Das Spiel mit dem Glück


Rund 180.000 Menschen in Deutschland leiden an Spielsucht. Die meisten von ihnen zocken am Automaten, doch auch Poker, Blackjack und Roulette finden verstärkt Zulauf – vor allem online. Was sich so harmlos anhört, kann jedoch schnell gefährlich werden. Vor allem, wenn das Spiel um und mit dem Glück anfängt, das Leben zu diktieren.

Gerade das Internet bietet Unmengen an Möglichkeiten, den Spieltreib auszuleben. Dank PC, Tablet und Smartphone ist fast jeder immer und überall nur ein paar Klicks vom Glücksspiel entfernt. Vor allem Online Casino Spiele boomen zusehends. Das Angebot ist mittlerweile sogar so groß, dass es Websites gibt, die Online Casinos nach ihrer Seriosität einstufen. Einen vertrauenswürdigen Anbieter zeichnet demnach vor allem eine gültige Lizenz, hoher Datenschutz, sichere Zahlungsmethoden sowie ein guter Kundenservice aus. Eine große Auswahl an Spielen versteht sich dabei von selbst.

Dubiose Anbieter

Wie in jeder Branche tummeln sich allerdings auch im Bereich des Glückspiels unter den vielen seriösen Angeboten einige schwarze Schafe – egal ob in der realen oder in der virtuellen Welt. Im Netz stößt man zum Beispiel vermehrt auf sogenannte schwarze Lotterien oder Zweitlotterien, bei denen Lottospieler unwissend ihren Tipp abgeben. Diese dubiosen Anbieter besitzen oft ein ähnlich seriöses optisches Erscheinungsbild wie die staatlichen Lotterien, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Sie besitzen keine deutsche Lizenz. Bei diesen schwarzen Lotterien, deren Anbieter meist im Ausland sitzen, nehmen die Spieler folglich gar nicht an den Original-Glücksspielen teil. Um der Gefahr zu entgehen, einem Betrüger auf den Leim zu gehen, sollten sich Spieler anhand der sogenannten White List über seriöse Anbieter informieren. Diese Liste, zusammengestellt von den Glücksspiel-Aufsichtsbehörden der Bundesländer, bietet einen Überblick über Lotterien und Sportwetten des DLTB und kann das Risiko beim Glücksspiel minimieren. Zumindest wenn es um die Wahl zwischen seriösem und unseriösem Anbieter geht. Vor der Gefahr, süchtig zu werden, schützt keine Liste.

Doch lange nicht jeder, der Glücksspiele spielt, wird auch süchtig. Das Spiel und der Spieler müssen beide  das Suchtpotenzial in sich tragen. Im Bereich der Spiele stuft man dabei nicht jedes Glücksspiel gleichermaßen hoch ein. Man unterscheidet vielmehr zwischen „weichen“ und „harten“ Glücksspielen. Zu den weichen zählen vor allen Dinge jene, die mit kleinen Einsätzen und geringer Häufigkeit gespielt werden, wie etwa Kartenspiele um geringe Centbeträge oder Würfelspiele. Unter die harten Glücksspiele fallen insbesondere Zufalls- und Geschicklichkeitsspiele um Geld: Geldspielautomaten, Casino-Spiele wie Roulette, Black Jack oder Baccara oder auch Rennwetten. Die meisten suchtkranken Spieler findet man an Automaten. Der Verlust ist dabei groß, da die Automaten lediglich 50-60 Prozent des Einsatzes wieder ausspielen.

Ein paar wenige Stufen bis zur Sucht

Bis es zum tatsächlichen Suchtverhalten kommt, in denen sich das Leben meist nur noch um das Spielen dreht, bedarf es einiger Vorstufen. Meist beginnt alles mit einem guten Start. Man spielt mal in der Freizeit, hat im wahrsten Sinne Glück und gewinnt ein paar größere oder kleinere Gewinne, was zu positiven Gefühlen führt. Dreiviertel aller Süchtigen haben zu Beginn verhältnismäßig oft gewonnen und entwickeln durch die Erfolge eine starke Gewinn-Erwartung. Damit steigt nicht nur das Risiko, süchtig zu werden, sondern auch die Bereitschaft, risikoreicher zu spielen.

Einhergehend mit dieser erhöhten Bereitschaft beginnt der Spieler, häufiger dem Glücksspiel nachzugehen. Die Gedanken an das nächste Spiel nehmen dabei zu, der anfängliche Erfolg verkehrt sich jedoch schon bald ins Gegenteil. Denn meist wird bereits in diesem Stadium mehr Geld verloren als gewonnen. Das Glücksspiel dient jedoch auch dazu, innere Unruhe oder den tristen Alltag zu vergessen, weshalb trotz herber Verluste weitergespielt und sich damit an das Spielen gewöhnt wird.

Aus dieser Gewohnheit resultiert dann im dritten Schritt schließlich die Sucht. Es entsteht ein zwanghafter Drang, zu spielen, der finanzielle Verlust führt zum Ruin. Viele glauben, die Verluste wieder hereinspielen zu können und verzocken dabei selbst ihr letztes Hab und Gut. Verbunden ist dieser Teufelskreis oft mit Lügen, um das eigene Problem vor Angehörigen zu verheimlichen. Die Spieler verlieren in diesem Stadium die Kontrolle und begeben sich in die totale Abhängigkeit. Versprechen, mit dem Spielen aufzuhören, verlaufen ins Leere, stattdessen wachsen Verzweiflung und Scham. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, hilft meistens nur noch professionelle Hilfe in Form einer Therapie.

Im Vergleich zu anderen Suchterkrankungen wie Alkohol oder Nikotin rangiert die Glückspielsucht zwar eher auf den hinteren Plätzen, gefährlich kann jedoch auch sie werden.
Bildquelle: Kamerafoto / sonstige | Carl Raw



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