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Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Regensburg begann das Geschäftsjahr 2013 für viele Firmen in der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim besser als zunächst erwartet. Trotzdem hinterließ der lange und kalte Winter seine Spuren.

"Im Januar hatten wir 20 Prozent mehr, im Februar zehn Prozent mehr Umsatz als im Jahr davor", berichtet Bernhard Jahn von der Porzellan-Galerie Amberg. Ein guter Start wäre das gewesen, "dafür ist dann aber das Ostergeschäft ausgefallen." Trotz allem sieht der Händler gute Chancen für ein stabiles Jahr. Dem Rest der Wirtschaft geht es ähnlich.

Trendwende

Der lange und kalte Winter hat über die Branchen hinweg seine Spuren hinterlassen. "Dennoch zeigen die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2013 eine Trendwende gegenüber den letzten Umfragen", beobachtet der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Josef Beimler. Die Unternehmen in der Region schrauben ihre Geschäftserwartungen wieder gewaltig nach oben, der Einbruch der Kapazitätsauslastung soll sich in den nächsten Monaten umkehren. "Das Vertrauen in die Inlands- und Auslandsgeschäfte ist zurückgekehrt, wenngleich der Zypern-Effekt ein Unsicherheitsfaktor bleibt", erklärt Beimler. Mit einem Wert von 117 Punkten verbesserte sich der Konjunkturklima-Indikator der IHK gegenüber dem Jahresbeginn um sechs Punkte.

Rekordverdächtige Exportquote

Dem aktuellen ifo-Geschäftsklimaindex zum Trotz blickt die gewerbliche Wirtschaft Ostbayerns zuversichtlich auf die nächsten Monate. "Wir haben unsere Auftragsbücher ordentlich gefüllt", weiß Geschäftsführer Helmut Mokroß von der Deutschen Technoplast GmbH in Wörth a. d. Donau. Diese gute Nachricht hört man von vielen produzierenden Betrieben. Der Grund dafür liegt wieder einmal in den vielen Exporten aus dem IHK-Bezirk in die Welt. Die IHK vermeldet einen neuen Rekord bei der Exportquote von 50,1 Prozent.

Der Fokus der Firmen liegt auf dem nichteuropäischen Ausland, das die Eurokrise kalt lässt. "Vor allem aus Asien sind die Bestellungen im Vergleich zum Jahresbeginn gestiegen", sagt Josef Beimler. Die Industrie im IHK-Bezirk verstärkt derzeit Marketing und Vertrieb in Asien, Afrika und Russland. Branchenübergreifend rechnen rund 30 Prozent der Betriebe mit mehr Aufträgen jenseits der Grenzen.

Herausforderung Ausland

Bei der Deutschen Technoplast gehen sogar 85 Prozent der Produktion ins Ausland. Das ist trotz der guten Zahlen nicht immer leicht: "Wir exportieren hauptsächlich in den asiatischen Markt und unsere Konkurrenz kommt auch aus Asien, hauptsächlich aus Taiwan und Korea, was sich in einem extremen Preisdruck niederschlägt", sagt Geschäftsführer Mokroß. Es sei eine echte Herausforderung seine Stärken zu spielen, wenn nur noch über Prozentpunkte verhandelt wird. "Trotzdem sind wir davon überzeugt, dass unser wertschöpfender Weg der Richtige ist. Wir überzeugen am liebsten als Entwicklungspartner und innovativer Premium-Anbieter."

Zurückhaltung bei Investitionen

Die positiven Geschäftserwartungen schlagen sich noch nicht in den Investitionsplanungen aller Branchen nieder. In der Industrie geben 80 Prozent der Unternehmen an, Aufträge vergeben zu wollen. Davon planen 31,5 Prozent ihr Finanzierungsbudget zu erhöhen. Für die Unternehmen mit Investitionsabsichten ist die Lage am Finanzmarkt aufgrund des Zinsniveaus nach wie vor günstig.

Zukunftserwartungen

Die Geschäftserwartungen sind wieder optimistischer. Die positivsten Aussichten vermelden Industrie und Bauwirtschaft. Als großer Unsicherheitsfaktor wird die Entwicklung der Rohstoffpreise gewertet. Am Arbeitsmarkt wird es voraussichtlich wenig Bewegung geben. Dreiviertel der Personalabteilungen planen 2013 weder steigende noch sinkende Beschäftigtenzahlen. 36,6 Prozent der Betriebe sehen sich in der Lage, höhere Preise am Markt durchzusetzen. Tendenziell sollen sich die Verkaufspreise im Vergleich zu den Vorjahren aber nur mäßig erhöhen.

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