Die Regensburg Phoenix mussten sich bei den Ravensburg Razorbacks deutlich geschlagen geben. Nach einer schwierigen ersten Hälfte zeigte das Team jedoch Moral und kämpfte sich zurück ins Spiel. Nun wartet zum Abschluss der ersten GFL-Saison noch einmal eine der härtesten Aufgaben der Liga.
Die Regensburg Phoenix haben am 23. August ein schweres Auswärtsspiel bei den ifm Razorbacks Ravensburg mit 18:46 verloren. Dabei erwischten die Oberpfälzer einen denkbar ungünstigen Tag, an dem frühe Fehler, gegnerische Big Plays und eine hocheffiziente Ravensburger Offense das Spiel früh zu Gunsten der Hausherren entschieden.
Schon der Beginn der Partie stellte die Phoenix vor eine harte Geduldsprobe. Nach dem Ballempfang beim Kickoff fand der Regensburger Angriff nicht in den Rhythmus, woraufhin die Razorbacks nach einem Ballwechsel umgehend zuschlugen. Ravensburgs Quarterback Broghean McGovern bediente Anthony Harris über 13 Yards zur schnellen 7:0-Führung für die Gastgeber. Nur wenige Augenblicke später folgte der nächste Rückschlag: Ein Fumble der Phoenix-Offense an der eigenen 45-Yard-Linie wurde von Ravensburgs Jonah Choate gesichert und direkt zum 14:0-Touchdown in die Endzone zurückgetragen. Regensburg reagierte jedoch gefasst. Getragen von Läufen von #26 Nebechi Abana und Pässen von #12 Cameron Yowell auf #2 Nicolas Hayes arbeitete sich das Team tief in die gegnerische Hälfte und verkürzte durch ein 35-Yard-Field-Goal von Kicker #41 Dominik Laßmann auf 14:3.
Im zweiten Viertel übernahmen die Razorbacks jedoch wieder die Kontrolle und bauten ihren Vorsprung konsequent aus. McGovern fand Enneking über 30 Yards zum 21:3, ehe Kicker Aniel Buße per 26-Yard-Field-Goal auf 24:3 stellte. Eine Interception gegen Yowell kurz vor der Halbzeit nutzte Ravensburg eiskalt: McGovern bediente Aidan Enneking für einen 6-Yard-Touchdown und verwandelte die anschließende Two-Point-Conversion selbst zum 32:3-Pausenstand. Ein bitterer Rückstand für die Regensburger, die bis dahin kaum Mittel gegen das Passspiel fanden.
Phoenix kämpfen sich zurück
Nach der Pause zeigte die Mannschaft aus Regensburg jedoch Moral. Die Defense um #33 Mika Stieger und #56 Felix Lübbers erhöhte den Druck, erzwang Punts sowie gegnerische Ballverluste und hielt die Razorbacks im dritten Viertel komplett ohne Punkte. Die Offense nutzte das gewonnene Momentum: Yowell führte das Team Schritt für Schritt übers Feld und bediente schließlich Hayes über 4 Yards in der Endzone zum 32:10. Das Schlussviertel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Ravensburg konterte zunächst mit einem 15-Yard-Touchdown-Pass auf Tim Müller zum 39:10. Doch Regensburg antwortete postwendend: Nach mehreren Raumgewinnen durch Abana und Pässe auf #18 Kevin Evert tankte sich Abana aus 5 Yards selbst in die Endzone durch. Die anschließende Two-Point-Conversion passte Yowell auf #14 Jadon Gildersleeve zum 39:18. Den Schlusspunkt der Begegnung setzten jedoch die Razorbacks, als McGovern einen weiteren Big Play auspackte und Aidan Enneking über 34 Yards zum 46:18-Endstand bediente.
Am Ende stand eine deutliche Niederlage, bei der die Phoenix vor allem für frühe Ballverluste in der ersten Hälfte teuer bezahlten. Dennoch zeigte das Team in der zweiten Halbzeit Charakter, hielt physisch dagegen und bewies mit zwei Touchdowns sowie starker Defensivarbeit, dass der Kampfgeist über vier Viertel hinweg ungebrochen blieb.
Saisonfinale beim Top-Team
Am Samstag, den 29. August, treffen die Regensburg Phoenix auswärts auf die Schwäbisch Hall Unicorns. Für die Phoenix bedeutet die Partie das finale Spiel und den feierlichen Schlusspunkt einer historischen ersten Saison in der effect® ENERGY GFL, während die Gastgeber vor heimischem Publikum im Optima Sportpark noch einmal ihren Rhythmus vor den anstehenden GFL-Playoffs unter Beweis stellen wollen.
Kurz vor Ende der regulären Saison steht den Regensburgern damit die wohl schwerste Auswärtsaufgabe des Jahres bevor. Die Schwäbisch Hall Unicorns präsentieren sich in dieser Spielzeit gewohnt dominant und physisch stark. Dass die Haller zu den absolute Top-Teams der Liga gehören, bekamen die Regensburger bereits im Hinspiel am 4. Juli vor heimischer Kulisse zu spüren, als man sich mit 14:42 geschlagen geben musste. Das Coaching-Team der Unicorns versteht es blendend, die Stärken seiner Mannschaft auf beiden Seiten des Balls präzise auszuspielen und die Heimkulisse als emotionalen Rückenwind zu nutzen. Die Phoenix reisen jedoch keineswegs ohne Selbstbewusstsein nach Schwäbisch Hall. Die Regensburger zeigten in ihrer Premierensaison bereits mehrfach Charakter, Moral und große spielerische Disziplin. Wichtige Siege im Saisonverlauf gaben dem Team spürbaren Aufwind und das nötige Selbstvertrauen, um auch im letzten Spiel der Saison befreit aufzuspielen.
Noch einmal alles geben
Für die Phoenix wird es in Schwäbisch Hall entscheidend sein, defensiv von Beginn an extrem kompakt zu stehen, Big Plays der Gastgeber frühzeitig zu unterbinden und das eigene Turnover-Verhältnis sauber zu halten. Ballverluste im eigenen Ballbesitz müssen konsequent vermieden werden, um der hochgefährlichen Haller Offensive keine kurzen Felder zu schenken. Gleichzeitig gilt es für die Regensburger Offense, mit variablen, langen Drives Kontinuität zu beweisen, Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen und der eigenen Defensive wertvolle Verschnaufpausen zu verschaffen. In einer hochkarätigen Partie dieser Kategorie wird ein geschlossener, leidenschaftlicher und hochkonzentrierter Mannschaftsauftritt über vier Viertel hinweg der Schlüssel sein, um sich mit erhobenem Haupt aus der Saison zu verabschieden.
Regensburg Phoenix / RNRed