Passend zur anstehenden OB-Wahl im März stellen wir die Kandidatinnen und Kandidaten im Porträt vor. Lisa Brenner tritt als Oberbürgermeister-Kandidatin in Regensburg für Volt an. Wie verbringt sie am liebsten ihre Freizeit? Welche Erfahrungen haben sie geprägt und welche Themen liegen ihr privat besonders am Herzen? Wir haben nachgefragt.
Am 08. März 2026 finden bereits wieder Wahlen in Regensburg statt. Unter anderem wird ein neuer Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin gewählt. Wir möchten herausfinden, wie die Personen hinter den Kandidatinnen und Kandidaten ticken.
Für das heutige Porträt haben wir mit Lisa Brenner gesprochen, die für Volt als OB-Kandidatin antritt.
Lisa Brenner (Volt) ganz privat
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1. Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie und bin ein sehr geselliger Mensch. Bei uns zuhause ist eigentlich immer was los. Ich bin gern im Garten und kümmere mich um meine Hühner. Zudem bin ich eine Gamerin, was viele überrascht. Studien zeigen, dass Gamer*innen ein hohes Demokratieverständnis besitzen und sich stark politisch engagieren ;)
2. Welche Bücher, Filme oder Musik haben Sie nachhaltig beeindruckt und warum?
Ich liebe systemkritische Filme, die auf den zweiten Blick eine andere Geschichte erzählen, z. B. „Harold & Maude“, oder Serien wie „Black Mirror“ und „The Leftovers“. Bei Büchern wird es schwierig, weil ich sehr viele Bücher verschlungen habe. „Der Schwarm“ von Frank Schätzing hat mir ein neues Verständnis für Umweltzerstörung und ihre Folgen eröffnet.
3. Wenn Sie nur eine Sache in Deutschland verändern / verbessern könnten – egal wie groß oder unrealistisch – welche wäre das?
Ganz klar eine gerechte Gesellschaft. Deshalb setze ich mich schon immer für andere Menschen ein. Ich möchte nicht, dass Politik aus Eigennutz handelt. Wir müssen wieder lernen, zusammenzufinden. Und das ist auch unsere Aufgabe als Politiker*innen.
4. Welches Erlebnis gab es in Ihrem Leben, das für Sie besonders einschneidend war oder Ihre Denkweise verändert hat?
Meine Schwester hat eine geistige Behinderung. Das hat mich sehr geprägt, und trotz vieler schöner Momente war nicht immer alles einfach. Vielleicht hat das auch meine berufliche Laufbahn beeinflusst. Als dann eines meiner Kinder mit einer Behinderung diagnostiziert wurde, habe ich als Mutter eine neue Perspektive gewonnen – etwa welche Hürden unsere Gesellschaft marginalisierten Menschen stellt. Es war eine Achterbahn der Gefühle. Gleichzeitig bin ich dankbar für all diese Erfahrungen und meinen wunderbaren Sohn. Sie haben meine Liebe zur Vielfalt gestärkt und meinen Einsatz für die Rechte meines Kindes intensiviert. Durch all das konnte ich große Empathie entwickeln – sich in andere hineinzuversetzen ist als Politikerin unabdingbar.
5. Bei welchen Themen werden Sie persönlich emotional?
Bei Ungerechtigkeiten. Ich entwickle da einen starken Kampfgeist. Dabei ist mir jedoch immer wichtig, auch andere Perspektiven zu verstehen. Besonders in Zeiten des starken Rechtsrucks müssen wir uns damit auseinandersetzen.
6. Haben Sie schon einmal nach einer Diskussion oder einer bestimmten Situation Ihre ursprünglich feste Meinung zu einem Thema geändert? Bitte geben Sie ein konkretes Beispiel an und schildern Sie sowohl Ihre ursprüngliche Position als auch die, die Sie danach eingenommen haben.
Tatsächlich ja. Ich war beispielsweise anfangs dagegen, uns als Partei für den Bau einer Stadtbahn in Regensburg zu positionieren. Damals hatten auch bei mir bewusst gestreute Desinformationen Wirkung. Nach intensiven Diskussionen und einer genauen Prüfung der Zahlen und Fakten habe ich meine Meinung geändert: Wir brauchen die Stadtbahn! Ich habe bereits oben über eine gesunde Fehlerkultur gesprochen. Wir müssen lernen, unsere Meinung auch einmal ändern zu können und dabei unsere eigenen Egos zur Seite zu schieben, wenn das Gegenüber überzeugendere Argumente hat als ich. Natürlich gibt es bei mir klare Linien wie z. B. Menschenrechte oder Klima. Aber ich halte mich an meine Philosophie, ehrlich durchs Leben zu gehen und sich immer wieder zu reflektieren.
Marina Triebswetter I filter Magazin