Die OTH Regensburg gewinnt mit dem DAAD-Programm „Academic Horizons – Attracting Global Minds““ gezielt internationale Studierende für die Halbleiterbranche. Ziel ist es, Fachkräfte in Mikrosystemtechnik auszubilden und damit Forschung und Wirtschaft zu stärken.
Ob Smartphone, Auto oder Medizintechnik: Ohne Mikrochips steht die moderne Industrie still. Gleichzeitig fehlen in der Halbleiterbranche weltweit dringend hochqualifizierte Fachkräfte. Genau hier setzt die OTH Regensburg an: Mit einer neuen Förderung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gewinnt sie gezielt internationale Talente für Studium, Forschung und Arbeitsmarkt in Ostbayern.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt ein typischer Karriereweg, den die Hochschule künftig noch gezielter ermöglichen will: Ein Bachelorabsolvent aus Malaysia oder Singapur kommt für den Master in Mikrosystemtechnik nach Regensburg, sammelt über Praktika erste Erfahrungen in regionalen Hightech-Unternehmen und bleibt nach einer Promotion als dringend gesuchte Fachkraft in der Region.
OTH Regensburg eine von 20 ausgewählten Hochschulen
Die OTH Regensburg gehört zu den bundesweit 20 ausgewählten Hochschulen, die im renommierten Förderprogramm „Academic Horizons – Attracting Global Minds“ des DAAD unterstützt werden. Die Förderung läuft von 2026 bis 2029 und ist Teil des „1.000 Köpfe-Plus-Programms“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Damit zählt die OTH Regensburg zu einem exklusiven Kreis: Unter den geförderten Einrichtungen befinden sich 17 Universitäten, darunter mehrere Exzellenzuniversitäten, sowie nur drei Hochschulen für angewandte Wissenschaften. In Bayern wurden neben der OTH Regensburg lediglich die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Technische Hochschule Ingolstadt ausgewählt.
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume betont: „Mikrochips sind die Schlüsseltechnologie unserer Zeit – und die klügsten Köpfe ihr wichtigster Rohstoff. Dass die OTH Regensburg zu den bundesweit nur 20 ausgewählten Hochschulen gehört, ist ein starkes Signal: Bayern ist Magnet für Talente und Heimat für Innovation. Mit der Hightech Agenda Bayern investieren wir konsequent in Zukunftstechnologien und schaffen die besten Bedingungen dafür, dass internationale Nachwuchstalente hier studieren, forschen und ihre Ideen verwirklichen. So stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und sichern Wohlstand für die nächste Generation.“
„Diese Förderung zeigt, dass wir mit unserem internationalen Profil und unseren Forschungsfeldern genau die richtigen Schwerpunkte setzen“, sagt Prof. Dr. Oliver Steffens, Vizepräsident für Internationales und Forschung an der OTH Regensburg.
Im Zentrum des geförderten Projekts steht der gezielte Aufbau internationaler Nachwuchstalente in den strategisch besonders relevanten Zukunftsfeldern Mikrosystemtechnik und Halbleitertechnologie. Die OTH Regensburg setzt dabei auf ihr etabliertes Profil im Masterstudiengang Electrical and Microsystems Engineering (MEM) sowie auf interdisziplinäre Zusammenarbeit, insbesondere mit der Fakultät Elektro- und Informationstechnik.
Mit dem Projekt „Global Semiconductor Excellence – International Graduate Talent Programme (G-Step)“ werden gezielt internationale Bachelorabsolventinnen und -absolventen für ein Masterstudium und eine anschließende Promotion gewonnen. Ein besonderer Fokus liegt auf Partneruniversitäten in Malaysia und Singapur.
Aufbau auf gewachsenen internationalen Partnerschaften
Die Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften (ANK) kann dabei auf eine starke Basis zurückgreifen: Langjährige Kooperationen mit Hochschulen in Malaysia und Singapur wurden bereits im Rahmen früherer DAAD-Projekte aufgebaut und werden nun gezielt weiterentwickelt. Geplant sind unter anderem Doppelabschlussprogramme, gemeinsame Forschungsprojekte sowie eine intensive Betreuung von Studierenden über alle Qualifikationsstufen hinweg.
Entwickelt und getragen wird das Vorhaben von einem engagierten Team an der OTH Regensburg: Prof. Dr. Corinna Kaulen bringt ihre fachliche Expertise insbesondere in der Mikrosystemtechnik und Halbleitertechnologie ein und begleitet die wissenschaftliche Ausrichtung. Gudrun Seebauer, Referentin für Internationales der Fakultät ANK, knüpft an langjährige internationale Kooperationen an – insbesondere mit Partnerhochschulen in Malaysia, die sie bereits in früheren DAAD-Projekten aufgebaut hat. Lina Krug, Fakultätsassistentin und Verantwortliche für das Projekt MEM-Gate, war maßgeblich an der Konzeption und Antragstellung beteiligt und treibt die operative Umsetzung voran. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, internationale Talente gezielt zu fördern und ihnen in Regensburg eine langfristige Perspektive zu eröffnen.
Intensive Sprachförderung und persönliche Betreuung
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die intensive fachliche Einführung, die durch Professorinnen und Professoren als Mentorinnen und Mentoren begleitet wird. Ziel ist es, den internationalen MEM-Studierenden einen strukturierten Einstieg in ihr Studium zu ermöglichen und sie fachlich eng zu unterstützen. Ein besonderes Gewicht liegt auf der engen Anbindung an Industriepartner in Deutschland und Malaysia. Praxisnahe Industrieprojekte sowie Exkursionen zu Forschungseinrichtungen ermöglichen frühzeitig Einblicke in reale Arbeitsfelder und fördern den direkten Austausch mit der Praxis. Ergänzt wird dieses Angebot durch das Projekt OTH Bridge mit interkulturellen Trainings, extracurricularer Sprachförderung und Firmenexkursionen.
„Unser Ansatz ist ein echtes Rundumpaket“, sagt Gudrun Seebauer. „Wir kombinieren fachliche Qualifizierung mit intensiver Sprachförderung, interkulturellen Trainings und persönlicher Betreuung. Gerade das Deutschlernen spielt eine Schlüsselrolle und gelingt am besten im Alltag und im direkten Austausch.“
Beitrag zur Hightech Agenda und zur regionalen Wirtschaft
Mit dem Projekt baut die OTH Regensburg zugleich ihre Aktivitäten im Rahmen der Hightech Agenda (HTA) Bayern weiter aus und stärkt gezielt Zukunftsfelder wie die Halbleiter- und Mikrosystemtechnik – zentrale Branchen für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Viele der internationalen Absolventinnen und Absolventen haben das Potenzial, langfristig in der Region zu bleiben und zur Fachkräftesicherung in Ostbayern beizutragen. Gerade für technologiegetriebene Unternehmen ist die enge Verzahnung von Ausbildung, Integration und Praxis ein entscheidender Standortfaktor.
Die Förderung startete am 1. Mai 2026 und läuft bis Ende 2029. Erste Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen bereits im Wintersemester 2026/27 ihr Studium an der OTH Regensburg aufnehmen.
OTH Regensburg / RNRed