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Es waren ungewöhnliche Gäste, die sich auf der Jahninsel unter die Feiernden mischten: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Bürgermeister Jürgen Huber warben zusammen mit einem Promotionteam der Stadt für die Aktionen „Regensburg – Sauber beinand“ und „Fair Feiern“.

„Wir sind heute hier vor Ort, weil wir noch einmal auf die Folgen und Begleiterscheinungen der Freiluftfeiern hinweisen wollen“, erklärte Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer.
Obwohl die Stadt seit einigen Jahren für die Müllvermeidung und respektvolles Feiern im öffentlichen Raum wirbt, gebe es immer noch ein erhebliches Aufkommen an Müll in den städtischen Grünflächen.

„An manchen Wochenenden werden auf der Jahninsel in den aufgestellten Abfallbehältern, auf dem Rasen und dem kleinen Donaustrand bis zu 2 500 Liter Abfall zurückgelassen“, ergänzte Bürgermeister Jürgen Huber. Als augenfälligen Hinweis auf die erheblichen Müllmengen, die allein auf der Jahninsel zurückgelassen werden, stellte das Gartenamt bereits 2016 einen großen Drahtbehälter mit 1 600 Liter Fassungsvermögen auf. Dieses große Abfallbehältnis von „Sauber beinand“ werde an Wochenenden mehrmals geleert.

Besonderes Problem: der Müll im Grünen

Zur Abfallentsorgung sind auf der Jahninsel dauerhaft elf Abfallbehälter aufgestellt. In der Zeit von April bis Oktober werden zusätzlich vier Abfallbehälter und eine Tonne für Grillkohle aufgestellt. Insgesamt stehen dort Abfallbehälter mit einem Gesamtvolumen von 1 200 Litern bereit. An einigen Wochenenden wird in den Abfallbehältern und auf den Grünflächen jedoch gut die doppelte Müllmenge zurückgelassen. Ein besonderes Problem stellt dabei der Müll dar, der achtlos ins Grüne geworfen oder auf dem Rasen liegengelassen wird.

Dem Argument, die Stadt solle dann eben mehr Abfallbehälter aufstellen, hielt Bürgermeister Jürgen Huber entgegen, dass dies das Problem nicht löse: „Deutlich mehr Abfallbehälter tragen nicht dazu bei, das Müllproblem auf unseren öffentlichen Flächen grundlegend anzugehen. Außerdem würden gerade auf der Jahninsel das ganze naturnahe Erscheinungsbild und auch der Blick auf unsere einzigartige Steinerne Brücke darunter leiden, wenn alle paar Meter ein nicht sehr dekorativer Abfallbehälter steht.“

Es gebe in den Bereichen Jahninsel, Unterer Wöhrd und Südufer ohnehin 60 Müllgefäße. Diese werden am Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag geleert. Bei Bedarf werden dienstags und donnerstags weitere Reinigungsintervalle gefahren.

„Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger darum, mit uns den sinnvolleren und für die Umwelt besseren Weg zu gehen: nämlich Abfall möglichst erst gar nicht entstehen zu lassen. Und wenn es doch nicht vermeidbar ist, dass Müll entsteht, dann bitten wir darum, dass dieser Müll entweder in die bereitstehenden Abfallbehälter geworfen oder wieder mitgenommen wird. Da setze ich große Hoffnungen auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger“, betonte Huber.

Müllbeseitigung kostet viel Geld

Abfall, der achtlos auf Grünflächen zurückgelassen wird, verursacht der Stadt zudem erhebliche Kosten. Städtische Gärtnerinnen und Gärtner müssen vor dem Mähen der Wiesen sehr oft erstmal Abfall einsammeln. Das geht nicht nur zu Lasten der Steuerzahler, sondern auch auf das Stundenkonto der städtischen Mitarbeiter. Manche Mitarbeiter der Stadt wenden bis zu 18 Prozent ihrer Arbeitszeit für Müllbeseitigung auf. Diese Zeit könnte sinnvoller genutzt werden – etwa für die gärtnerische Pflege von Pflanzungen. Pro Jahr entsorgt das Gartenamt zirka 150 Tonnen Restmüll aus den Grünanlagen. Das sind 35 große LKW-Ladungen.

Erhebliche Lärmbelästigung

Die große Beliebtheit der Parks und Grünflächen spiegelt sich in hohen Besucherzahlen wider. Insbesondere in den Sommermonaten dienen die Grünanlagen und Uferbereiche als Treffpunkt, Veranstaltungsort, Picknickwiese und Freiluft-Sportstudio.

Die große Beliebtheit der Uferbereiche und donaunahen Grünflächen hat natürlich auch ein erhöhtes Lärmaufkommen zur Folge. Anwohner beschweren sich direkt bei der Stadt oder in den Medien und beklagen sich über immer ausufernde Feiern im Bereich der Jahninsel und am Grieser Spitz.

„Die Jahninsel ist ein großes Geschenk. Und ich empfinde es als Glück, dass wir in Regensburg mitten in der Stadt so schöne Natur- und Grünflächen haben, zur Erholung, Entspannung und auch zum Feiern. Es ist aber ungeheuer wichtig für eine Stadtgesellschaft, dass alle Bürgerinnen und Bürger fair und rücksichtsvoll miteinander umgehen. Gerade unter der Woche, aber auch am Wochenende sollten die Feiernden auch an die Anwohner denken, denen in den Sommermonaten oft der Schlaf geraubt wird“, sagte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Auch andere Begleiterscheinungen der Feiern, wie Sachbeschädigungen oder Erbrochenes vor dem Hauseingang sind für die Bewohner der donaunahen Häuser oft eine herbe Belastungsprobe.

Fair Feiern

Gertrud Maltz-Schwarzfischer verwies noch einmal auf das Aktionsbündnis „Fair Feiern“. Seit zehn Jahren betreiben Gastronomen und die Stadt zusammen mit Anwohnern der Altstadt verschiedene Kampagnen, mit denen die Feiernden zu einem fairen Miteinander aufgerufen werden. „In den letzten zehn Jahren konnten mit dem Bündnis einige Erfolge erzielt werden, es ist wichtig, dass dieser Erfolg nicht abreißt, denn nur so bleibt unsere Stadt für alle Bevölkerungsgruppen lebenswert“, so Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer.

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