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Unverständliche Fachbegriffte, Denglisch, ellenlange Schachtelsätze: So manches Parteiprogramm lässt den Wähler mit vielen Fragezeichen zurück. Eine Studie zur Europawahl hat die Wahlprogramme unter die Lupe genommen und kam zu einem erfreulichen Urteil.

Insgesamt sind die Wahlprogramme zur Europawahl durchwegs verständlicher als vor fünf Jahren und ebenso verständlicher als die Programme zur Bundestagswahl im Herbst 2013. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der Uni Hohenheim, die diese in Zusammenarbeit mit der Beratungsfirma CommunicationLab Ulm durchgeführt hatte. Die Verständlichkeit der Wahlprogramme wurde auf einer Skala zwischen 0 (sehr unverständlich) und 20 (sehr verständlich) bewertet. Insgesamt liegt der Durchschnitt aller Wahlprogramme für die kommende Europawahl bei 8,9 ? einen besseren Schnitt gab es seit 1979 nicht mehr.
Zu diesem Urteil kamen die Forscher, nachdem sie alle Wahlprogramme auf Verstöße gegen die Verständlichkeitsregeln untersucht hatten. Besonders häufig wurden diese in Bezug auf Fremd- und Fachwörter, Wortkomposita und Nominalisierungen, Anglizismen und Denglisch sowie Schachtelsätze verletzt.

AfD am unverständlichsten
Einen traurigen Spitzenplatz bei den Vergehen gegen die Verständlichkeitsregeln heimste die AfD ein. Sie hat laut der Studie das unverständlichste Parteiprogramm und schneidet mit einem Wert von 6,4 am schlechtesten ab. Zum Vergleich: Eine politikwissenschaftliche Doktorarbeit weist im Durchschnitt einen Wert von 4,3 auf, ein politischer Artikel in der BILD einen Wert von 16,8.
Besonders was Fachbegriffe und Komposita angeht, stellt die AfD den gewillten Wähler auf die Bewährungsprobe. So beklagt sie die "Schuldensozialisierung" und "konfiskatorische Staatseingriffe" oder fordert für Arzneimittel ein "einheitliches EU-Preisreferenzsystem".

Ebenfalls unter dem Durchschnitt von 8,9 liegen die Linke mit 6,8, die FDP mi 7,5 und die Grünen mit 7,7. Diese sprechen in ihrem Wahlprogramm von "Immaterialgüterrechten" und der "Transition-Town-Bewegung", was für viele Wähler ebenso unverständlich sein dürfte, wie die Linke, die von "Karenzentschädigung", "Public-Equity-Fonds" und "Twinning-Projekten" spricht. Die FDP kontert mit "Semesteranfangskorridor", der Forderung nach einer "Vertragsverteidigungsbeschwerde" und einem neuen "Subsidiaritäts-Instrumentarium."
Neben Begriffen, stellen auch lange Schachtelsätze ein Problem für die Verständlichkeit dar. Im Wahlprogramm der SPD (Wert: 8,9) zum Beispiel verstecken sich schonmal Sätze mit schlanken 87 Wörtern.

CSU am verständlichsten
Unangefochtener Spitzenreiter wenn es um die Verständlichkeit des Wahlprogramms geht ist die CSU. Sie liegt mit einem Wert von 13 vor allen Parteien und kann sich mit dem verständlichsten Parteiprogramm aller untersuchten Europawahlen von 1979 bis 2014 rühmen.

Was den Urhebern der Studie jedoch wichtig ist: Sie wollen kein inhaltliches Urteil über die Wahlprogramme abgeben. Die Untersuchung bezieht sich alleine auf die Verständlichkeit.
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Bild: ediathome / www.pixelio.de

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