Im Norma-Zentrallager in Regenstauf ist ein Rattenbefall festgestellt worden. Der Discounter bestätigt das Problem. Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks soll die Situation bereits seit längerer Zeit bestehen. Zudem stehen Vorwürfe im Raum, die den Umgang mit möglicherweise verunreinigten Waren betreffen. Norma weist diese jedoch zurück.
Stellungnahme des Landratsamts
Die Regensburger Nachrichten haben beim Landratsamt Regensburg nachgefragt, seit wann der Rattenbefall bekannt ist, welche Maßnahmen die Behörde ergriffen hat und wie die Situation aktuell bewertet wird. Das Landratsamt nimmt dazu wie folgt Stellung:
Im o.g. Objekt wurde aufgrund einer Verbraucherbeschwerde am 4.8.2026 eine Kontrolle durch den Fachbereich Lebensmittelüberwachung des LRA Regensburg durchgeführt. Dabei wurden in Teilbereichen des Trockenlagers Hygienemängel sowie ein Rattenbefall festgestellt. Bei der Nachkontrolle am 1.9.26 waren die Mängel noch nicht vollständig behoben. Es wurden eine weitere Nachkontrolle sowie die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens angekündigt. Nachdem bei der weiteren Nachkontrolle am 9.9.26 die Mängel erneut nicht vollständig behoben waren, hat das Landratsamt am 11.9.26 gegen den Betreiber einen Anordnungsbescheid mit 17 vom Betreiber zu erledigenden Einzelmaßnahmen erlassen. Die Behebung der Hygienemängel wurde bis 16.09.26 verlangt; die der baulichen Mängel (Rolltore, Fußbodenschäden, Wandlöcher) bis zum 12.10.26.
Bei der Kontrolle am 16.9. , gemeinsam mit dem LGL, wurde Folgendes festgestellt:
Die Hygienemängel waren behoben. Der Hygienestatus im Zentrallager war aufgrund der zum Großteil umgesetzten Maßnahmen wieder in einem insgesamt akzeptablen Zustand. Der Schädlingsbefall war weiterhin vorhanden, jedoch bereits in geringerem Umfang. Zusätzlich wurde festgestellt, dass die vorbeugenden Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Außenbereich dringend verbessert werden müssen.
Die baulichen Mängel waren zum großen Teil behoben, für die restl. Arbeiten gilt die Fristsetzung vom 12.10.2026.
Sanktionierung
Zu den Kontrollen am 01.09.2026 und 09.09.2026 wird jeweils ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Des Weiteren wurden im Bescheid vom 11.9. Zwangsgelder festgesetzt.
Kontrollfrequenz
Das Landratsamt Regensburg hatte das Kontrollintervall für diesen Betrieb aufgrund der Kontrollergebnisse der vergangenen Jahre bereits von regulär 18 auf zwölf Monate verkürzt. Der Betrieb wurde seit November 2025 wie folgt kontrolliert:
- 19.11.2025
- 19.05.2026
- 04.08.2026
- 01.09.2026
- 09.09.2026
- 16.09.2026
Kein Hinweis auf Kontaminierung
Erkenntnisse, dass ggf. kontaminierte Waren an Filialen ausgeliefert wurden, liegen nicht vor. Bei den Kontrollen konnten ausschließlich bei der noch nicht kommissionierten Ware Kotspuren festgestellt werden, nicht aber bei der zur Auslieferung bereitgestellten Ware.
Betroffene Ware wurde vollständig vor Ort vom Betreiber entsorgt. Darüber hinaus gibt es eine angeordnete Verpflichtung zur Dokumentation all dieser entsorgten Produkte.
Weitere Kontrolltätigkeit
Es ist geplant, wöchentlich mindestens eine Kontrolle durchzuführen, bis der Rattenbefall beseitigt ist.
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Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, soll es im Zentrallager in Regenstauf bereits seit rund einem Jahr Probleme mit Ratten geben. Dem BR liegen nach eigenen Angaben Protokolle einer Hygienekontrolle des Landratsamtes Regensburg vor. Demnach soll die Behörde nach einer Kontrolle Anfang September unter anderem Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung und zur Sicherung von Rolltoren verlangt haben. Außerdem sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.
Vorwürfe um verunreinigte Waren
Besonders schwer wiegt ein weiterer Vorwurf aus der BR-Recherche. Informanten aus dem Unternehmen berichten dem Sender, dass mit Rattenkot oder Urin verunreinigte Waren teilweise lediglich gereinigt und anschließend in den Verkauf gegeben worden sein sollen. Auch bei der Beseitigung der Verunreinigungen soll es Probleme gegeben haben.
Norma widerspricht diesen Darstellungen. Das Unternehmen bestätigt zwar den Rattenbefall, weist aber zurück, dass kontaminierte Waren in den Verkauf gelangt seien. Nach Angaben des Discounters seien betroffene Waren ordnungsgemäß entsorgt worden. Die Mitarbeiter seien zudem für die notwendigen Hygienestandards sensibilisiert und geschult.
Auch eine Gefährdung der Mitarbeiter weist Norma zurück. Nach Angaben des Unternehmens erfolgt die tägliche Reinigung durch eine Fachfirma.
Nachkontrolle ohne Beanstandungen
Nach Darstellung von Norma fand am 16. September eine weitere Kontrolle durch das zuständige Veterinäramt statt. Dabei habe es keine Beanstandungen mehr gegeben. Das Unternehmen betont außerdem, transparent mit den zuständigen Behörden zusammengearbeitet zu haben.
Anonyme Quellen des Bayerischen Rundfunks widersprechen allerdings der Darstellung, dass die Probleme inzwischen behoben seien. Nach ihren Angaben bestehe der Rattenbefall weiterhin.
Eine Stellungnahme des Landratsamtes Regensburg steht derzeit noch aus. Sobald weitere behördlich bestätigte Informationen vorliegen, wird dieser Artikel aktualisiert.
BR24 / RNRed