Augen auf beim Welpenkauf


Illegale Tier- und Welpentransporte sind in Bayern keine Seltenheit. Seit 2011 gab es tausende davon. Allein in Passau wurden 4380 illegale Tiertransporte gestoppt und mindestens 496 Hundewelpen konfisziert. Eine Frage, die sich dabei immer wieder stellt: Wie kann man den dubiosen Händlern das Handwerk legen?

Insgesamt stellten Beamten bayernweit rund 3.000 Hunde und 200 Katzen sicher, darunter fast 2.000 wenige Wochen alte Welpen und 100 Katzenjunge. Das ergab eine jüngste Anfrage vom Bündnis 90/Die Grünen an den bayerischen Landtag. Ein großes Problem bei den aufgefundenen, illegal transportierten Tieren ist, dass ihre Herkunft meist nicht nachvollziehbar ist und dubiose Händler so anonym handeln können.

Doch daran muss sich zum Wohl der Tiere etwas ändern, die oft viel zu jung über die Grenzen geschmuggelt werden. Eine europaweit einheitliche Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen, wie sie etwa die Tierschutzorganisation Vier Pfoten fordert, kann dabei ein erster entscheidender Schritt in die richtige Richtung sein. Die Zahlen aus Bayern würden deutlich zeigen, dass der illegale Tierhandel ein riesiges Problem sei, so Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei „Vier Pfoten“ Deutschland. Regelmäßig würden Welpen unter katastrophalen Bedingungen in Osteuropa gezüchtet, viel zu früh von ihren Müttern getrennt und ohne medizinische Versorgung in engen Transportboxen nach Deutschland gebracht, so Schneider weiter.

„Über Online-Portale verkaufen unseriöse Händler die oft schwerkranken Hundewelpen ohne überprüfte Identität an ahnungslose Käufer. Einzig durch eine lückenlose Rückverfolgbarkeit, die mit einer europaweit verpflichtenden Kennzeichnung und Registrierung möglich wäre, könnten die Täter identifiziert und strafrechtlich verfolgt werden", sagt Daniela Schneider und spricht damit ein weiteres großes Problem im Zusammenhang mit illegalen Tiertransporten und unseriösem Welpenhandel an – der Online-Kauf von Tieren.

Online-Handel mit Tieren boomt

Das skrupellose Geschäft mit Welpen boomt, vor allem im Online-Bereich. Der anstrengende Transport von Osteuropa nach Deutschland ist eine Tortur. Denn die jungen Hunde sind häufig krank, nicht geimpft und schwer traumatisiert. Werden diese Wagen gestoppt, kommen die Hunde zunächst in Tierheime, wo sie medizinisch versorgt werden. Dabei entstehen hohe Tierarztkosten, doch häufig kann auch die schnellste Hilfe das Leben der Tiere nicht retten.

In den nächsten zwei Jahren sollen die Tierheime in Bayern laut der Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen mit zwei Millionen Euro gefördert werden. „Die Tierheime brauchen Entlastung – das geht nur durch Prävention. Dubiose Tierhändler müssen zur Transparenz gezwungen werden, damit sie sich nicht hinter der Anonymität des Internets verstecken können“, so Schneider von „Vier Pfoten“. Der Verein selbst erarbeite derzeit ein europaweit kompatibles System zur Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von Hunden und Katzen, das den Fokus auf Online-Börsen lege, so Schneider.

Checkliste für den Welpenkauf

Jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich einen Welpen nach Hause zu holen, sollte beim Kauf auf ein paar ganz entscheidende Punkte achten, um keinem dubiosen Händler in die Hände zu spielen:

  • Die Hunde sollten nur direkt beim Anbieter zu Hause abgeholt werden. So können Sie direkt einen Blick auf die Geburtsstätte der Welpen werfen.
  • Lassen Sie sich das Muttertier zeigen. Gerade wenn sie als „Gebärmaschinen“ missbraucht werden, vegetieren die Hündinnen in schlechten Verhältnissen getrennt von den Welpen vor sich hin. 
  • Werden Sie achtsam, wenn der Händler mehrere Rassen oder eine große Anzahl an Tieren anbietet. Oft fungieren diese Händler als Zwischenhändler.
  • Kaufen Sie keine Welpen, die jünger als acht Wochen sind. Am besten sollten Welpen bei der Abgabe mindestens zehn Wochen alt sein, doch keinesfalls unter acht Wochen. Denn erst danach sind sie von ihrer Entwicklung her so weit, dass sie von ihren Wurfgeschwistern und von der Mutter getrennt werden können.
  • Ein seriöser Händler hat Interesse am Wohlergehen seiner Welpen und will, dass es ihnen gut geht. Er wird seine Tiere nicht an den Erstbesten abgeben
Bildquelle: Kamerafoto / sonstige | Vier Pfoten



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