Das Bildungszentrum der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Regensburg erhält eine Förderung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums von 840.000 Euro. Die Mittel fließen in moderne Maschinen und Technik, um die Ausbildung im Handwerk zukunftssicher zu gestalten und Fachkräfte auf neue Anforderungen vorzubereiten.
Die insgesamt elf Bildungszentren der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz sind Ostbayerns Talentschmieden des Handwerks. In den Werkstätten und Lehrsälen des Regensburger Bildungszentrums finden jedes Jahr zahlreiche Meisterkurse sowie Fort- und Weiterbildungen statt. Hunderte Auszubildende werden dort – neben den Lernorten Betrieb und Berufsschule – im Rahmen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) beruflich qualifiziert.
Millionenbeträge für die berufliche Bildung
„Unsere Bildungszentren müssen technisch immer auf dem neuesten Stand gehalten werden. Deshalb investiert die Handwerkskammer jährlich Millionenbeträge in die Ausstattung und Modernisierung ihrer Häuser“, machte Hans Schmidt, stellvertretender HWK-Hauptgeschäftsführer, am gestrigen Donnerstag im Regensburger HWK-Bildungszentrum deutlich. Dort nahm er von Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt Förderbescheide für ergänzende Ausstattungen des Bildungszentrums entgegen.
Ermöglicht werden Investitionen mit einem förderfähigen Gesamtvolumen in Höhe von knapp zwei Millionen Euro. Das Bayerische Wirtschaftsministerium fördert das Bildungszentrum Regensburg mit knapp 840.000 Euro aus Landes- und EU-Mitteln, diese verteilen sich auf Gewerbeförderungsmittel des Landes in Höhe von rund 434.000 Euro sowie auf EFRE-Mittel des Landes in Höhe von rund 404.000 Euro. Die restlichen Investitionskosten werden aus Bundes- und Eigenmitteln der Handwerkskammer finanziert.
„Unser leistungsstarkes Handwerk braucht einen kräftigen Hebel, um allzeit optimal hinlangen zu können. Dieser kräftige Hebel ist die berufliche Bildung. Deshalb wollen wir durch technologisch und digital hochmoderne Ausstattung gemeinsam mit der Handwerkskammer das Bildungszentrum Regensburg zu einem Gravitationspunkt für High-Tech und High-Service im Handwerk weiterentwickeln. Damit sehen wir hier in Regensburg einen echten Schulterschluss der beruflichen Bildung des Handwerks und der akademischen Bildung“, sagte Gotthardt bei einem Rundgang durch die Werkstätten.
„Investitionsstau können wir uns nicht leisten“
Hans Schmidt freute sich über die Unterstützung: „Die Ausbildung im Handwerk ist wegen neuer Technologien, Digitalisierung, Robotik und KI ständigen Veränderungen und neuen Anforderungen unterworfen. Deshalb sind wir auf Fördermittel aus Bund und Land dringend angewiesen. Einen Investitionsstau können wir uns gerade im Ausbildungsbereich nicht leisten.“
Auch der Leiter des Regensburger Bildungszentrums, Benjamin Spiegler, unterstrich die Notwendigkeit kontinuierlicher Investitionen. Dadurch könne die Attraktivität und Qualität einer handwerklichen Ausbildung für die „dringend benötigten Fachkräfte von morgen“ verbessert werden. „Diese Investitionen sind kein Luxus. Die Aktualisierung unserer Schulausstattung stellt vielmehr die notwendige Antwort auf sich stetig ändernde Herausforderungen im Handwerk dar.“
Neue Maschinen und Trainingssysteme angeschafft
Die Gelder werden im Regensburger Bildungszentrum gut angelegt. Unter anderem soll für den Maschinenraum der Zimmerer eine kamerabasierte Sicherheits-Formatkreissäge für rund 83.000 Euro angeschafft werden. Benjamin Spiegler: „Das Highlight des Geräts ist eine integrierte Kamera, die menschliche Finger sofort erkennt und das Sägeblatt in Sekundenbruchteilen im Sägebett verschwinden lässt, noch bevor eine Verletzung entstehen kann.“
Die Ausbilder im Bereich Elektrik wiederum können künftig mit einem Trainingspaket „Smarte Wärmepumpe“ für rund 25.000 Euro arbeiten. Es ermöglicht das Testen und Prüfen in modernen Systemen in Kombination mit PV-Anlagen und Speicher. Für Benjamin Spiegler eine besonders lohnende Investition, denn: „Die Energiewende findet im Heizungskeller statt. Dieses Paket ist eine direkte Antwort auf neue Prüfungsverordnungen und daher für zukünftige Fachkräfte im Elektrohandwerk unerlässlich.“
Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz / RNRed