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Was wird eigentlich am 26. Dezember gefeiert? Und was hat das nervigste Wort 2008 mit Weihnachten zu tun? Die Antworten hierauf und auf weiter Fakten rund um das Fest der Liebe lesen Sie hier.  

Der Ursprung des Weihnachtsdatums

Als offizielles Kirchenfest am 25. Dezember wird die Geburt Jesu Christi seit den 30er Jahren des 4. Jahrhunderts gefeiert. Hinweise hierfür liefert die lapidare Notiz „Natus Christus in Betleem Iudeae“ des sogenannten „Chronograph von 354“ in einem vor 336 in Rom entstandenen Märtyrerverzeichnis. Das Datum ist dabei aber kein zufällig gewähltes. Denn die im römischen Kalender auf den 25. Dezember datierte Wintersonnenwende wurde seit jeher als der Sieg des Lichts und des Lebens über die Finsternis und den Tod gefeiert. Ebenso galt der Tag seit dem Jahr 274 als landesweiter Feiertag und Geburtstag des unbesiegbaren Sonnengottes „Sol Invictus“. Da das frühe Christentum durchaus Parallelen zwischen dem heidnischen Gott und ihrem Erlösergott zogen und für Christus zugleich das Prädikat der wahren Sonne (Christus verus Sol) beanspruchten, wurde das Datum kurzerhand übernommen.

Was wird am 26. Dezember gefeiert?

In vielen Staaten Europas gibt es zwei Weihnachtsfeiertage – auch hier in Deutschland. Während am 25. Dezember die Geschehnisse der Weihnachtsgeschichte mit der Geburt des Erlösers im Vordergrund stehen, ist der 26. Dezember der Fleischwerdung (Inkarnation) des Wort Gottes gewidmet. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird also nicht mehr die Geburt des Jesuskinds als solche gefeiert, sondern dass mit seiner Geburt Gott zum Menschen wurde.Vor der Reformation gab es in den unterschiedlichen deutschen Herrschaftsgebieten im Übrigen zwischen einem und fünf Weihnachtsfeiertagen. Erst durch Martin Luther wurden die Festivitäten des Weihnachtsfests auf insgesamt zwei Tage festgelegt. 

„Xmas“ – Das nervigste Wort 2008
 

Jeder kennt es, viele meiden den Gebrauch. Die englische Abkürzung „Xmas“ für Christmas wird von den Deutschen nicht nur zuhauf falsch ausgesprochen, sondern wurde vom Verein Deutsche Sprache sogar zum überflüssigsten und nervigsten Wort des Jahres 2008 gewählt. Laut Gremium steht die kontrahierte, fremdsprachige Form im krassem Gegensatz zu allem, wofür das deutsche Weihnachtsfest steht: Gemütlichkeit, deutsche Weihnachtstraditionen, Romantik, Christlichkeit. Dabei handelt es sich bei Xmas im eigentlichen Sinne nicht mal um eine neumodischen Begriff. Die Abkürzung wurde nämlich bereits Mitte des 16. Jahrhunderts verwendet, wobei das „X“ (Chi) im griechischen Alphabet den ersten Buchstaben des Wortes Christos (ΧΡΙΣΤΟΣ) darstellt. Gemeinsam mit dem Buchstaben „Ρ“ (Rho) bildet das „X“ das Christusmonogramm ☧. 

Call it „Weihnacht“

Von Weihnachten als Fest der Geburt Christi ist erst seit Ende des 12. Jahrhunderts die Rede. Das Wort stellt dabei eine direkte Lehnübersetzung des lateinischen „nox sancta“ zum mitteldeutschen „wîhe naht“ (geweihte Nacht) dar. Die Übersetzung war erstmalig in einer Predigtsammlung von 1170 aufgetaucht und fand später Niederschlag in einem Langgedicht des bayerischen Minnesänger Spervogel, wodurch die Wendung sich auf deutschsprachigem Gebiet verbreiten konnte.

Advent, Advent, mein Magen hängt?

Während dem Weihnachtsfest heute mit einem Adventskranz, Adventskalender und Weihnachtsmärkten entgegengefiebert wird, hatten sich frühe Christen anders auf die Ankunft des Herrn (lat. adventus Domini) vorbereitet. Noch bis vor hundert Jahren galt die Adventszeit auch hierzulande als strenge Fastenzeit. Denn bei der Adventszeit handelte es sich ursprünglich um eine Fasten- und Bußzeit, die sich vom Martinstag, 11. November, bis zum Tag der Erscheinung des Herrn, 6. Januar, zog – dem ursprünglichen und heute noch in den Ostkirchen gebräuchlichen Geburtsdatum Jesu. Gefastet werden musste allerdings nur an den Wochentagen, sodass an Sonnabenden und Sonntagen normal gegessen werden konnte.Während das Adventsfasten seit 1917 nicht mehr ausdrücklich vom katholischen Kirchenrecht verlangt wird, gilt der Advent in den orthodoxen Kirchengemeinden bis heute als Vorbereitungszeit für die Ankunft Christi. Hintergrund hierfür ist der Doppeldeutigkeit des Advents. Während zum einen auf die freudige Menschwerdung Gottes entgegengefiebert wird, wird zum anderen der endzeitlichen Wiederkunft Christi gedacht, die eine Buße des Menschen erfordert.

Ohne Reformation kein Christkind

Der Vorläufer der Weihnachtbescherung beruht auf der bis heute praktizierte Gabenverteilung des Hl. Nikolaus am 6. Dezember. Ein Brauch, der sich auf den historisch schwer fassbaren und mit zahlreichen Legenden umwobenen Bischof von Myra zurückführen lässt. Dieser galt bereits unter den frühen Christen als besonderer Wohltäter der Armen, weshalb in den Kirchen an seinem Namenstag kleine Leckereien wie Äpfel oder Nüsse an die Kinder verteilt wurden.Diese katholisch tradierte Heiligenverehrung war jedoch Martin Luther ein Dorn im Auge. Durch die von ihm angestoßene Streichung der Namenstage wurden die Gaben in den reformierten Haushalten bald vom Heiligen Christ überbracht. Eine Tradition, die bald auch von den Katholiken übernommen wurde. Da hier jedoch auch der Nikolaus seine Gaben brachte, mussten die Geschenke des Christkinds freilich etwas großzügiger ausfallen, wobei irgendwann auch die Erwachsenen mit einem Geschenk bedacht wurden.Dass tief verwurzelte Bräuche sich nicht einfach auslöschen lassen, zeigt Folgendes: Während die Geschenke heute vor allem im katholisch geprägten Süden Deutschlands vom Christkind gebracht werden, bringt sie im protestantisch geprägten Norden ein ominöser Weihnachtsmann. Sein weißer Rauschebart erinnert dabei genauso wie sein weitverbreiteter Name Santa Claus (wörtlich übersetzt Hl. Klaus) an den ehemaligen Gabenbringer aus vorreformatorischer Zeit – dem Hl. Nikolaus.
Bildquelle: unsplash.com |

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