Drei Wochen lang stand die Produktion im Regensburger Werk still. In dieser Zeit wurde die Fertigung für die nächste Fahrzeuggeneration umgebaut. Dabei entstand unter anderem eine neue Anlage für die sogenannte „Speicher-Hochzeit“.
Im BMW Group Werk Regensburg wurde die Produktion während einer dreiwöchigen Unterbrechung vom 8. bis 30. August 2026 umfassend umgebaut. Dabei setzte der Standort mehrere hundert Struktur- und Umbaumaßnahmen um. Im Mittelpunkt stand die Integration einer neuen Vormontage für Energiemodule (VEM) in die Fahrzeugmontage. Die Anlage ist für die Produktion der nächsten Fahrzeuggeneration, der sogenannten Neuen Klasse, vorgesehen. Seit Anfang der Woche läuft die Produktion der aktuellen Modelle BMW X1 und BMW X2 wieder planmäßig.
Batterie und Karosserie kommen zusammen
Die neue VEM ist laut BMW ein zentraler Produktionsschritt für die Fahrzeuge der Neuen Klasse. VEM steht für „Vormontage Energiemodule“. In der Anlage werden Hochvoltbatterie und Karosserie miteinander verbunden. Fachleute sprechen deshalb von der „Speicher-Hochzeit“. Ähnlich wie bei der klassischen „Hochzeit“ in der Fahrzeugmontage, bei der Antriebseinheit und Karosserie zusammengeführt werden, entsteht hier eine feste Einheit aus Energiemodul und Fahrzeugkarosserie.
Werk rüstet sich für den Serienstart der Neuen Klasse
Die neue VEM ist Teil umfassender Anpassungen entlang des gesamten Produktionsablaufs. Während der Produktionsunterbrechung wurden mehrere hundert Maßnahmen im Presswerk, im Karosseriebau, in der Lackiererei, in der Fahrzeugmontage und in der Logistik umgesetzt. Mehr als 1.000 Beschäftigte von Partnerfirmen arbeiteten auf dem Werksgelände. Besonders umfangreich waren die Eingriffe in die Fahrzeugmontage: Jede Produktionsanlage erhielt ein Update, damit auch künftig alle BMW Modelle und Antriebsarten einschließlich der Neuen Klasse flexibel auf denselben Linien im Regensburger Fahrzeugwerk gefertigt werden können.
David Heiduk, Leiter Planung der BMW Group Werke Regensburg und Oxford sowie Technologieprojekte Kompaktklasse betonte: „Wir bauen heute die Montage für die Fahrzeuge von morgen. Mit dem Umbau schaffen wir die Voraussetzungen für die Neue Klasse und damit für die Mobilität der Zukunft. Gleichzeitig stärken wir den Standort Regensburg und investieren gezielt in moderne, flexible Produktionsstrukturen.“
So funktioniert die neue „Speicher-Hochzeit“
Bei den Modellen der Neuen Klasse findet die Verbindung von Energiemodul und Karosserie künftig am Anfang der Fahrzeugmontage statt. Dafür erhielt die Regensburger Vormontage ein neues Band. In einem benachbarten Neubau entstand außerdem ein Hochregallager, das Energiemodule für eine Tagesproduktion aufnehmen kann. Von dort gelangen die Hochvoltbatterien vollautomatisch über eine Förderbrücke in der richtigen Reihenfolge und zum passenden Zeitpunkt an die neue Linie. Ein Greiferportal entnimmt die Energiemodule aus den Transportbehältern und legt sie auf das VEM-Band. Anschließend verschrauben Roboter die Fahrzeugkarosserie mit dem Energiemodul – „verheiraten“ also beide Bauteile. Der Hochvoltspeicher wird so Teil der Fahrzeugstruktur. Danach werden die Fahrzeuge in den regulären Förderstrom der Montage eingeschleust.
BMW Group / RNRed