Im März wird in Regensburg wieder gewählt. Sebastian Wanner tritt als Kandidat für Die Linke bei der Oberbürgermeisterwahl an. Um sich ein Bild zu machen, möchten wir die Person hinter dem Kandidaten kennenlernen: Welche Hobbys hat er? Welche Bücher haben ihn geprägt und was bewegt ihn emotional?
Um für die Wahl am 08. März 2026 gut vorbereitet zu sein, stellen wir neben den politischen Programmen auch die Menschen hinter den Kandidatinnen und -Kandidaten vor. Sebastian Wanner tritt als OB-Kandidat für Die Linke an. Die filter- und Regensburger Nachrichten-Redaktion hat mit ihm ganz persönlich gesprochen.
Sebastian Wanner (Die Linke) ganz privat
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1. Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Ich fahre gerne Rad, engagiere mich neben der Politik in Vereinen und lese viel, vor allem die taz, das nd, die SZ, regionale Medien und (Sach-)Bücher, auch Podcasts höre ich gerne. Ich war einige Jahre Fußballschiedsrichter, musste das Ehrenamt jedoch aus Zeitgründen vorerst niederlegen. Zudem genieße ich jede Runde Schafkopf, die ich spielen kann.
2. Welche Bücher, Filme oder Musik haben Sie nachhaltig beeindruckt und warum?
Unabhängiger Journalismus beeindruckt mich nachhaltig. Er ist es, der den Mächtigen auf die Finger schaut, zum Mitdenken anregt und mich seit Jahren privat und politisch begleitet und inspiriert, nicht nur informiert. Dabei sind gute Inhalte nicht an ein Medium geknüpft, es können Artikel, Dokumentationen, Hörfunk-Inhalte oder andere Formate sein.
3. Wenn Sie nur eine Sache in Deutschland verändern / verbessern könnten – egal wie groß oder unrealistisch – welche wäre das?
Eine Abkehr vom Kapitalismus. Das kapitalistische System beutet unzählige Menschen aus, sorgt für enorme Ungleichheit und die Zerstörung der Erde und dient nur einer winzigen Minderheit. Es braucht ein gerechtes System für alle.
4. Welches Erlebnis gab es in Ihrem Leben, das für Sie besonders einschneidend war oder Ihre Denkweise verändert hat?
Eine Reihe von Erlebnissen verdanke ich meinen Eltern, ich erinnere mich z. B. daran, dass ich bereits als Kind an (Tages-)Politik und Geschichte interessiert war. Ich denke heute noch mit Freude daran zurück, wie meine Eltern das Interesse gefördert haben und wie ich mit ihnen stundenlang über die Themen reden konnte. Meine Eltern haben mir bereits als Kind mitgegeben, dass man sich einbringen muss, um die Welt zu verbessern – das mache ich heute. Sie haben mir mitgegeben, dass es eine Alternative zur Resignation gibt und dass man auch für Menschen die Stimme erheben muss, die es gerade nicht können. Unter anderem aufgrund dieser Erfahrungen kämpfe ich heute gegen Armut, für soziale Politik und für Vielfalt.
5. Bei welchen Themen werden Sie persönlich emotional?
Ungerechtigkeit. Egal ob Rassismus, Klassismus oder Speziesismus; Ungerechtigkeit hat viele Gesichter und ich kann sie nicht ausstehen.
6. Haben Sie schon einmal nach einer Diskussion oder einer bestimmten Situation Ihre ursprünglich feste Meinung zu einem Thema geändert? Bitte geben Sie ein konkretes Beispiel an und schildern Sie sowohl Ihre ursprüngliche Position als auch die, die Sie danach eingenommen haben.
Ich habe relativ feste Grundwerte, diskutiere aber trotzdem sehr gerne und lasse mich auch argumentativ überzeugen. Ich möchte hier keine Situation schildern, die ich als unpassend empfinde. Das wäre den Leser*innen gegenüber unehrlich. Das bedeutet nicht, dass ich niemals falsch liege, das zu behaupten wäre schlicht gelogen. Denn wer glaubt, immer im Recht zu sein, liegt allein damit sicher falsch.
Marina Triebswetter I filter Magazin