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Wir haben die OB-Kandidaten zu den wichtigsten Punkten befragt und  nachgehakt, wo sich Regensburg aktuell auf dem Holzweg befindet. Heute im Interview: Linke-Kandidatin Irmgard Freihoffer.

Heute im Interview: Linke-Kandidatin Irmgard Freihoffer.

Was ist Ihr oberstes Ziel für die Stadt Regensburg?

Wir müssen bezahlbaren Wohnraum schaffen, den Verkehr ökologisch organisieren und der Dringlichkeit des Klima- und Umweltschutzes gerecht werden. Nachhaltige Alternativen müssen bei Investitionen Vorrang haben!

Welche Schwerpunkte möchten Sie beim Thema „Umwelt- und Klimaschutz“ setzen?

Ganz wichtig ist der Verkehr. Wir müssen nicht nur Lärm und Luftemissionen wie Stickoxide und Feinstaub reduzieren, sondern auch den gigantischen Flächenverbrauch für Straßen und Parkplätze. Wir benötigen ein Flächenkonzept, das möglichst viele Grünräume vernetzt, um Frischluftschneisen zu schaffen. Außerdem ist eine neue, ökologische Brennstoffverordnung für Holzöfen wichtig, um im Winter Feinstaub zu reduzieren. Es wäre dabei auch gut, wenn in der Innenstadt an Silvester die Knallerei verboten würde. Nicht zuletzt brauchen wir Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden und in Neubaugebieten, gerne auch mit Förderprogrammen.

Wie möchten Sie den aktuellen Verkehrsproblemen begegnen? Und wie sieht für Sie der Verkehr der Zukunft in der Stadt Regensburg aus?

Wir brauchen einen gut getakteten, günstigen bzw. fahrscheinlosen ÖPNV und ein durchgehendes Radwegenetz. Da würde ich eng mit den Umweltverbänden zusammenarbeiten. Außerdem müssen wir das Parkraumkonzept sofort stoppen. Denn je mehr Parkplätze wir in der Innenstadt schaffen, desto mehr Autos fahren herein. Wir brauchen stattdessen Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand mit guter Busanbindung. Die Verkehrswende muss vor der Einführung der Stadtbahn in zehn bis 15 Jahren kommen.

Was wollen Sie unternehmen, um den Erfolg des Wirtschaftsstandort Regensburg zu sichern?

Wir brauchen nicht noch mehr Arbeitsplätze, da wir bereits mehr Arbeitsplätze als Einwohner haben. Wir müssen sicherstellen, dass die Arbeitsplätze erhalten werden. Außerdem müssen wir verstärkt Betriebe ansiedeln, die mit Energien aus regenerativen Quellen wirtschaften und nachhaltige Produkte produzieren. Unser Wirtschaftssystem ist auf immer mehr Wachstum ausgelegt, auf einem Planeten, der physikalische Grenzen hat, ist das nicht möglich.

Was würden Sie dafür tun, um Politik in Regensburg transparenter zur machen?

Es ist notwendig, mehr Tagesordnungspunkte in öffentlicher Sitzung zu behandeln. Ganz heikel ist die Geheimhaltung von Grundstücksgeschäften. Selbst wenn Dritte beteiligt sind – man könnte die Namen schwärzen.

In welchem Bereich befindet sich Ihrer Meinung nach Regensburg auf dem Holzweg?

Wir müssen aus dieser Wirtschaft, die ohne Wachstum nicht existieren kann, den Ausweg finden – auch wenn es Widerstand gibt, man muss dennoch im Gespräch bleiben. Außerdem darf die Wohnungssituation nicht mehr privaten Investoren überlassen werden. Die Stadt muss deswegen selber oder über Stadtbau und Genossenschaften bauen, denen Flächen im Erbbaurecht vergeben werden. Auf Bundesebene brauchen wir zudem wieder ein Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz.

Welche Eigenschaften prädestinieren Sie für das oberste Amt der Stadt Regensburg?

Ich bleibe optimistisch und glaube an die positive Veränderbarkeit von Dingen, auch wenn ich bei einer kleinen Partei bin und immer vielen Angriffen ausgesetzt war. Aber ich lasse mir meinen Mut und meine Hoffnung nicht nehmen. Zudem verfüge ich über viel kommunalpolitische Erfahrung.

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