Das neue Ausbildungsjahr steht vor der Tür – doch in Regensburg sind noch Hunderte Lehrstellen unbesetzt. Die NGG sieht vor allem in bestimmten Branchen gute Chancen für Jugendliche.
Der Countdown für das neue Ausbildungsjahr läuft: Die meisten Ausbildungen starten im September. Trotzdem registriert die Arbeitsagentur noch 418 offene Ausbildungsplätze in Regensburg.
„Auch im Oktober geht oft noch was“
„Wer noch keine Ausbildung hat, sollte die nächsten Wochen nutzen. Viele Betriebe sind da flexibel: Auch im Oktober geht oft noch was“, sagt Rainer Reißfelder von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).
„Vor allem die Lebensmittelherstellung ist eine krisensichere Sache“
Der Geschäftsführer der NGG Oberpfalz rät Jugendlichen in Regensburg, auf einen Ausbildungsvertrag im Handwerk oder in der Industrie zu setzen: „Vor allem die Lebensmittelherstellung ist eine krisensichere Sache. Hinter Getränken und Nahrungsmitteln stecken immer Menschen, die sie entwickeln, produzieren, lagern, vertreiben und die vor allem auch die Qualität überprüfen.“
KI in Bäckereien
Ein wichtiger Punkt dabei: Die Lebensmittelproduktion in Regensburg läuft auf technisch hohem Niveau, so die NGG Oberpfalz. Künstliche Intelligenz (KI) spielt nach Angaben der Gewerkschaft selbst in Bäckereien mittlerweile eine Rolle. „Etwa dann, wenn es darum geht, tagsüber möglichst zielsicher abzuschätzen, was noch nachgebacken werden muss: Den Abgleich per Cam-Check von dem, was noch in der Bäckereitheke liegt und was bis zum Geschäftsschluss noch über den Verkaufstresen gehen wird, macht in einigen Bäckereien schon die KI. Aber das Backen bleibt ein Handwerk. Das ist ganz und gar nicht ‚KI-wackelig‘“, sagt Rainer Reißfelder.
Auch beim Materialeinkauf komme KI zum Einsatz. „Aber das Einrichten und Warten von Maschinen in der Produktionsstraße der Lebensmittelindustrie, das Überwachen der Prozesse oder das Kreieren neuer Produkte im Labor – da ist der Mensch gefragt – in der Milch- oder der Süßwarentechnologie, in der Brauerei oder der Bäckerei“, so Reißfelder.
Es sei dabei sogar wichtig, ständig in die Qualifizierung der Beschäftigten zu investieren. „Um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, sind die Betriebe in Regensburg gut beraten, für Fortbildung und damit für Branchen-Know-how zu sorgen. Denn KI kann nur so effektiv im Betrieb genutzt werden, wie Menschen in der Lage sind, sie optimal einzusetzen“, sagt der Geschäftsführer der NGG Oberpfalz, Rainer Reißfelder.
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) / RNRed