Bayerns Innenstaatssekretär Sandro Kirchner zieht nach der Testphase der Bezahlkarte für Asylbewerber eine positive Zwischenbilanz. Laut Kirchner soll dieses System die irreguläre Migration begrenzen und die Kommune entlasten. Welches Fazit die bisher teilnehmenden Kommunen ziehen und wer demnächst noch eine Bezahlkarte einführt.
„Die Testphase der Bayerischen Bezahlkarte ist bisher sehr erfolgreich verlaufen. Seit dem 21. März wurden in den vier Pilotkommunen bereits über 1.800 Karten ausgegeben.“ Diese erste positive Zwischenbilanz hat Bayerns Innenstaatssekretär Sandro Kirchner heute in München gezogen.
Diese Ziele werden mit der Bezahlkarte verfolgt
„Wir verfolgen mit der bayerischen Bezahlkarte zwei Ziele: Wir wollen irreguläre Migration begrenzen, indem wir Zuzugsanreize senken, und wir wollen unsere Kommunen entlasten“, erklärte Kirchner. „Ich freue mich sehr, dass die Resonanz vor Ort so positiv ausfällt und dass bereits zahlreiche weitere Landkreise und Städte eine zeitnahe Einführung der Bezahlkarte nachgefragt haben. Bis Anfang Mai werden 15 weitere Kommunen aus allen Regierungsbezirken die Bezahlkarte vor Ort einführen.“
Reibungsloser Ablauf betont
Nach den Worten Kirchners seien bisher keine nennenswerten Schwierigkeiten aufgetreten. „Auch in der Praxis läuft bislang alles reibungslos – hier macht sich auch bezahlt, dass unsere Bezahlkarte an ein vorhandenes Debitkartensystem anknüpft und so in Geschäften ohne Anpassungsbedarf seitens der Händler eingesetzt werden kann“, so der Staatssekretär.
Das sagen die Kommunen
Die Pilotkommunen ziehen ebenfalls eine positive Bilanz. Thomas Karmasin, Landrat von Fürstenfeldbruck und Präsident des Bayerischen Landkreistags, erläuterte: „Im Pilotlandkreis Fürstenfeldbruck wurden bereits über 700 Bezahlkarten ausgegeben. Die Erfahrungen sind bisher positiv: Die erhoffte Verwaltungsvereinfachung ist eingetreten, auch das Bezahlen mit der Karte funktioniert grundsätzlich gut.“
Markus Pannermayr, Oberbürgermeister der kreisfreien Stadt Straubing und Vorsitzender des Bayerischen Städtetags, erklärte: „Dank der konstruktiven Kooperation zwischen dem Innenministerium und den zuständigen Stellen vor Ort ist die Einführung der Bezahlkarte in den ersten Wochen sehr gut angelaufen. Ein großer Dank gilt allen Beteiligten, die mit enormem Engagement an dem Projekt arbeiten. Denn die wichtigen Erfahrungen, die die vier Pilotkommunen jetzt sammeln, sind sicherlich wertvoll für die künftige flächendeckende Umsetzung der Karte.“
Diese Kommunen führen ebenfalls eine Bezahlkarte ein
Bis Anfang Mai führen die folgenden Kommunen, darunter auch Regensburg, die bayerische Bezahlkarte ein:
- Landkreis Altötting
- Landkreis Eichstätt
- Landkreis Erding
- Landkreis Miesbach
- Landkreis Mühldorf am Inn
- Kreisfreie Stadt Passau
- Landkreis Freyung-Grafenau
- Landkreis Regensburg
- Landkreis Tirschenreuth
- Landkreis Bamberg
- Landkreis Hof
- Landkreis Nürnberger Land
- Landkreis Aschaffenburg
- Landkreis Bad Kissingen
- Kreisfreie Stadt Augsburg
Bald im gesamten Freistaat
Sukzessive erfolgt in den nächsten Wochen dann der Rollout der Bezahlkarte in den weiteren bayerischen Landkreisen und Städten. Bis zum Ende des zweiten Quartals soll sie im gesamten Freistaat eingesetzt werden.
Mit Blick auf die bundesweite Einführung der Bezahlkarte sagte Kirchner: „Monatelang hat sich die Bundesregierung um die Bezahlkarte gestritten und nun lediglich mit einem Minimalkonsens beschlossen. In den fünf Monaten, in denen auf Bundesebene nichts voranging, hat Bayern seinen Weg konsequent und erfolgreich umgesetzt. Es hat sich gezeigt, dass es richtig war hier nicht zu warten.“
Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration / RNRed