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Eisbär treibt auf Eisschole davon

Die westdeutsche Flutkatastrophe im vergangenen Juli hat die Auswirkungen des Klimawandels im Ahrtal deutlich sichtbar gemacht. Kaum einen Monat später liegt der neue Weltklimabericht des ICPCC vor. Dessen Schluss: Die globale Erderwärmung setzt sich schneller fort als erwartet.

1988 wurde der Intergovernmental Panel on Climate Change (ICPCC, zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen und der Weltorganisation für Meteorologie ins Leben gerufen. Aufgabe des Weltklimarats ist es seitdem, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel für politische Entscheidungsträger zusammenzufassen. Seit dem vorausgegangenen Weltklimabericht 2013 ist die Forschung zur globalen Erderwärmung fortgeschritten. Mittlerweile sind die Forscher sicher, dass die angestrebten Klimaschutzziele die Folgen des Klimawandels nicht gänzlich abwenden können.

ICPCC: Klima-Fazit in drastischen Bildern

Eisschmelze, Hitzewellen, Dürren und Starkregen werden in Zukunft zunehmen. Auch eine drastische Reduktion der Treibhausgase könne kaum noch verhindern, dass der Meeresspiegel für Tausende von Jahren erhöht bleibe. Sogar die angestrebte Klimaneutralität würde das Szenario nicht gänzlich abwenden. Ende des Jahrhunderts sei ein bis zu 62 Zentimeter höherer Meeresspiegel zu erwarten als zwischen 1995 und 2014. Bis zum Sommer 2050 rechne man mit einem weitgehend eisfreien Nordpolarmeer. So heißt es in dem 43-seitigen ICPCC-Bericht. Der menschliche Einfluss habe die Atmosphäre so sehr aufgeheizt, wie seit 2000 Jahren nicht. Im Jahr 2019 habe die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre den höchsten Stand seit mindestens zwei Millionen Jahren erreicht. Vor diesem Hintergrund beschreiben die Forscher unterschiedliche Zukunftsszenarien.

Mit Klimaneutralität das Schlimmste abwenden

2015 haben sich mehr als 150 Staats- und Regierungschefs im Pariser Klimaabkommen darauf geeinigt, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Laut dem aktuellen Weltklimabericht liegt die globale Mitteltemperatur für den Zeitraum zwischen 2011 und 2020 mehr als ein Grad über dem Vergleichswert aus der vorindustriellen Zeit (1850 bis 1900). Demzufolge könnten die Pariser Klimaziele nicht erreicht werden, wenn man bis 2050 kein netto-null im Hinblick auf die Emissionen erzielt. Entscheidend ist auf dem Weg zur Klimaneutralität unter anderem die Abkehr von fossilen Brennstoffen. Öl, Kohle und Gas gelten als größte Quellen für CO2-Emissionen. Bei der Energiewende (Abkehr vom fossil-nuklearen Energiesystem) können Verbraucher einen wichtigen Klimaschutzbeitrag leisten. Wichtig wäre beispielsweise
  1. der Austausch alter Öl- und Gasheizungen, um künftig mit erneuerbaren Energien zu heizen.
  2. die Installation von Photovoltaik-Anlagen.
  3. der Umstieg auf Elektroautos.
  4. ein regelmäßiger Stromcheck zur Identifikation möglicher Einsparpotenziale.
  5. richtiges Lüften und Heizen (gegebenenfalls mit programmierbaren Thermostaten oder Smart-Home-Technik).
  6. eine Verringerung des Warmwasserverbrauchs.
  7. eine energetische Gebäudesanierung.
  8. der Umstieg auf stromsparende Haushaltsgeräte.
  9. ein hydraulischer Abgleich für effizienteres Heizen.

Zukunftsszenarien des Weltklimarats

Um die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels anzuwenden, fördert die Bundesregierung nun schon seit Jahren die Energiewende. Nicht nur Maßnahmen zum Klimaschutz im Eigenheim, sondern auch industrielle Klimaschutzschritte gehören dazu. Einen Beitrag leisten auch kommunale Initiativen wie der in diesem Jahr neu gegründete Klimabeirat Regenstauf. Engagements wie diese können die Zukunft positiv verändern. Der Weltklimarat stellt im aktuellen Bericht Zukunftsszenarien mit mal mehr, mal mit weniger schwerwiegenden Konsequenzen vor:
  1. bei Klimaneutralität bis 2050 und anschließende CO2-Speicherleistung: Ein mehr als 1,8-gradiger Anstieg der Mitteltemperatur bis Ende des Jahrhunderts könnte vermieden werden.
  2. bei gleichbleibenden Emissionen bis 2050: Bis zum Ende des Jahrhunderts wäre ein Temperaturanstieg um 2,1 bis 3,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu erwarten.
  3. bei Verdoppelung der CO2-Emissionen: In der ersten Hälfte des Jahrhunderts würde die Temperatur um 5,7 Grad steigen.
Die aktuellen Klimaschutzziele weisen am ehesten auf das mittlere Szenario hin. 2019 berechnete die US-Energie-Agentur (EIA), dass sich der jährliche CO2-Ausstoß zahlreicher Länder bis 2050 von um die 35 Milliarden Tonnen auf mehr als 40 Milliarden steigern wird. Aktuell stößt China die meisten Treibhausgase aus, gefolgt von den USA. Die EU ist derzeit für etwa 17 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Insgesamt können laut dem Bericht etwa 44 Prozent der derzeit produzierten Gase von den Wäldern und Ozeanen aufgenommen werden. Erst im Juni hat sich die Bundesregierung für eine Verschärfung des Klimaschutzgesetzes entschieden. Demnach will Deutschland die Klimaneutralität nun schon fünf Jahre früher, im Jahr 2045, erreichen. Auch die zulässigen Jahresemissionen für einzelne Sektoren hat das verschärfte Gesetz nach unten korrigiert. Bei der Zielerreichung kommt es auf den Beitrag jedes einzelnen Bürgers an Je mehr sich Verbraucher in den kommenden Jahren für Klimaschutz engagieren, desto eher lässt sich das erste und damit günstigste Zukunftsszenario aus dem Weltklimabericht noch erreichen.
Bildquelle: bigstockphoto.com | PHOTOCREO Michal Bednarek
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