze erforderlich. Insgesamt 30 Straßenwärter sind dabei über einen Zeitraum von vier Wochen im Einsatz. Bei einer Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden entspricht dies einem Gesamtaufwand von 4.620 Arbeitsstunden, die ausschließlich für das Einsammeln von Müll entlang der Straßen aufgewendet werden. Trotz dieses erheblichen Engagements reicht die eigene Personalkapazität nicht aus. Daher müssen zusätzlich externe Firmen beauftragt werden, um die Müllmengen bewältigen zu können.
Hotspot Kneiting besonders betroffen
Ein Schwerpunkt der illegalen Müllentsorgung liegt im Bereich Kneiting/Gemeinde Pettendorf. Dort wird seit geraumer Zeit massiv Müll entsorgt. Um dem entgegenzuwirken, wurde bereits eine spezielle Hinweisbeschilderung installiert, die auf das Problem aufmerksam machen und sensibilisieren soll.
„Der Werteverfall in unserer Gesellschaft spiegelt sich leider auch in der Respektlosigkeit gegenüber unserer Natur wider. Neben den entstehenden Kosten ist die Geringschätzung der Umwelt und der Allgemeinheit nicht akzeptabel“, beschreibt Dr. Richard Bosl, stellvertretender Bereichsleiter Straßenbau, die Situation.
Rechtliche Konsequenzen drohen
Illegale Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt. Je nach Art und Umfang handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) oder sogar um eine Straftat nach Strafgesetzbuch (StGB). Bereits kleinere Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden. In schweren Fällen – etwa bei größeren Ablagerungen oder der Entsorgung gefährlicher Abfälle – drohen strafrechtliche Konsequenzen, die bis hin zu Geld- oder Freiheitsstrafen reichen können.
Auch das Wegwerfen von Müll aus dem Autofenster stellt eine Ordnungswidrigkeit nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) dar und kann entsprechend sanktioniert werden. Kommt es hierbei zu einer konkreten Gefährdung des Straßenverkehrs, kann dies nach StGB mit Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden.
Appell an die Bevölkerung
Das Staatliche Bauamt Regensburg und der Landkreis Regensburg richten daher einen eindringlichen Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: Müll gehört nicht in die Natur. Jeder Einzelne ist gefordert, seinen Beitrag zum Schutz der Umwelt zu leisten und Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Nur durch gemeinsames Handeln kann verhindert werden, dass die Belastung für Umwelt, Kommunen und letztlich die Allgemeinheit weiter steigt.
Staatliches Bauamt Regensburg / RNRed