Hormone beeinflussen nicht nur Zyklus und Fortpflanzung, sondern spielen auch eine wichtige Rolle für Stimmung, Wohlbefinden und die Stressregulation des Körpers. Die Uni Regensburg startet nun eine Studie, die die Auswirkungen einer Hormonspirale untersucht – und sucht dafür Studienteilnehmerinnen.
Für die Antibabypille gibt es Hinweise darauf, dass sie mit veränderten Stress- und Stimmungsreaktionen einhergehen kann. „Ob und in welcher Weise dies auch für die Hormonspirale zutrifft, wurde bisher jedoch kaum untersucht“, erklärt Psychologin Francisca Horn, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Medizinische Psychologie, Psychologische Diagnostik und Methodenlehre der Universität Regensburg. Horn startet dazu nun eine Studie, für die sie Teilnehmerinnen sucht.
Ökonomischer Schaden durch Stress?
Lehrstuhlinhaberin Professorin Dr. Brigitte M. Kudielka verweist auf den Kontext der Studie: „Stress bzw. stressbezogene Erkrankungen sind ein zentrales gesellschaftliches Problem und verursachen nicht zuletzt enormen ökonomischen Schaden. Das Wissen über die genauen psychischen und biologischen Mechanismen, wie Stress das Risiko z. B. für eine Depression oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung beim Menschen erhöht, ist derzeit allerdings noch sehr fragmentarisch. Unser übergeordnetes Ziel am Lehrstuhl ist es daher, relevante psychobiologische Mechanismen der Stressregulation in einem interdisziplinären und multimethodalen Ansatz aufzudecken.“
Wodurch wird individuelle Stress-Empfindlichkeit beeinflusst?
Unter anderem stellen sich folgende Fragen, so die Professorin: „Welche psychischen, neuronalen, hormonellen und immunologischen Prozesse spielen bei der Entstehung stressbezogener Störungen eine Rolle? Warum entwickeln manche Menschen bei chronischer Stressbelastung eine Störung während andere gegenüber einer scheinbar gleichen Belastung resistent zu sein scheinen? Welche Faktoren beeinflussen diese individuelle Stress-Empfindlichkeit („Vulnerabilität“) bzw. Widerstandsfähigkeit („Resilienz“)?“
Auswirkungen auf Hormonspirale bislang wenig erforscht
„Die Hormonspirale zählt zu den am häufigsten genutzten Verhütungsmethoden in Deutschland. Schätzungsweise 1,5 bis 2 Millionen Frauen verhüten damit (Stand 2025), womit sie nach der Antibabypille die zweithäufigste Verhütungsmethode darstellt. Weltweit stellen die Kupfer- und Hormonspiralen mit 17% die zweithäufigste Form der weiblichen Kontrazeption nach der weiblichen Sterilisation dar. Dennoch ist über mögliche Auswirkungen der Hormonspirale auf Körper und Psyche bislang deutlich weniger bekannt als über die Pille“, erklärt Early-Career-Forscherin Francisca Horn.
Wichtige Forschungslücke schließen
Im Rahmen ihres Forschungsprojekts zu hormonellen Einflüssen auf Stressprozesse untersuchen die Forschenden aktuell, wie die Hormonspirale mit der Stressregulation zusammenhängt. „Ziel ist es, eine wichtige Forschungslücke zu schließen und die wissenschaftliche Datenlage zu einer weit verbreiteten Verhütungsmethode zu erweitern“, so Horn.
Teilnehmerinnen gesucht
Für die Studie werden Frauen ab 18 Jahren gesucht, die mit einer Hormonspirale verhüten: „Mit ihrer Teilnahme leisten die Teilnehmerinnen einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Frauengesundheit und hormoneller Verhütung“, sagt Francisca Horn. Für Rückfragen steht die Psychologin unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Interessierte können hier an einer kurzen Vorbefragung unter teilnehmen. Für die Teilnahme an der Laborstudie (Dauer: circa 160 min) erhalten die Teilnehmerinnen eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro.
Universität Regensburg / RNRed