Bayerns Gastgewerbe steht weiter unter Druck. Vor allem die sinkende Zahl der Beschäftigten macht den Betrieben zu schaffen. Wie könnte das Arbeiten im Gastbewerbe attraktiver für Mitarbeitende werden? Tourismusministerin Michaela Kaniber schlägt unter anderem flexiblere Arbeitszeiten vor.
Die aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik zeigen, dass der nominale Umsatz 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent zwar wuchs, real ging er jedoch um 1,4 Prozent zurück. Gleichzeitig sank die Zahl der Beschäftigten um 2,5 Prozent.
„Mehr Spielraum statt starre Vorgaben“
Die Bayerische Tourismusministerin Michaela Kaniber fordert von der Bundesregierung jetzt rasches Handeln bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit. „Unsere Betriebe brauchen endlich mehr Spielraum statt starrer Vorgaben. Die Vorschläge der Nationalen Tourismusstrategie von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sind absolut richtig. Jetzt müssen das Bundesarbeitsministerium und die Regierungsfraktionen das rasch umsetzen. Weitere Verzögerungen zu Lasten unserer Betriebe sind absolut schädlich“, bekräftigt Kaniber. Gerade im Gastgewerbe entscheide mehr Flexibilität darüber, ob Betriebe Dienstpläne verlässlich gestalten, Personal halten und Arbeit attraktiver machen können.
Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Gleichzeitig eröffne sie auch für Beschäftigte neue Möglichkeiten. „Flexible Arbeitszeiten stärken nicht nur die Betriebe, sie verbessern auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mehr Flexibilität ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, dass unsere Wirtshäuser, Hotels und Restaurants eine Zukunft haben“, so Kaniber.
Kaniber befürwortet steuerliche Entlastung für Gastrnomie
Für die Ministerin sind die Zahlen ein klarer Auftrag an die Politik: „Diese Entwicklung zeigt, wie angespannt die Lage ist. Auf dem Papier steht ein Plus – in der Realität kämpfen viele Betriebe ums wirtschaftliche Überleben. Genau deshalb war die steuerliche Entlastung der Gastronomie wichtig und richtig.“
Sowohl in der Beherbergung als auch in der Gastronomie zeigt sich ein ähnliches Bild: In der Beherbergung steigt der nominale Umsatz um 2,1 Prozent, real sinkt er um 0,7 Prozent. Die Beschäftigtenzahl geht um 2,9 Prozent zurück. In der Gastronomie wächst der nominale Umsatz um 1,9 Prozent, während der reale Umsatz um 1,9 Prozent abnimmt. Hier sinkt die Zahl der Beschäftigten um 2,3 Prozent.
„Wer die Entlastung der Gastronomie infrage stellt, verkennt die Realität in unseren Betrieben. Politik muss Arbeitsplätze sichern und Strukturen erhalten – nicht neue Belastungen schaffen“, so Kaniber.
„Unsere Wirtshäuser und Restaurants halten Gemeinden zusammen“
Kaniber unterstreicht auch die gesellschaftliche Bedeutung der Branche: „Unsere Wirtshäuser und Restaurants halten Gemeinden zusammen. Sie stiften Gemeinschaft, tragen Kultur und geben dem Ehrenamt ein Zuhause. Wenn die Gastronomie schwächelt, trifft das nicht nur die Wirtschaft, sondern unser soziales Miteinander.“
Der Freistaat Bayern setzt sich deshalb konsequent für bessere Rahmenbedingungen ein und unterstützt die Branche weiter aktiv. „Unsere Gastgeberinnen und Gastgeber leisten jeden Tag enorm viel. Sie verdienen Respekt, Planungssicherheit und politische Rückendeckung“, so Kaniber abschließend.
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus / RNRed