Straubing baut seine Rolle als Forschungsstandort weiter aus. Fraunhofer schafft im Hafen Straubing-Sand neue Kapazitäten für die Entwicklung klimaneutraler Kraftstoffe. Neben Laboren und einem Technikum ist auch eine Pilotanlage geplant. Bund, Freistaat und EU investieren dafür Millionen.
In Straubing entsteht ein neues Forschungsgebäude für nachhaltige Kraftstoffe. Im Hafen Straubing-Sand wurde jetzt der erste Spatenstich gesetzt. Künftig sollen dort unter anderem Verfahren entwickelt werden, mit denen sich Kraftstoffe aus Kohlendioxid und regenerativ erzeugtem Wasserstoff herstellen lassen.
Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB erweitert damit seinen Standort in Straubing. Auf mehr als 900 Quadratmetern entstehen in den kommenden zwei Jahren neue Labore, Büros sowie ein Technikum für Demonstrationsanlagen und Prototypen. Das Gebäude bietet Platz für bis zu 28 Mitarbeiter. Der Freistaat Bayern, der Bund und die Europäische Union fördern den Neubau mit insgesamt rund 14 Millionen Euro.
Forschung an Kraftstoffen aus CO₂
Ein Schwerpunkt im neuen Gebäude liegt auf dem Bayerischen Zentrum für nachhaltige Kraftstoffe, kurz ZENK. Das Fraunhofer IGB arbeitet dabei mit dem Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg zusammen. Ziel ist es, neue Herstellungsverfahren für CO₂-neutrale Kraftstoffe zu entwickeln, die auf erneuerbaren Rohstoffen und erneuerbarer Energie basieren.
In Straubing soll insbesondere die notwendige Forschungsinfrastruktur aufgebaut werden, um Kraftstoffe aus Kohlendioxid und regenerativ erzeugtem Wasserstoff herzustellen. Die Verfahren sollen nicht nur im Labor entwickelt, sondern anschließend in größerem Maßstab erprobt werden.
Dafür entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Forschungsgebäude eine Pilotanlage. Sie soll Forschungsergebnisse aus dem Labor in einen größeren Maßstab übertragen und damit den Schritt hin zu einer möglichen praktischen Anwendung ermöglichen. Freistaat, Bund und EU investieren dafür weitere rund neun Millionen Euro. Insgesamt fließen damit rund 23 Millionen Euro in Forschungsgebäude und Pilotanlage.
Straubing als Forschungsstandort wächst
Das Fraunhofer IGB forscht bereits seit 2009 in Straubing. Zu den Schwerpunkten gehören Verfahren, bei denen Biomasse, Reststoffe und CO₂ als Ausgangsstoffe für neue Materialien, Chemikalien und Kraftstoffe genutzt werden.
Der bestehende Standort ist inzwischen vollständig ausgelastet. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Forschungs- und Entwicklungsleistungen mussten bereits zusätzliche Räume angemietet werden. Mit dem Neubau entstehen nun dauerhaft zusätzliche Kapazitäten.
Dabei arbeitet das Fraunhofer IGB in Straubing eng mit anderen Forschungseinrichtungen zusammen. Dazu gehören unter anderem die Technische Universität München, das Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe sowie weitere Einrichtungen am Standort Straubing-Sand. In direkter Nachbarschaft befinden sich außerdem das Gründerzentrum BioCubator sowie die MultiPilot-Demonstrationsanlage der BioCampus GmbH. Forschungsgebäude und Pilotanlage sollen 2028 zur Verfügung stehen.
Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB / RNRed