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Die Regensburger Landtagsabgeordnete Margit Wild hat zusammen mit der neu gewählten Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Gertrud Maltz-Schwarzfischer, am Freitagvormittag die Clearingstelle St. Vincent besucht. Im Rahmen des sogenannten Rollentauschs hatten die beiden Politikerinnen Gelegenheit am Unterricht teilzunehmen.

"Das faszinierende am Unterricht war, dass die Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters, Wissenstands und Motivation sind und es den drei Lehrkräften aber gelingt in einer schwierigen Lernsituation einen wirklich guten Unterricht abzuhalten", so die begeisterte Bildungspolitikerin. Wild wisse auch, dass es gute Pädagogen mit viel Erfahrung, Gespür und Einfühlungsvermögen erfordere, um guten Unterricht leisten zu können. "Die drei Lehrkräfte in Regensburg machen das wirklich klasse". Ein guter Unterricht an der Clearingstelle sei auch deswegen so wichtig, weil als Ziel ja der Besuch der Regelschule bestehe.
Die Clearingstelle ist eine Einrichtung der Akutintervention mit sieben Plätzen für Jungen und Mädchen ab zehn Jahren. In Bayern wurden seit 2003 drei sog. Clearingstellen (in Würzburg, Regensburg und Hallbergmoos/München) eingerichtet. Jeweils sieben Kinder und Jugendliche im Alter von 10 -14 Jahren, in Ausnahmefällen bis 16 Jahre, werden dort unter Anwendung freiheitsentziehender Maßnahmen betreut.

Margit Wild liegt die Einrichtung sehr am Herzen: "Wir sprechen hier über junge Menschen, die in ihrem Leben mit allerlei Schwierigkeiten konfrontiert waren. Es ist mir ein großes Anliegen, dass sich intensiv um die Jungen und Mädchen gekümmert wird". Deswegen setze sie sich kontinuierlich im Bildungsausschuss für die die drei bayerischen Clearingstellen ein und stellte mehrere Anträge bzgl. des Stundenmaßes.
Im anschließenden Gespräch mit Gesamtleiter Wolfang Berg, Erziehungsleiter Günther Lindner und KJF-Direktor Michael Eibl informierten sich die Landtagsabgeordnete Wild und die Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer über den Alltag der Clearingstelle St. Vincent. Die Neu-Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zeigte sich begeistert von der Erfahrung und der Professionalität mit der St. Vincent die vielfältigen Herausforderungen meistert.

Massiv dissoziales Verhalten, wiederholte Verstöße gegen Strafgesetze, Eigentumsdelikte, Körperverletzungen, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Schulabsentismus ? die Clearingstelle nimmt diejenigen jungen Menschen auf, die in offenen Einrichtungen der Jugendhilfe nicht betreut werden können, so Wolfgang Berg, Gesamtleiter des Kinderzentrums St. Vincent. Ihr Tages- und Wochenablauf in der Clearingstelle ist hochstrukturiert. Sie gehen zur Schule, erhalten pädagogisch-therapeutische Einzelmaßnahmen und arbeiten in Gruppen zusammen.
"Geschlossen untergebracht meint nicht, dass die Kinder und Jugendlichen eingesperrt sind" stellt Wolfgang Berg klar. "Es gibt begleitete Ausgänge, Beurlaubung am Wochenende und wenn das gut läuft, kann alle drei Wochen am Wochenende nachhause beurlaubt werden." Stadtausgänge, Kinobesuche oder Schwimmen stünden ebenso auf dem Plan.

Nach einer durchschnittlichen Verweildauer von 8 Monaten verlassen die Kinder und Jugendlichen die Clearingstelle. In den letzten 10 Jahren wurden 31% der Kinder/Jugendlichen im Kinderzentrum St. Vincent weiter betreut und 54% in externen Gruppen und Einrichtungen. 16% der Kinder und Jugendlichen wurden im Anschluss an die Clearingstelle weiterhin in freiheitsentziehenden Maßnahmen betreut. Somit war es möglich, 84% der jungen Menschen im Rahmen offener Jugendhilfemaßnahmen zu integrieren. Zu den Familien nachhause entlassen wurden 15% der Kinder und Jugendlichen.
Nirgendwo sonst in der Jugendhilfe kommen so viele Fachkräfte zum Einsatz - 8 pädagogisch-psychologische Fachkräfte und drei Lehrerinnen und Lehrer begleiten und fördern die sieben Jugendlichen in St. Vincent. Unterstützend werden der psychologische und heilpädagogische Fachdienst sowie Experten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie stundenweise hinzugezogen.
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v.l.n.r.: Erziehungsleiter Günther Lindner, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, MdL Margit Wild und Gesamtleiter Wolfgang Berg. Bild: Bürgerbüro Wild

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