Unsere Zähne sind ein Spiegel unserer Gesundheit. Eine unausgeglichene Mundflora kann Entzündungen im ganzen Körper fördern und steht unter anderem mit Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung. Wie Sie Ihre Zähne und Ihren gesamten Körper schützen können, erfahren Sie hier.
Gesund und fit in den April – dabei sollte nicht nur auf die Stärkung des Immunsystems oder den regelmäßigen Besuch im Fitnessstudio geachtet werden. Auch eine intakte Mundflora spielt eine zentrale Rolle für die allgemeine Gesundheit. Erkrankungen im Mundraum können nicht nur ein lokales Problem sein, sondern Hinweise auf gesundheitliche Probleme geben und den gesamten Körper beeinflussen.
Wie die Zähne den Körper krank machen können
Im Mundraum befinden sich zahlreiche Bakterien, die Teil einer normalen und gesunden Mundflora sind. Durch eine zuckerreiche Ernährung und mangelnde Mundhygiene kann das empfindliche Gleichgewicht jedoch gestört werden und schädliche Bakterien Überhand nehmen.
Das kann zu einer Parodontitis – einer bakteriellen Entzündung des Zahnhalteapparates – führen, die auch die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen kann.
Nach Angaben der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) beeinflussen sich Parodontitis und Diabetes gegenseitig. Eine bestehende Parodontitis kann die Blutzuckerkontrolle erschweren, da sich die Entzündung im Zahnfleisch negativ auf den gesamten Stoffwechsel auswirkt. Gleichzeitig gilt: Bei einem schlecht eingestellten Blutzucker können die entzündlichen Prozesse im Mundraum verstärkt werden und somit den Verlauf einer Parodontitis weiter verschlechtern.
Darüber hinaus weist die Bundeszahnärztekammer auf den Zusammenhang zwischen Herzinfarkten oder Schlaganfällen und Parodontitis hin. Bei Menschen mit Parodontitis ist die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht. Der Grund: Krankheitserreger und entzündungsfördernde Stoffe aus dem erkrankten Zahnfleisch können in den Blutkreislauf gelangen und dort systemische Entzündungsprozesse begünstigen oder verstärken.
So bleibt nicht nur die Mundflora gesund
Damit die Mundflora und auch die allgemeine Gesundheit im Gleichgewicht bleiben, kann man sich an den vier Säulen der Mundhygiene orientieren:
Eine zahngesunde und ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Grundstein für die Mundgesundheit. Besonders empfehlenswert sind Milchprodukte, Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse. Eine zuckerreiche Ernährung sollte möglichst vermieden werden, da Zucker von den im Mund lebenden Bakterien in Säure umgewandelt wird, die den Zahnschmelz angreifen und die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen können.
Fluoride stärken den Zahnschmelz und schützen die Zähne vor schädlichen Einflüssen wie Zucker oder Säuren. Weiterhin hemmen sie das Wachstum von Bakterien. Zur Stärkung der Zahnsubstanz kann eine professionelle Fluoridierung bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt durchgeführt werden.
Eine regelmäßige Mundhygiene ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine gesunde Mundflora. Die Zähne sollten mindestens zweimal täglich geputzt werden – mithilfe von Zahnseide und Interdentalbürsten können die Zahnzwischenräume von Essensresten befreit werden.
Zahnärztlichen Vorsorgetermine sind ebenfalls unerlässlich. Erwachsene sollten etwa ein- bis zweimal pro Jahr eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen lassen, um Zahnstein zu entfernen. Außerdem können Karies und Parodontitis dank einer Kontrolluntersuchung frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Eine gesunde Mundflora ist nicht nur für den Zahnhalteapparat wichtig. Sie kann auch Einfluss auf Herz und Kreislauf nehmen. Durch gründliche Mundhygiene, eine ausgewogene Ernährung, eine Fluoridierung bei der Zahnärztin oder beim Zahnarzt sowie regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen investieren Sie nicht nur in eine gesunde Mundflora, sondern auch in einen gesunden Körper.
Sarah Solleder I filter Magazin