Wo in Regensburg fehlt es an Schatten und Grün? Mit der Aktion „Cool our Cities“ macht Greenpeace auf aufgeheizte Orte aufmerksam und zeigt, wie Städte mit Begrünung und Entsiegelung lebenswerter werden könnten. Dafür nahmen die Aktiven auch einen „Hitze Hotspot“ in Regensburg in den Blick.
Versiegelte Flächen speichern Hitze, Grünflächen sorgen für Abkühlung: Greenpeace-Aktive haben am Montag, den 3. August, in Regensburg auf die Folgen stark aufgeheizter Stadtbereiche aufmerksam gemacht. Mit der Aktion „Cool our Cities“ will die Organisation zeigen, welche Möglichkeiten Kommunen haben, öffentliche Orte besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
In einer bundesweiten Aktionskarte können Bürgerinnen und Bürger Orte eintragen, an denen aus ihrer Sicht dringend mehr Grün für Abkühlung sorgen sollte. Auch in Regensburg gibt es solche Hinweise: Für den Neupfarrplatz wurden zwölf Einträge gesammelt. Zwei Stellen markierten die Aktivisten symbolisch mit Sprühkreide: „Hier könnte ein Baum stehen“.
Das Synagogendenkmal ist als Ort zum Verweilen gedacht, für Touristen ist er allerdings bei Hitze eine Zumutung. Eine Beschattung sei hier laut Greenpeace dringend erforderlich.
Für die Gesundheit und die Attraktivität der Stadt
Mit dem Projekt „Cool our Cities“ möchte Greenpeace Grünflächen dorthin zurückbringen, wo in den vergangenen Jahren Beton und Asphalt immer mehr Raum eingenommen haben. „Das ist nicht bloß notwendig für die Gesundheit der Anwesenden – es macht auch die Stadt attraktiver und schützt uns vor zunehmenden Extremwetter-Ereignissen wie Hitze und Überschwemmungen.“, sagt Frank Gesche.
Die spontane Hitzeaktion ist Teil einer Reihe von bundesweiten, öffentlichkeitswirksamen Auftritten lokaler Greenpeace-Gruppen, um kommunalpolitische Prozesse voranzutreiben, damit städtische Grünflächen und die Baumüberschirmung wieder wachsen. „Die europaweiten Hitzewellen im Sommer 2026 sind nachweisbar Auswirkung der voranschreitenden Erderhitzung. Um den Auswirkungen entgegenzuwirken, sind Kommunen durch das deutsche Klimaanpassungsgesetz angehalten, Klimaanpassungsstrategien zu erstellen. Auf europäischer Ebene wurde die Natur-Wiederherstellungsverordnung beschlossen, die für städtische Ökosysteme vorgibt, dass Grünflächen (netto) nicht mehr abnehmen und perspektivisch wachsen müssen“, so Greenpeace. Dafür müsse Deutschland einen Nationalen Wiederherstellungsplan im September vorlegen. Die Kommunen bezeichnete sie als Schlüssel für die Umsetzung.
Hotspots zu kühlenden Grünflächen machen
Mehr als 78 Prozent der Menschen in Deutschland leben in Städten, der Trend ist steigend. Dort sind die Folgen der Klimakrise besonders spürbar: Dunkler Asphalt, Pflastersteine, Gebäude und Autos speichern tagsüber die Hitze und geben sie nachts ab. Die Folge: Städte kühlen kaum noch ab, mit Folgen für die Gesundheit. Alleine in Deutschland gab es aufgrund der Hitzewelle im Juni mehr als 5.000 Menschen Hitzetote. Über 45 Prozent der Siedlungsfläche in Deutschland sind bereits versiegelt und täglich kommen neue Flächen hinzu.
Greenpeace fordert Städte auf, mehr Natur in den urbanen Raum zurückzubringen. Dazu gehören laut der Umweltschutzorganisation mindestens 45 Prozent Grünflächen und ein Baumüberschirmungsgrad von 30 Prozent im besiedelten Stadtgebiet. Außerdem sollen Kommunen Entsiegelungs- und Begrünungspotenziale erfassen, Hitze-Hotspots in kühlende Grünflächen umwandeln sowie Hitzeaktionspläne und Strategien für Klimaanpassung und Biodiversität konsequent umsetzen. Diese Maßnahmen könnten laut Greenpeace etwa durch eine Milliardärssteuer finanziert werden: „Eine Steuer von zwei Prozent auf Vermögen ab 100 Millionen beträfe nicht einmal 5.000 Menschen in Deutschland, besäße richtig umgesetzt aber eine erhebliche ökologische Lenkwirkung“, betont sie.
Greenpeace Regensburg / RNRed