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Kariesbakterien sind nicht die einzige Gefahr für Kinderzähne. 2019 waren bundesweit etwa 230.000 Kinder zwischen sechs und sieben Jahren wegen Kreidezähnen in zahnärztlicher Behandlung. Jeder 12. Heranwachsende in dieser Altersgruppe sind somit von einem viel zu weichem Zahnschmelz betroffen. Erfolgreich davor schützen kann man sich nicht. 

Was bei den ersten Diagnosen noch als besonderer Einzelfall abgehandelt wurde, hat längst zahnmedizinische Relevanz erlangt. Bereits im Frühjahr 2018 hat die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde vor einer besorgniserregenden Zunahme von Kreidezähnen gewarnt. Denn die Fallzahlen steigen seit Jahren dramatisch an. Laut einer Studie der BARMER-Krankenkasse befanden sich im Jahr 2019 etwa 230.000 Sechs- bis Neunjährig aufgrund von Kreidezähnen in zahnmedizinischer Behandlung. Bundesweit leiden mittlerweile 28 Prozent aller Zwölfjährigen an zu schlecht mineralisierten Zähnen. Eine Prävention ist dabei kaum möglich, denn die Ursachen für Kreidezähne sind noch ungeklärt. 

Sind Kreidezähne gefährlich? 

Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), auch Kreidezähne genannt, zählt zu den jüngeren Zahnerkrankungen und wurde erstmalig 1987 in Schweden beschrieben. Bei MIH handelt es sich um eine Schmelzbildungsstörung, die infolge einer fehlerhaften Mineralisation des Zahnschmelzes zu brüchigen Zähnen mit äußerlich sichtbaren Verfärbungen führt. Die Betroffenen leiden je nach Schweregrad der Strukturanomalie an unterschiedlichen Ausprägungen, von lediglich leichten Verfärbungen einzelner Zahnpartien bei Grad 1 über eine gesteigerte Empfindlichkeit mit mittleren Verfärbungen der betroffenen Zähne bei Grad 2 bis hin zu schweren Deformationen mit starken Schmelzverlusten und einer starken Druck- und Temperaturempfindlichkeit bei Grad 3. Da Kreidezähne in der Regel über eine poröse Oberfläche verfügen, gelten sie zudem als extrem anfällig für Karies und bedürfen einer besonderen und regelmäßigen Prophylaxe. Schwere Formen von MIH bedürfen überdies lebenslange Folgebehandlungen. Der Großteil der Patienten leidet nur an leichten Verfärbungen. Eine wirksame Therapie, die MIH heilen könnte, existiert aber nicht. Um die Gefahr einer weiteren Demineralisierung entgegenzuwirken, müssen Kreidezähne nach ihrer Diagnose einer entsprechenden Prophylaxe unterzogen werden – andernfalls steigt das Risiko, dass die betroffenen Zähne porös und brüchig werden und im Laufe der Zeit Stücke davon abbrechen.

Ungeklärte Ursachen 

Über die genauen Ursachen von MIH zerbricht sich die Wissenschaft den Kopf. Als gesichert gilt, dass sowohl die Ernährungsgewohnheiten und als auch das Zahnputzverhalten der Betroffenen zumindest keinen Einfluss auf die Entstehung von MIH ausüben können. Denn die Anomalien des Zahnschmelzes entstehen bereits zu dem Zeitpunkt, wenn der Zahnschmelz gebildet wird und die Zähne noch im Kieferknochen liegen. Da von der Hypomineralisation vor allem die bleibenden Molaren (Backenzähne) und Inzisiven (Schneidezähne) betroffen sind – daher auch der Name –, müssen sich die Anomalien des Zahnschmelz zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr ereignen. Wie genau es aber zu diesen kommt, oder wodurch diese ausgelöst werden, ist in der Wissenschaft jedoch strittig. Als Auslöser werden zum einen die Ernährungsgewohnheiten in der Schwangerschaft und zum anderen Antibiotikagaben, Infektionskrankheiten wie Windpocken und Umwelteinflüsse wie Dioxine oder der Kunststoffweichmacher Bisphenol A (BPA) diskutiert. 

Regionale Unterschiede 

Kreidezähne werden nach der BARMER-Analyse bei Kindern in manchen Bundesländern beinahe doppelt so häufig vermutet wie in anderen Regionen. Diesen Schluss lassen aktuelle Untersuchungen zu, bei denen nach Mustern gesucht wurde, die für die Behandlung der MIH typisch sind. Der Anteil der Sechs- bis Neunjährigen mit einer behandlungsbedürftigen MIH reichte im Jahr 2019 von 5,5 Prozent in Hamburg bis hin zu 10,2 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Wobei vor allem Heranwachsende im Westen und Nordosten Deutschlands von schwerer MIH betroffen waren. Bei der Betrachtung der einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte sind die potenziellen Unterschiede noch größer. Hier reichte die berechnete Prävalenz von 3,3 Prozent in Memmingen bis hin zu 14,7 Prozent in Kaiserslautern. Bayern liegt mit 7,0 im Mittelfeld des Länderdurchschnitts. Sollten Sie den Verdacht hegen, dass eines Ihrer Kinder an MIH leidet, sollten Sie unbedingt Ihren Zahnarzt in Regensburg kontaktieren, um eine frühzeitige Therapie und Prophylaxe zu beginnen.
Bildquelle: bigstockphoto.com | Halyna Romaniv

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