Rund um Regensburg stehen in den kommenden Jahren zahlreiche große Verkehrsprojekte an. Bei der elften Koordinierungsrunde haben Stadt, Landkreis und weitere Beteiligte unter anderem über Autobahnausbau, Bahnprojekte, neue Brücken und die Nordspange beraten.
Zum elften Mal trafen sich die maßgeblichen Akteure der Verkehrsinfrastruktur im Großraum Regensburg zur Koordinierungsrunde „Verkehrsentwicklung Großraum Regensburg“. Auf Einladung der Stadt Regensburg tauschte sich das Lenkungsgremium über die wichtigsten Verkehrsprojekte der kommenden Jahre aus. Im Mittelpunkt standen dabei die enge Abstimmung laufender Planungen sowie die gemeinsame Entwicklung einer leistungsfähigen und nachhaltigen Mobilität für Stadt und Landkreis Regensburg.
Neben Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger und Landrätin Tanja Schweiger nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, der Regierung der Oberpfalz, der Autobahn GmbH des Bundes, des Staatlichen Bauamts Regensburg, der DB InfraGO AG, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, des Regensburger Verkehrsverbunds (RVV), des Landratsamtes Regensburg sowie der Stadt Regensburg teil.
„Mobilität zuverlässig, klimafreundlich und zukunftsfähig gestalten“
„Der Großraum Regensburg wächst dynamisch. Damit steigen auch die Anforderungen an unsere Verkehrsinfrastruktur. Die Koordinierungsrunde zeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist. Nur wenn wir Projekte gemeinsam denken und aufeinander abstimmen, können wir Mobilität zuverlässig, klimafreundlich und zukunftsfähig gestalten“, hob Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger die Bedeutung des Lenkungsgremiums hervor.
Vom sechs-streifigen Ausbau der A 3 bis zu Planungen der Deutschen Bahn
Schwerpunkte der diesjährigen Koordinierungsrunde waren insbesondere:
- Die Fortführung des Mobilitätskonzepts Großraum Regensburg, das die Mobilitäts- und Verkehrsplanung über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg bündelt und mit 45 konkreten Maßnahmen den Weg zu einer vernetzten, sicheren und klimafreundlichen Mobilität aufzeigt, die den Umweltverbund stärken, Pendlerströme besser lenken und die Lebensqualität in der gesamten Region verbessern soll.
- Die Ausbau- und Erneuerungsmaßnahmen auf den Autobahnen A 3 und A 93 mit dem sechs-streifigen Ausbau der A 3 zwischen AS Nittendorf bis AK Regensburg einschließlich eines Ersatzneubaus der Donaubrücke Sinzing sowie dem Ersatzneubau des Kreuzungsbauwerks AK Regensburg und der Unterführungen AS Regensburg Kumpfmühl.
- Die Planungen der Deutschen Bahn für den mehrgleisigen Ausbau zwischen Regensburg und Obertraubling (MARO) sowie neue Bahnhaltepunkte in Stadt und Landkreis.
- Straßenbauprojekte, wie die Ortsumfahrung Niedertraubling, die Erneuerung der rund 520 Meter langen Donaubrücke zwischen Wörth a. D. und Pfatter und der Ausbau der B16 südlich und nördlich von Regensburg.
- Die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs mit der Umgestaltung und Erweiterung des RVV durch die Landkreise Schwandorf und Straubing-Bogen sowie die Stadt Straubing ab 2027 und einem Busbeschleunigungskonzept, in dessen Rahmen insgesamt 40 Maßnahmensteckbriefe entwickelt und teilweise bereits umgesetzt wurden.
- Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs, wie die Zertifizierung „Fahrradfreundlicher Landkreis“ und die Verlängerung von städtischen Hauptradrouten in den Landkreis Regensburg zur Stärkung der Stadt-Umland-Mobilität. Bereits umgesetzt wurden die Verlängerung der rr05 bis Sinzing/Viehausen und die rr12 bis Wenzenbach/Bernhardswald. Als nächster Schritt soll die rr12 in Richtung Süden über Neutraubling und Obertraubling bis Mintraching verlängert werden.
- Der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit der geplanten Errichtung von Schnellladesystemen und Ladeinfrastruktur auch für Busse und Lkw sowie der Ausbau von Mobilitätsstationen.
- Die Erstellung eines nachhaltigen, urbanen Mobilitätsplans (SUMP), der als strategischer Fahrplan für eine zukunftsfähige Mobilität in Regensburg bestehende Planungen bündelt, die Bedürfnisse von Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und weiteren Akteuren berücksichtigt und eine gemeinsame Grundlage schafft, um nachhaltige Mobilitätsmaßen für die kommenden Jahre gezielt zu priorisieren und umzusetzen.
Sallener Regenbrücke und Pfaffensteiner Tunnel
Mit der sogenannten Nordspange mit dem Bau der viel diskutierten Sallerner Regenbrücke, dem Umbau des Lappersdorfer Kreisels und dem Ausbau der Nordgaustraße sowie der Generalinstandsetzung des Pfaffensteiner Tunnels und der Erneuerung der Donaubrücke Pfaffenstein wurden zudem zwei Großprojekte thematisiert, die die Verkehrsinfrastruktur der Region in den kommenden Jahren nachhaltig prägen werden.
Projekte abstimmen, Belastungen begrenzen
Ziel der Koordinierungsrunde ist es, diese Maßnahmen frühzeitig aufeinander abzustimmen und mögliche Auswirkungen auf Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer möglichst gering zu halten: „Für die Bürgerinnen und Bürger ist entscheidend, dass Verkehrsprojekte sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Das gilt zum einen für die Koordinierung der Umsetzung der Projekte, um die Belastungen für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten. Zum anderen braucht es eine verkehrsträgerübergreifende Planung, die abgestimmte Mobilitätsangebote über alle Verkehrsträger und insbesondere auch über die kommunalen Verwaltungsgrenzen hinweg ermöglicht. Genau dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit aller Aufgabenträger und Beteiligten. Die Koordinierungsrunde Verkehrsentwicklung leistet hierzu einen zentralen Beitrag und fördert die gemeinsame Verantwortung für eine leistungs- und zukunftsfähige Mobilität in der Region“, erklärt Landrätin Tanja Schweiger.
Koordinierungsrunde
Bei Projekten und Lösungsansätzen zur Verbesserung der verkehrlichen Situation in der Region bedarf es einer engen Abstimmung zwischen den Behörden und den einzelnen Baulast- und Aufgabenträgern – also dem Straßenverkehr und dem öffentlichen Personennahverkehr. Die Koordinierungsrunde übernimmt für diese Themen eine Steuerungsfunktion, in der alle für die Region bedeutenden Verkehrsmaßnahmen abgestimmt werden. Im jährlichen Wechsel laden Stadt und Landkreis Regensburg zu einem Treffen ein. In diesem Jahr kam die Koordinierungsrunde auf Einladung von Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger zusammen.
Stadt Regensburg / RNRed