Gestern hat am Hauptbahnhof Regensburg ein Schaulustiger einen Rettungseinsatz gefilmt. Als Bundespolizisten den 55-Jährigen daran hindern wollten, eskalierte die Situation. Der Deutsche griff einen Beamten tätlich an.
Am Donnerstagabend, den 09. April, gegen 21.10 Uhr stürzte eine Reisende am Hauptbahnhof Regensburg und musste deswegen von Rettungskräften medizinisch versorgt werden. Zum Schutz der Privatsphäre der Verletzten errichteten Bundespolizisten einen Sichtschutz. Während des Rettungseinsatzes bemerkten die Beamten einen Mann, der das Einsatzgeschehen filmte. Die Bundespolizisten forderten den Mann mehrmals auf, das Filmen zu unterlassen und den Bereich zu verlassen. Als der Mann den Aufforderungen nicht nachkam, sollte dessen Identität festgestellt werden. Doch der Unbekannte wollte weder einen Ausweis vorzeigen noch Angaben zu seiner Person machen.
Bodycam zeichnet Verhalten des 55-Jährigen auf
Daraufhin nahmen die Bundespolizisten den Mann mit zum Bundespolizeirevier Regensburg. Auf dem Weg dorthin beleidigte er die Beamten und verhielt sich so aggressiv, dass er gefesselt werden musste. Die Bundespolizisten aktivierten deshalb die Bodycam. Doch der Mann beruhigte sich keineswegs.
Unterwegs zur Dienststelle trat er einem Beamten mehrmals gegen das Schienbein. Während der Mitnahme zum Revier versuchte sich der Mann absichtlich die Treppen hinunter fallen zu lassen. Im weiteren Verlauf sperrte er sich gegen das Weitergehen und versuchte noch mehrmals, sich fallen zu lassen.
Die Beteiligten an dem Vorfall erlitten keine sichtbaren Verletzungen.
Auf der Dienststelle konnte die Identität des Mannes schließlich festgestellt werden.
Das Bundespolizeirevier Regensburg leitete Ermittlungen wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen, tätlichen Angriffs, Beleidigung und Verweigerung der Angaben zur Person ein.
Der 55-jährige Deutsche verweigerte den Atemalkoholtest. Die Staatsanwaltschaft Regensburg ordnete eine Blutentnahme und die Beschlagnahme des Handys an. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen setzten die Beamten den 55-Jährigen auf freien Fuß.
Bundespolizeiinspektion Waldmünchen / RNRed