Die Doktorandin Zeineb Sassi von der Universität Regensburg gehört zu den weltweit ausgewählten Early-Career-Forschenden der Lindauer Nobelpreistagung. Dort präsentiert sie ihre Forschung: Die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) in medizinischen Entscheidungen.
Besondere Auszeichnung für eine Early-Career-Forscherin an der Universität Regensburg: Die Doktorandin Zeineb Sassi vom Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin wurde zur Teilnahme am 75. Lindauer Nobelpreisträgertreffen eingeladen. Das renommierte Wissenschaftsforum bringt Nobelpreisträger mit herausragenden Early-Career-Forschern aus aller Welt zusammen und gilt als eine der bedeutendsten internationalen Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch.
„Next Generation in Life Science“
Sassi gehört zu rund 600 jungen Forschenden weltweit, die in einem mehrstufigen internationalen Auswahlverfahren für die Teilnahme ausgewählt wurden. Darüber hinaus zählt sie zu lediglich zwölf Early-Career-Forschenden, die ihre Forschung im Rahmen der Präsentationsreihe „Next Generation in Life Science“ vorstellen dürfen.
Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die Frage, wie Patientinnen und Patienten den Einsatz von KI in medizinischen Entscheidungssituationen erleben. In ihrer Dissertation untersucht sie insbesondere die Rolle von KI-basierten Entscheidungsunterstützungssystemen in der Transplantationsmedizin. Dabei verbindet sie Perspektiven aus der Psychologie und der medizinischen Informatik.
Für Ihr Promotionsprojekt befragte Sassi nierentransplantierte Patientinnen und Patienten, die während ihrer Nachsorge mit einem KI-basierten Entscheidungsunterstützungssystem arbeiteten. Das System nutzt Methoden des maschinellen Lernens, um individuelle Risiken vorherzusagen und diese Informationen für Ärztinnen und Ärzten aber auch für Patientinnen und Patienten verständlich aufzubereiten. Ziel des Promotionsprojekts ist es, zu verstehen, wie sich die Einbindung und Interaktion von KI auf Vertrauen, Verantwortung und Entscheidungsfindung auswirken.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz von KI weniger von ihrer technischen Leistungsfähigkeit abhängt als von ihrer Einbettung in die klinische Versorgung. Besonders wichtig waren für die Befragten Transparenz, verständliche Erklärungen und die Möglichkeit, KI-basierte Informationen gemeinsam mit ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten zu besprechen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Patientinnen und Patienten der KI zwar eine hohe Kompetenz bei der Analyse großer Datenmengen zuschreiben, menschliche Erfahrung, Empathie und die Berücksichtigung individueller Lebensumstände jedoch weiterhin als unverzichtbar ansehen.
„Die entscheidende Frage ist nicht nur, was KI berechnet, sondern auch, wie ihre Ergebnisse in die Interaktion zwischen Ärzten und Patienten eingebunden werden“, sagt Sassi. „Wenn KI künftig stärker in die medizinische Versorgung integriert wird, müssen wir sicherstellen, dass Transparenz, Vertrauen und Patientenbeteiligung erhalten bleiben.“
Mit ihrer Forschung leistet Sassi einen Beitrag zum Verständnis von Mensch-KI-Interaktionen in der Hochrisikomedizin und zur Entwicklung patientenzentrierter Ansätze für den verantwortungsvollen Einsatz von KI im Gesundheitswesen. Die Einladung nach Lindau würdigt die wissenschaftliche Relevanz dieser Arbeit und eröffnet die Möglichkeit zum Austausch mit führenden Forschenden und Nobelpreisträgern aus aller Welt.
Universität Regensburg / RNRed