Passend zur anstehenden OB-Wahl im März stellen wir die Kandidatinnen und Kandidaten im Porträt vor. Benedikt Suttner tritt als Oberbürgermeister-Kandidat in Regensburg für die ÖDP an. In unserem exklusiven Interview erfahren Sie, wie er am liebsten seine Freizeit verbringt, welche Erfahrungen ihn geprägt haben und welche Themen ihm besonders am Herzen liegen.
Am 08. März finden bereits wieder Wahlen in Regensburg statt. Unter anderem wird ein neuer Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin gewählt. Wir möchten herausfinden, wie die Personen hinter den Kandidatinnen und Kandidaten ticken.
Für das heutige Porträt haben wir mit Benedikt Suttner gesprochen, der für die ÖDP als OB-Kandidat antritt.
Benedikt Suttner (ÖDP) ganz privat
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1. Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Ich fahre gerne Rad. Es ist mein Fortbewegungsmittel Nummer 1 zur Arbeit, in der Freizeit, zum Einkaufen. Einmal im Jahr fahren wir als Familie eine mehrtägige Radtour mit Zelt. Oft stehe ich am Wochenende auch auf dem Fußballplatz und schaue meinen Söhnen beim Vereinskick zu. Die Liebe zum Kino ist mir bis heute geblieben. Die kleinen Regensburger Kinos mag ich sehr.
2. Welche Bücher, Filme oder Musik haben Sie nachhaltig beeindruckt und warum?
Das Buch „Städte für Menschen“ des dänischen Architekten Jan Gehl und der Film „Häuser für Menschen – humaner Wohnbau in Österreich“ haben mich politisch darin bestärkt, dass eine ökologisch-soziale Stadtplanung greifbar ist. Privat finde ich das Revival der Pumuckl-Filme sehr gelungen, weil hier Altes und Neues sympathisch kombiniert wird.
3. Wenn Sie nur eine Sache in Deutschland verändern / verbessern könnten – egal wie groß oder unrealistisch – welche wäre das?
Ich würde versuchen, mit der schnellen Einführung eines Tempolimits von 130 km/h auf Autobahnen und von 30 km/h in Ortschaften das Zeichen zu setzen, dass es uns als ÖDP ernst ist mit der Klimawende.
4. Welches Erlebnis gab es in Ihrem Leben, das für Sie besonders einschneidend war oder Ihre Denkweise verändert hat?
Das von uns initiierte erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen – Stoppt das Artensterben!“ hat mir den Glauben zurückgebracht, dass wir etwas bottom up verändern können. Das wirkt bei mir bis heute nach. Wenn ein so kleines Tier wie die Biene so viele Menschen mobilisieren kann, zeigt das, dass ein großer Teil der Gesellschaft viel von Nachhaltigkeit und Ökologie verstanden hat und wichtig findet. Und wenn so viele Menschen an einer direktdemokratischen Entscheidung mitwirken zeigt das, dass die meisten Menschen in unserem Staat die Demokratie als einzig richtige Staatsform schätzen und unterstützen. Das heißt auch, dass wir, die demokratischen Parteien, den Wähler*innen positive Angebote zum Mitwirken machen müssen und dürfen. Das ist eine riesengroße Chance!
5. Bei welchen Themen werden Sie persönlich emotional?
Wenn jemand an der Demokratie als der besten Staatsform ernsthaft zweifelt, wühlt mich das auf. Unsere Geschichte zeigt, welch großen Schatz wir mit unserem demokratischen System in Deutschland haben und wie wichtig es ist, diesen immer wieder neu zu verteidigen.
6. Haben Sie schon einmal nach einer Diskussion oder einer bestimmten Situation Ihre ursprünglich feste Meinung zu einem Thema geändert?
Im Juli dieses Jahres kam es auf uns drei ÖDP-Stadträte an. Wir waren bei der Entscheidung über die Verkehrsberuhigung der Altstadt das Zünglein an der Waage. Wir mussten über unseren Schatten springen und einem Parkhaus am Unteren Wöhrd zustimmen, das wir jahrelang abgelehnt hatten und weiterhin nicht möchten. Wir sahen aber, dass die Verwaltung hier wirklich ein großes Paket vorgelegt hat, um die Altstadt nach Jahrzehnten endlich vom Durchgangs-Autoverkehr zu befreien. Die Verlagerung von Stellplätzen, die Umwandlung in Anwohnerstellplätze, die Schaffung von mehr Grün in der Stadt, das Verbot der Einfahrt in eine zukünftig größere Fußgängerzone, all das sind Maßnahmen, die endlich eine Verkehrsberuhigung auf den Weg bringen, die ihren Namen verdient. Wir mussten eine Kröte schlucken, hoffen aber auf eine Altstadt mit hoher Lebensqualität und weniger Abgasen.
Marina Triebswetter I filter Magazin