Die kommende Amtszeit vom neuen Oberbürgermeister, Dr. Thomas Burger, bedeutet für die Regensburger Stadtverwaltung einen Führungswechsel. Bei vielen Bürgerinnen und Bürgern macht sich deshalb der Wunsch nach Veränderung breit. Doch was wären konkrete Bedürfnisse, die unsere Mitmenschen beschäftigen? Das Regensburger Nachrichten-Redaktionsteam ist dieser Frage in einer Umfrage nachgegangen.
Die kommende Amtszeit vom neuen Oberbürgermeister, Dr. Thomas Burger, bedeutet für die Regensburger Stadtverwaltung einen Führungswechsel. Bei vielen Bürgerinnen und Bürgern macht sich deshalb der Wunsch nach Veränderung breit. Doch was wären konkrete Bedürfnisse, die unsere Mitmenschen beschäftigen? Das Regensburger Nachrichten-Redaktionsteam ist dieser Frage in einer Umfrage nachgegangen.
Der neue Oberbürgermeister, Dr. Thomas Burger (SPD), hat viele Pläne für Regensburg, wie beispielsweise einen Ausbau des ÖPNV, mehr Sicherheit am Bahnhof und eine lebenswertere Altstadt. Doch was erhoffen sich die Regensburger Bürgerinnen und Bürger vom neuen Stadtoberhaupt? Dieser Frage sind wir bei einer Umfrage nachgegangen.
Der Wunsch zum sozialen Miteinander
Der am meisten genannte Wunsch der Befragten war die soziale Gerechtigkeit. Juan L., 43 Jahre alt, meinte dazu: „Für mich ist es wichtig, dass hier weiterhin Progressismus betrieben wird.“ Auch Isabelle S. und ihr Begleiter gaben an, dass sie sich mehr soziale Gerechtigkeit erhoffen. Sie äußerten Bedenken bezüglich der „verhärteten Fronten“ und wünschten sich allgemein mehr Empathie in der Politik. Isabelle S. fügte außerdem hinzu: „Herr Burger soll sich straff gegen die politischen Spannungen einsetzen.“
Ein Beispiel, wie man das Miteinander stärken kann, lieferte eine weitere Befragte: „Von meinen Bekannten habe ich auch oft den Wunsch nach mehr Orte der Begegnung für queere Menschen mitbekommen.“ (Esther J., 21 Jahre alt)
Auch mehr Räume für Kunst und Kultur waren ein Bedürfnis, das öfter geäußert wurde. „Ich erhoffe mir einen Ausbau des Kulturangebots – aber ohne die sozialen Töpfe abzuschöpfen.“ (Clemens R., 38 Jahre alt)
Verkehr, Mobilität, Nachhaltigkeit
Die nachhaltige Nutzung der Stadt und der öffentliche Nahverkehr sind schon seit längerer Zeit zentrale Diskussionspunkte unter den Bürgerinnen und Bürgern von Regensburg. Dabei stellen sich immer wieder die Fragen, wie die Stadt möglichst nachhaltig gestaltet werden kann und wie sich Verkehr und Umwelt sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Olga S., 39 Jahre alt, hat einige Lösungsansätze für eine ökologische Nutzung der Innenstadt vorgeschlagen: „Der Verkehr soll weitestgehend aus der Stadt gelassen werden, dann sind auch beispielsweise Familien, die mit dem Rad unterwegs sind, sicherer. Mehr Park-and-Ride Möglichkeiten in die Stadt hinein würden auch viele entlasten. Leicht zugängliche Carsharing-Optionen sind auch eine Idee, vor allem für Personen, die kein Auto haben – für beispielsweise Einkäufe oder Trips.“
Paul R., 34 Jahre alt, ergänzte, dass die Stadtbahn revitalisiert werden solle, denn in ein paar Jahren würde die Stadt die 200.000 Einwohner knacken. Er meinte, dass der Transport mit dem aktuellen Bussystem „einfach sehr schwierig“ sei.
Clemens R., 38 Jahre alt, äußerte den Wunsch nach mehr gekennzeichneten Radwegen und kritisierte das aktuelle Angebot des ÖPNV. Die Fahrtzeiten wären zu unregelmäßig und die Anbindung zum Regensburger Landkreis zu schlecht.
Eine grünere Altstadt
Neben dem Verkehr spielte auch die Begrünung der Innenstadt eine große Rolle. Dieser Wunsch wurde von fast allen Befragten geäußert.
David E., 37 Jahre alt, präsentierte dazu konkrete Änderungsvorschläge: Nach ihm könne man die Thundorferstraße und den Fischmarkt in eine Promenade umwandeln, indem man dort den Großteil des Verkehrs einschränke und die Bürgersteige entferne. Somit würde die Innenstadt auch fußgängerfreundlicher werden.
Außerdem fügte er hinzu: „Ich finde, man sollte definitiv über einen Abriss des alten Kaufhaus-Gebäudes nachdenken. Mir erscheint eine komplette Umnutzung des Komplexes total unrealistisch. Das Untergeschoss könnte man weiterhin für beispielsweise Nahversorger nutzen, aber eine Begrünung mit Wiese und Bäumen auf der Fläche, wo aktuell das große Gebäude steht, sehe ich als sinnvoll. Ich denke, das würde vielen Altstadtbewohnern auch ganz gut gefallen.“
Empathisch und bodenständig für die Demokratie
„Wichtig ist, dass Thomas Burger sehr präsent ist und er Politik macht, bei der man auch das Gefühl bekommt, dass er unter den Leuten ist. Ich wünsche mir auch, dass er einen starken sozialen Zusammenhalt als Ziel hat. Ich erhoffe mir, dass wir unsere Demokratie und unsere Institutionen verstärken können.“, so Juan L., 43 Jahre alt.
Damit fasste Juan L. eine Erwartung zusammen, die sich alle Befragten teilten: Sie wünschen sich ein gesundes Miteinander sowie den Schutz und die Stärkung der Demokratie.
„Man hat in Regensburg eine hohe Lebensqualität“, so Juan L., 43 Jahre alt. Er erhoffe sich, dass dieses Gefühl auch bei anderen Bürgerinnen und Bürgern stärker ankäme. Ob und wie das gelingt, kann die kommende Amtszeit von Dr. Thomas Burger beeinflussen.
Asra Emin / Lucia Stuber / RNRed